Nach verlorenen Landtagswahlen
Parteichef Dürr positioniert sich in FDP-Führungsdebatte
Nach den zwei verlorenen Landtagswahlen nimmt die Führungsdebatte bei den Liberalen Fahrt auf. FDP-Chef Dürr geht auf Distanz zu einer Konkurrentin um den Parteivorsitz.
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Christian Dürr, FDP (Archivbild).
Von red/dpa
In der Debatte um die künftige personelle Führung und inhaltliche Ausrichtung der FDP ist der Vorsitzende Christian Dürr auf Distanz zu seiner Konkurrentin Marie-Agnes Strack-Zimmermann gegangen. Diese hatte ihre Bereitschaft bekundet, die FDP künftig in einer Doppelspitze zu führen. Als möglichen Partner nannte sie den NRW-Landesvorsitzenden Henning Höne. „Marie-Agnes Strack-Zimmermann und Henning Höne stehen hier für einen anderen Kurs als ich“, sagte Dürr dazu der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.
„Ich möchte, dass die FDP eine optimistische Reformkraft mit einem klar marktwirtschaftlichen Kurs ist. Ohne Wenn und Aber“, betonte Dürr, der seit Mai vergangenen Jahres an der Spitze der FDP steht. „Wir brauchen keine zwei liberalen Parteien, aber einen klaren Kurs.“ Dürr nannte es zugleich legitim, dass es unterschiedliche Auffassungen zur Ausrichtung der Partei gebe.
Die Debatte über die Führung der FDP war nach den Misserfolgen bei den zwei Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz voll entbrannt. Kritiker werfen Dürr vor, keinen klaren Kurs für die Erneuerung der FDP zu haben. In der Sitzung des Bundesvorstandes wurde daraufhin beschlossen, beim Parteitag Ende Mai geschlossen zurückzutreten. Dürr will dann wieder kandidieren und sich so ein neues Mandat der Basis für seinen Kurs geben lassen.
Strack-Zimmermann: Wenn die Partei das möchte, mach’ ich’s
Strack-Zimmermann hatte in den FDP-Führungsgremien ihre Bereitschaft angekündigt, an die Spitze der Partei zu treten - wegen ihrer Belastung im Europaparlament aber nur in einer Doppelspitze. Das könnte zusammen mit Höne sein, sagte sie Table.Briefings. Es könnten aber auch andere sein. „Wenn die Partei das möchte, mach’ ich’s. Wenn sie andere gute Leute hat, werde ich auch die unterstützen.“ Strack-Zimmermann erneuerte ihre Kritik an der aktuellen Parteiführung: „Wir sind strategisch nicht vorangekommen.“
Dürr sagte der dpa, Deutschland brauche eine grundlegende marktwirtschaftliche Erneuerung. Millionen von Menschen hätten das Gefühl, dass sich Leistung nicht mehr lohne. „Ich will, dass die FDP die politische Heimat für diese Menschen ist und dafür braucht es eine klare Fokussierung.“ Die FDP habe vor allem Wählerinnen und Wähler an CDU und AfD verloren. Die AfD missbrauche den Stillstand für ihre rechte Agenda, die CDU falle als Reformkraft offensichtlich aus. „Genau darin liegt die Chance für die FDP.“
