Mersedeh Ghazaei

Nach Haft im Iran – Familienmitglied von Linken-Spitzenkandidatin wieder frei

Mersedeh Ghazaei hat iranische Wurzeln. Während der Proteste erlebte ihre Verwandtschaft harte Zeiten. Jetzt erreichte die Linken-Politikerin eine erfreuliche Nachricht.

Ghazaei bei einer Podiumsdiskussion unserer Zeitung

© Lichtgut/Leif Piechowski

Ghazaei bei einer Podiumsdiskussion unserer Zeitung

Von Sascha Maier

Lange bangte Mersedeh Ghazaei um zwei Familienangehörige. Wie die Spitzenkandidatin der Linken bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg unserer Redaktion im Januar mitgeteilt hatte, befand sich ein Familienmitglied infolge der Proteste im Iran in Haft, der Verbleib eines anderen war ungewiss, der Kontakt zur Familie aufgrund des Internet-Lockdowns im Iran zeitweise unterbrochen.

Jetzt verriet Ghazaei, dass das eine Familienmitglied aus der Haft entlassen und das andere vermisste wohlauf sei. Letzteres Familienmitglied sei entgegen erster Befürchtungen nicht inhaftiert gewesen. Auch die Kommunikation ins Heimatland ihrer Eltern sei ihr wieder möglich.

Identität der Angehörigen schützen

Auf den genauen Zeitpunkt und die Umstände der Entlassung will Ghazaei nicht weiter eingehen, um die Identitäten der Familienmitglieder zu schützen. Der Iran hatte die über Wochen anhaltenden Proteste im Land blutig niedergeschlagen. Handlanger der islamischen Revolutionsgarden sind auch in Baden-Württemberg aktiv, schüchtern Oppositionelle auch im Ausland ein.

Die UN-Sonderberichterstatterin für den Iran, Mai Sato, geht von mindestens 5000 Todesopfern im Iran aus – überwiegend auf Seiten der Demonstrierenden. Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen reichen bis zu 20.000 Toten. Außerdem ist von mehreren Zehntausend Verhaftungen die Rede. Experten befürchten, dass nun eine Welle an Hinrichtungen drohen könnte.

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Erstellt:
3. Februar 2026, 15:40 Uhr

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