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Niederschwelliges Impfangebot kommt an

Monika Lenz hat mit ihrem zur Arztpraxis umgebauten Rettungswagen vor der Murrhardter Festhalle Station gemacht. Die Möglichkeit, sich eine Coronaimpfung ohne Anmeldung abzuholen, haben insgesamt 51 Menschen genutzt.

Blick in den umgebauten Rettungswagen: Bei Niko Gaiser läuft die Anmeldung. Fotos: C.Schick

Blick in den umgebauten Rettungswagen: Bei Niko Gaiser läuft die Anmeldung. Fotos: C.Schick

Von Christine Schick

Murrhardt. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt Monika Lenz und erzählt, dass ihre Aktion gut angenommen worden sei und sie auch eine ganze Reihe von Erstimpfungen machen konnte. „Es gab auch die Situation, dass Leute hier vorbeigekommen sind und spontan gesagt haben, komm, das machen wir jetzt noch schnell.“ Ihr Angebot, das an diesem Tag von 14 bis 19 Uhr läuft, ist mit dem Stichwort „After-Work-Impfen“ überschrieben und reiht sich in die Aktionswoche #HierWirdGeimpft ein. Gegen 18.15 Uhr sind es bereits 46 Menschen, die sich eine Impfung abgeholt haben, darunter 20 Erst-, 4 Zweit- und 22 Drittimpfungen.

Die Notfallärztin sitzt an einem Tisch unter einer schützenden Zeltplane vor dem Rettungswagen, ihr gegenüber kann Platz nehmen, wer sich zu einer Impfung entschlossen hat. Im hinteren Bereich des Fahrzeugs befindet sich Niko Gaiser, bei dem die Anmeldung läuft und der die verschiedenen Formulare und Merkblätter bereithält. Eine weitere Helferin informiert über die Abläufe und unterstützt Monika Lenz. Zum Angebot gehört außerdem ein Antikörperschnelltest. „Es gibt noch eine weitere Form, die man beim Hausarzt machen kann, aber bis die Ergebnisse da sind, dauert es rund eine Woche“, erläutert die Medizinerin. „Die schnelle Variante funktioniert wie ein Blutzuckertest und dauert rund zehn Minuten.“ Sie gibt einen Anhaltspunkt, ob Antikörper gebildet worden beziehungsweise vorhanden sind.

Antikörpertest und Drittimpfung sind ebenso möglich

„Bei einer Aktion in Gomaringen haben wir bei zwei Personen, die zweifach geimpft waren, festgestellt, dass sie keine Antikörper haben, und sie haben eine dritte Impfung erhalten.“ Auch ein Murrhardter, der sich am Impfmobil einfindet, möchte solch einen Antikörpertest machen und lässt sich ein paar Tropfen Blut abluchsen. Dann steht er mit dem Testschiffchen in der Hand, das denselben Bau wie ein üblicher Coronaschnelltest hat, da, um zu warten, wie sich Kontroll- und Teststrich entwickeln. Auch er ist zweifach geimpft, aber die Linie, die die Antikörper anzeigt, ist mehr als blass. Nach dem Gespräch mit der Ärztin entschließt er sich zu einer dritten Impfung. Eingereiht hat sich außerdem eine Murrhardterin, die mit ihrem 15-jährigen Sohn zur Aktion gekommen ist. Die beiden holen sich ihre erste Impfung ab. Beim Hausarzt hat es bisher mit einem Termin einfach noch nicht geklappt, erzählt sie. Klar, die Zweitimpfung muss dann noch organisiert werden, aber da ist sie jetzt einfach mal optimistisch, dass es funktioniert.

Monika Lenz zieht die nächsten Spritzen auf. Auf der Bank neben ihr wartet ebenfalls ein Mutter-Sohn-Duo. „Eine Kollegin hat mir von der Aktion erzählt“, berichtet die Frau. Sie lebt in Kaisersbach, arbeitet aber in Murrhardt und ist mit ihrem Sohn vorbeigekommen. „Ich möchte mich impfen lassen“, erzählt der 18-Jährige. „Weil damit das ständige Testen wegfällt.“ Auch für ihn heißt es dann nach einem gewissen Abstand, sich nach einer Zweitimpfung umzutun. Insofern wird Monika Lenz auch gefragt: „Kommen Sie denn vielleicht noch einmal wieder?“

Das kann sich die Medizinerin sehr gut vorstellen. „Wir wollten das zunächst davon abhängig machen, wie die Aktion angenommen wird.“ Aber nach der guten Resonanz sei das gut denkbar, erster Schritt sei natürlich, auf die Stadt zuzugehen und das mit den Verantwortlichen zu besprechen.

Wie kommt Monika Lenz überhaupt dazu, mit einem umgebauten Rettungswagen über die Lande zu ziehen und auch in Murrhardt Station zu machen? Für die Backnangerin und Notärztin gehört der Rems-Murr-Kreis beruflich immer noch zum gewohnten Einsatzgebiet, auch wenn sie seit dem Frühjahr nach Pliezhausen-Gniebel im Kreis Reutlingen umgezogen ist. Dort baut sie sich gerade einen Privatpraxisstandort auf. Als Beobachterin des Impfgeschehens, sagt sie, lag es für sie nahe, von der bisherigen Erwartungshaltung wegzukommen.

„Wenn die Menschen nicht zum Hausarzt kommen, muss die Impfung zu den Menschen kommen.“ Und nachdem sie von einem sehr erfolgreichen Einsatz eines Impfbusses in Esslingen gehört habe, sei auch sie aktiv geworden. Der Kauf und Umbau eines Rettungswagens schwebte ihr schon lange vor. Sie möchte ihn generell als Ärztin nutzen, quasi als Praxismobil, um Patienten, die außerhalb wohnen und nicht so einfach in die Sprechstunde pilgern können, zu erreichen. Nun dient es also vorerst als Impfmobil. Und da sie mit ihrer Praxis gerade erst begonnen hat, kann sie anders als Kolleginnen und Kollegen, die sehr fest vor Ort eingebunden sind, noch relativ flexibel Aktionen planen und unterwegs sein, berichtet sie. „Ich mache meinen Beruf einfach unglaublich gerne.“ Unterstützt wird sie bei ihren Vor-Ort-Aktionen von Freunden und Familienmitgliedern. Sicher trägt das auch zur guten Atmosphäre bei. Beim Zusammenpacken freut sich das Team über den Einsatzerfolg – 51 Impfungen.

Infos zu Terminen, Impfmobil und Monika Lenz: www.privatarztpraxis-lenz.de

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Erstellt:
18. September 2021, 06:00 Uhr

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