Murrhardter Talente haben großes Vertrauen in die eigene Stärke

Fußball-Europameisterschaft Die C-Jugend-Fußballer der SGM Murrhardt haben keinen Zweifel am deutschen Weiterkommen im Achtelfinale gegen Dänemark. Auch für die eigene Mini-EM im Trauzenbachstadion in knapp einer Woche ist der Nachwuchs guten Mutes.

Die Jungs um Kapitän Leon Khan (rechts) sind zuversichtlich. Egal, ob’s um den eigenen oder den deutschen Turniersieg geht. Foto: Alexander Becher

© Alexander Becher

Die Jungs um Kapitän Leon Khan (rechts) sind zuversichtlich. Egal, ob’s um den eigenen oder den deutschen Turniersieg geht. Foto: Alexander Becher

Von Uwe Flegel

Wer am Ende die EM gewinnt? „Wir selbstverständlich.“ Wobei das in dem Fall nicht nur für die deutsche Nationalmannschaft gilt, sondern auch für die C-Jugend-Fußballer der SGM Murrhardt. Denn die spielen kommenden Freitag ihre eigene Mini-Europameisterschaft. Im Trauzenbachstadion geht es für den Nachwuchs aus der Walterichstadt dann gegen Alterskollegen aus England, Frankreich, Italien und Polen.

Heute ist der Nachwuchs der Spielgemeinschaft des VfR Murrhardt, des SC Fornsbach und der Spvgg Kirchenkirnberg aber erst einmal nur als Zuschauer am Ball. Bei der richtigen, bei der großen EM trifft Deutschland im Achtelfinale in Dortmund ab 21 Uhr auf Dänemark. Für die SGM-Jungs ist die DFB-Elf klarer Favorit. Schließlich, so Noah Schumacher (14 Jahre), hat sie „bisher super gespielt“. Ganz im Gegensatz zu den Dänen. Die brachten es in ihrer Vorrundengruppe gegen Slowenien, England und Serbien nur jeweils zu Unentschieden. Dennoch kamen sie als Gruppenzweiter weiter. Für die jungen Murrhardter steht fest, dass sie sich bei ihrem eigenen Turnier in knapp einer Woche beeilen müssen. Nur eine Stunde nach dem Endspiel steht am 5. Juli ab 18 Uhr im Trauzenbachstadion Public Viewing des Viertelfinales an. Mit Deutschland versteht sich. Ein Ausscheiden in der Runde zuvor gegen den Nachbarn aus dem hohen Norden ist ausgeschlossen. Auch weil „die Mentalität klasse ist“, wie der 13-jährige Leon Krasniqi urteilt.

Großes Vertrauen in die Notbesetzung in der Innenverteidigung

Dass Bundestrainer Julian Nagelsmann wegen der Sperre von Innenverteidiger Jonathan Tah die Startelf ändern muss und auch Abwehrchef Antonio Rüdiger angeschlagen ist, tut nichts zur Sache. „Schade, dass Tah fehlt“, findet Ali Celik zwar, aber „Waldemar Anton macht das“, vollendet der ebenfalls 14-jährige Lukas Ceh. Selbst wenn es bei dem einst im Aspacher Ortsteil Hohrot wohnenden Rüdiger nicht gehen sollte, sieht in Murrhardt keiner den deutschen Erfolg in Gefahr. Dann hält eben Nils Schlotterbeck, jüngerer Bruder des ehemaligen TSG-Fußballers Keven Schlotterbeck, die Dänen in Schach. Lukas Schmidt (13) weiß: „Deutschland gewinnt einfach.“

Überhaupt haben die Leistungen von Toni Kroos und Kollegen in den Vorrunden für Zuversicht gesorgt. Nur drei der 22 Jungs haben Zweifel, dass selbst Spanien als eventueller Viertelfinalgegner zum Stolperstein werden könnte. Für die große Mehrheit steht ohnehin fest: „Nicht nur Murrhardt gewinnt seine Mini-EM, sondern Deutschland auch seine große Heim-EM.“

Diskussionen gibt es aber um die Anfangsformation gegen die Dänen. Bei Kapitän Leon Khan kommt nicht nur der Filzschreiber zum Einsatz, mit dem er die Namen der elf deutschen Starter auf die Tafel malt. Ab und zu braucht’s auch den Schwamm als Zeichen für Veränderung. Wobei Torwart Manuel Neuer sich beim Nachwuchs mittlerweile viel Kredit zurückgeholt hat. Nur eine einzelne Stimme bringt bei der Frage nach der Nummer eins ein zaghaftes „Marc-André ter Stegen“ raus.

In der Abwehr bleibt es bei Joshua Kimmich rechts sowie Maximilian Mittelstädt links. Die Innenverteidigung war ja schon geklärt. Schwierig wird es aber weiter vorne. Soll es ein Vierermittelfeld mit zwei Spitzen werden oder die gewohnte Fünferanordnung und nur ein Angreifer ganz vorne? Einigkeit sieht anders aus. Dabei waren in der defensiv orientierten Mittelfeldzentrale Toni Kroos und Robert Andrich doch sofort gesetzt. Auch Jamal Musiala und Florian Wirtz auf den Außenbahnen sind eine klare Sache. Bleiben noch Ilkay Gündogan, Kai Havertz und Niklas Füllkrug.

Drei Kandidaten und nur zwei Restplätze. Zunächst sieht es so aus, dass Kapitän Gündogan in Murrhardt vom Board muss – oder vielleicht doch Havertz. Eventuell sitzt ja gar Füllkrug im vierten Spiel zum vierten Mal beim Anpfiff auf der Bank? Geht nicht – zumindest bei den SGM-Jungs nicht. „Füllkrug muss spielen“, ist die große Mehrheitsmeinung. Eher knapp setzen sich ganz am Ende diejenigen durch, die Gündogan von Beginn an auf dem Platz sehen wollen und Havertz zur Reserve beordern. So ganz einfach war’s nicht, die deutsche Traumelf fürs Achtelfinale zu finden. Die Frage nach dem Turniersieger war jedenfalls schneller und überzeugender geklärt: „Wir selbstverständlich.“ Egal, ob’s nun um die große Europameisterschaft oder die kleine EM im Murrhardter Stadion geht.

Drei Tage lang Fußball pur

Gelebte Partnerschaft Dass Sport Menschen miteinander verbindet, wird oft betont. In der Stadt Murrhardt wird das kommenden Freitag gelebt. Ab 13 Uhr findet ein Turnier zwischen C-Jugend-Fußballern aus Murrhardt sowie den Partnerstädten Frome (England), Château-Gontier (Frankreich), Rabka-Zdrój (Polen) und Pieve (Italien) statt. Wobei die Partnerschaft zur letztgenannten Kommune noch nicht offiziell ist. Am Start sind im Trauzenbachstadion am 5. Juli zwölf Teams aus fünf Ländern. In der Vorrunde wird in drei Vierergruppen gespielt. Das Finale ist gegen 17 Uhr geplant.

Danach der BKZ-Mini-Cup Nach dem Turnier ist in Murrhardt nächstes Wochenende vor dem Turnier. Denn auch am Samstag und Sonntag, 6. und 7. Juli, rollt im Trauzenbachstadion der Fußball. Dann sind 62 E- und F-Junioren- sowie E-Mädchen-Teams der Vereine rund um Backnang und Murrhardt beim 29. BKZ-Mini-Cup am Start.

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Erstellt:
29. Juni 2024, 06:00 Uhr

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