TUI Cruises

Noch kein Zeitplan für Rückführung von Mein Schiff 4 und 5

Seit Wochen liegen Kreuzfahrtschiffe im Golf fest. Reisen wurden reihenweise abgesagt, die Mallorca-Saison ist in Gefahr – gebuchte Gäste bangen weiter um den Traumurlaub.

Die „Mein Schiff 5“ liegt seit Ende Februar im Hafen von Doha.

© Lana Dörrer/privat/dpa

Die „Mein Schiff 5“ liegt seit Ende Februar im Hafen von Doha.

Von Michael Maier

Seit dem 28. Februar liegen „Mein Schiff 4“ im Hafen von Abu Dhabi und „Mein Schiff 5“ in Doha fest – blockiert durch den Iran-Krieg und die gesperrte Straße von Hormus. Was als romantische Orient-Reise begann, ist für Crews, Reederei und gebuchte Gäste zu einer langen Hängepartie geworden.

TUI Cruises prüft Rückführung von Mein Schiff 4 und 5

Auf Anfrage unserer Redaktion erklärte Johanna Sophie Humbert von TUI Cruises: „Wir verfolgen die aktuellen Entwicklungen sehr aufmerksam und bewerten die Lage gemeinsam mit Behörden, Sicherheitsexperten und unseren Partnern. Gleichzeitig prüfen wir derzeit mögliche Optionen, um unsere Schiffe aus der Region herauszuführen. Sobald sich konkrete Möglichkeiten ergeben, informieren wir umgehend.“

Entscheidend bleibe aber die Sicherheitslage und die Sicherheit der Crew und der Schiffe, so Humbert. Einen konkreten Zeitplan gibt es somit (noch) nicht. Die Besatzung der „Mein Schiff 4“ wurde inzwischen auf nur noch 59 Crewmitglieder reduziert. Als nächster möglicher Abfahrtstermin galt in der Branche bislang der 1. Mai 2026.

Mallorca-Saison auf der Kippe

Die Liste der gestrichenen Reisen ist lang. Für „Mein Schiff 4“ wurden zunächst alle Fahrten bis einschließlich 11. April abgesagt, für „Mein Schiff 5“ bis einschließlich 24. April 2026. Auch die geplante Transreise beider Schiffe von Kapstadt nach Mallorca fiel dem Krieg zum Opfer – und damit steht auch der Saisonstart im Mittelmeer immer noch auf der Kippe.

„Preis eines Kleinwagens“ für abgesagte Traumhochzeit

Bei betroffenen Passagieren sorgte das mutmaßlich eher zögerliche Krisenmanagement für Unmut: Die Fahrten seien bis zuletzt buchbar gewesen, eine kostenlose Umbuchung zunächst nicht möglich. „Der Hohn auf Socken“, kommentierte ein User bitter. Ein anderer beklagt in einer Zuschrift, dass er seine geplante Traumschiff-Hochzeit absagen musste und von TUI Cruises nicht ohne Weiteres adäquaten Ersatz bekomme, obwohl er und seine zukünftige Frau den „Preis eines Kleinwagens“ bezahlt hätten.

Hoffnung auf freie Durchfahrt durch Waffenruhe

Nun gibt es aber erstmals einen Hoffnungsschimmer. In letzter Minute einigten sich die USA und der Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe, vermittelt durch Pakistan. Ab dem 10./11. April sollen in Islamabad Verhandlungen beginnen. Sollte die Feuerpause halten, wäre eine Öffnung der Straße von Hormus für die zivile Schifffahrt – und damit die Rückführung der Schiffe – erstmals realistisch.

Millionen-Lösegeld für TUI-Schiffe?

Unklar bleibt allerdings, ob der Iran weiterhin zwei Millionen Dollar Lösegeld von festsitzenden Schiffen verlangen will, wie er das in den letzten Wochen bereits versucht hatte. Ob TUI Cruises und andere Reedereien solche Summen gegebenenfalls bezahlen können oder wollen ist auch eine Grundsatzfrage für die Geschäftspolitik und die internationale Schifffahrt.

Auch weiß man noch nicht, wer zu welchen Konditionen dazu bereit ist, neue Tanker und Handelsschiffe in die Golfregion zu schicken. Und Dubai-Kreuzfahrten für Urlauber dürften wohl nicht so schnell wieder aufgenommen werden.

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Erstellt:
8. April 2026, 11:54 Uhr
Aktualisiert:
8. April 2026, 12:06 Uhr

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