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Offen ist, wie es nach der Pause weitergeht

Den Beschlüssen der Politik, was den Amateursport betrifft, ist der Württembergische Fußballverband gefolgt. Die Teams von der Oberliga abwärts sind nun in die Winterpause geschickt worden. Das hatten die Vereinsvertreter der Region schon vermutet.

Die Amateurfußballer in Württemberg befinden sich nach dem weiteren coronabedingten Spielverbot in der Winterpause. Foto: T. Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Die Amateurfußballer in Württemberg befinden sich nach dem weiteren coronabedingten Spielverbot in der Winterpause. Foto: T. Sellmaier

Von Heiko Schmidt

Nichts geht in diesem Jahr mehr im Amateurfußball. Durch die Coronavorgaben der Politik ist das Verbot des Spiel- und Trainingsbetriebs verlängert worden. Der Württembergische Fußballverband (WFV) hat daraufhin die Klubs informiert. Die Vereine der Region hatten diese Entscheidung schon vermutet. So auch Marc Erdmann, Vorstandsmitglied des Oberligisten TSG Backnang. Er sagt: „Ich bin keineswegs überrascht von der Entscheidung. Vor einigen Wochen hatte ich prophezeit, dass keine Spiele mehr in 2020 absolviert werden.“ Er hätte sich die Entscheidung des WFV früher gewünscht. „Damit wäre die Planung für die Vereine einfacher gewesen.“ Erdmann beschäftigt nun die Frage, wie und wann es in der laufenden Saison weitergeht. „Um die Runde komplett durchzuspielen, müssten wir im Januar wieder beginnen“, vermutet der Backnanger. Er verweist dabei auf die Oberliga, in der 21 Mannschaften aktiv sind. Erst 13 von insgesamt 42 Spieltagen sind dort absolviert.

Nicht ganz so viele Partien sind es in der Landesliga, in der der SV Allmersbach beheimatet ist. 12 von 38 Spieltagen sind bislang ausgetragen, wobei aber noch einige Nachholpartien darunter sind. „Spannend wird es, wie es im nächsten Jahr weitergehen wird“, sagt SVA-Vorsitzender Günter Schäffler. Er schiebt nach: „Wir hängen in der Luft, denn eine Vorbereitungszeit von zwei Wochen nach einer so langen Pause ist nicht viel.“ Schäffler hat damit gerechnet, dass dieses Jahr kein Fußball bei den Amateuren mehr gespielt wird. „Das war zu erwarten.“ Ähnlich sieht es Michael Brucker. Der Abteilungsleiter des SC Fornsbach sagt: „Ich kann es nachvollziehen, dass die Entscheidung so getroffen wurde.“ Er hat zudem Verständnis dafür, dass der WFV die Beschlüsse der Politik abgewartet hat und erst danach die Mitteilung an die Vereine herausgegeben hat. „Man muss das Gesamte sehen. Wir müssen alle Geduld haben.“ Für die beiden Mannschaften seines Klubs in der Kreisliga B sind die Terminschwierigkeiten nicht ganz so groß. In der B 2 mit dem ersten SCF-Team spielen 16 Mannschaften, ebenfalls 16 sind es in der Kreisliga B 5 mit der zweiten Fornsbacher Vertretung.

Nach der Entscheidung des WFV werden die meisten Amateurfußballer ihre individuellen Trainingseinheiten zurückschrauben. Drei davon pro Woche fanden beim Oberligisten TSG Backnang zuletzt statt. „Am Montag wird sich die Mannschaft bei einer Videokonferenz in die Winterpause verabschieden“, berichtet Marc Erdmann. Beim Landesligisten SV Allmersbach und beim B-Kreisligisten SC Fornsbach werden vereinzelte Spieler noch einzelne Läufe absolvieren, natürlich alleine. Danach heißt es abwarten auf die nächsten Vorgaben der Politik und auf die Mitteilungen des Württembergischen Fußballverbands.

Informationen des Württembergischen Fußballverbandes

Nachdem im Rahmen der Beratungen der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder vereinbart wurde, die seit 2. November geltenden Coronabeschränkungen im Wesentlichen bis zu den Weihnachtsfeiertagen aufrechtzuerhalten und es damit insbesondere keine Lockerungen für den Amateursport geben wird, müssen sämtliche bis zum Jahresende 2020 terminierten Partien – Punkt-, Pokal- und Freundschaftsspiele – im Verbandsgebiet des Württembergischen Fußballverbandes abgesetzt werden, und zwar ab einschließlich der Oberliga abwärts.

Mit Blick auf die beachtlichen Staffelgrößen in einigen Ligen war es erforderlich, keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen, um sich die Möglichkeit offen zu halten, im Idealfall noch in diesem Jahr einige Spiele auszutragen. Denn unverändert hat oberste Priorität, den Vorgaben der Spielordnung Rechnung zu tragen, das heißt, soweit rechtlich möglich und zumutbar vollständige Meisterschaftsrunden mit Hin- und Rückspielen zu absolvieren. In Staffeln mit entsprechenden Mannschaftszahlen kommen deshalb auch Spiele bereits im Januar in Betracht, sollten Lockerungen beschlossen werden, die dies rechtlich ermöglichen. Die dahin gehenden Überlegungen waren auch Gegenstand der Beratungen mit sämtlichen Bezirksvorsitzenden am 18. November, in denen die Bedeutung eines abgestimmten, zeitlich einheitlichen Vorgehens betont und verabredet wurde. Es hätte zudem auch keine ersichtlichen Vorteile gehabt, vorzeitig auf ungesicherter Grundlage vollendete Tatsachen zu schaffen.

Nachdem derzeit unsicher ist, wann und unter welchen Voraussetzungen der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann, wird es nun erforderlich sein, sehr zeitnah Perspektiven für das restliche Spieljahr zu entwickeln. „Die Aufgabe der Fußballverbände ist es, einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen. Im engen Austausch mit unseren ehrenamtlichen Bezirksspiel- und Staffelleitern haben wir in den vergangenen Wochen hier alle Möglichkeiten diskutiert und abgewogen. Aus diesem Grund war es notwendig und richtig, die Entscheidungen der Politik abzuwarten. Nun haben wir Klarheit und werden einen sinnvollen Weg finden, um die Spielzeit 2020/21 sportlich gerecht werten zu können“, sagt Harald Müller, Vorsitzender des WFV-Verbandsspielausschusses und der Oberliga-Spielkommission.

Soweit Meisterschaftsrunden nicht vollständig zu Ende geführt werden können, sieht die Spielordnung des WFV dazu bereits Regelungen vor. Sowohl die Quotientenregelung zur Ermittlung von Auf- und Absteigern als auch die Möglichkeit zur Annullierung von Meisterschaftsrunden sind in der Spielordnung angelegt. In Betracht kommt darüber hinaus auch eine Verlängerung des Spieljahres bis zum 15. Juli 2021. Ausdrücklich kann auf die aktuelle Situation aber auch durch die Entwicklung anderer Spielmodi reagiert werden. Denkbar sind so zum Beispiel auch Auf- und Abstiegsrunden nach einer abgeschlossenen Vorrunde. Zur Entscheidung hierüber hat der außerordentliche Verbandstag am 20. Juni 2020 den Beirat ermächtigt. So ist einerseits die Einbindung der Bezirke gewährleistet, und andererseits wird ein einheitliches Vorgehen garantiert, was für einen reibungslosen Auf- und Abstieg erforderlich ist.

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Erstellt:
27. November 2020, 06:00 Uhr

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