Sperrung am Brenner

Pfingstferien im Südwesten: Droht ein Verkehrschaos im ganzen Süden?

Mitten in den Pfingstferien – an einem verkehrsreichen Wochenende – ist die wichtigste Route in Richtung Süden dicht. Welche Alternativen gibt es?

Stau auf der Brennerautobahn: Ende Mai ist die Route komplett dicht.

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Stau auf der Brennerautobahn: Ende Mai ist die Route komplett dicht.

Von Michael Bosch

Ende des Monats droht Reisenden, die von Baden-Württemberg aus in Richtung Süden möchten, Ungemach. Ausgerechnet Mitten in den Pfingstferien ist die Brennerautobahn für fast einen kompletten Tag gesperrt. Auch die Gegenrichtung aus dem Süden in Richtung Deutschland ist betroffen. Die Landes- und Bundesstraßen, die parallel verlaufen, will die Tiroler Landesregierung am 30. Mai ebenfalls sperren, um Chaos in der Region zu verhindern.

Grund für die Sperrungen ist eine Demonstration in Gries am Brenner, die sich gegen die Verkehrsmassen richtet, die sich regelmäßig durch die kleinen Ortschaften entlang des Alpenpasses drücken. Ohne die wichtigste Verbindung zwischen Deutschland und Italien droht eine nahezu vollständige Blockade. „Für Durchreisende ist es am 30. Mai nicht möglich, den Brennerkorridor zu nutzen“, warnte die Tiroler Landesregierung in Innsbruck. In ganz Tirol sei demnach an dem Samstag nach Pfingsten – traditionell ein Tag mit viel Urlaubsverkehr – mit Verzögerungen und Behinderungen zu rechnen.

Sperrung am Brenner: Ausweichrouten mit großem Staupotenzial

Wer das zweite Wochenende in den Pfingstferien dennoch nutzen will, um über die Alpen zu fahren, dem bleibt vermutlich nur eine sinnvolle Alternative: durch die Schweiz. Darauf weist auch der ADAC hin. In jedem Fall sei eine „großräumige Umfahrung“ nötig, als Ausweichrouten seien der Gotthard (A2), San Bernardino (A13) oder die Tauernautobahn in Österreich (A10) möglich. „Allerdings sind diese Routen ebenfalls alle sehr staugefährdet“, schreibt der Automobilclub. Zudem werde auf dem Reschenpass gebaut.

Felbertauernstraße und Pyhrn-Korridor als Alternativen

Welche Ausweichroute am sinnvollsten ist, hängt vom Start- und Zielort ab. Gegebenenfalls könne „noch die Felbertauernstraße und auch die Pyhrnautobahn eine Alternative sein“, heißt es vom ADAC. Diese seien aber an solchen Reisetagen ebenfalls häufig überlastet. Es sei „utopisch zu denken, dass der komplette Verkehr“ innerhalb Österreichs umgelenkt werden könne, sagte Alexander Kreipl, Verkehrsexperte des ADAC Südbayern. Selbst wenn die Alpenpässe Timmelsjoch und Stallersattel im Mai schneefrei und passierbar sein sollten, raten die Experten davon ab, sie zu nutzen.

Sperrung am Brenner, Verkehrskollaps in der Schweiz?

Droht also an dem Tag in der Schweiz ein Verkehrschaos? Schätzungsweise müssen rund 32.000 Autos, die sonst über den Brenner gefahren wären, ausweichen. „Wer seine Rückreise am Wochenende nach Pfingsten plant, sollte diese Sperrung bei der Planung beachten“, sagte Vanessa Flack, Sprecherin beim Touring Club Schweiz (TSC) dem schweizerischen Blatt „Blick“. Eine genau Prognose sei schwierig, aber Auswirkungen auf den Gotthardtunnel oder San Bernardino seien denkbar. Der TSC empfiehlt deshalb, auch durch die Schweiz lieber bereits am Freitag oder erst wieder ab Samstagabend – die Sperrung am Brenner geht bis 19 Uhr – zu fahren.

Drohende Engpässe am Gotthard bei Göschenen

Auch das Bundesamt für Straßen (Astra) in der Schweiz hat die Sperrung auf dem Zettel. In die Verkehrsprognosen fließen ohnehin Ferienzeiten oder Baustellen ein, unabhängig von der Sperrung im Nachbarland Österreich. „Aufgrund der Sperrung rechnen wir aber nicht mit einer markant höheren Gesamtbelastung auf der A2 oder der A13“, sagt Astra-Sprecher Thomas Rohrbach. „Sollte es dennoch zu Staus oder stockendem Verkehr kommen, wird auf den Achsen auf die bewährten Maßnahmen zurückgegriffen, wie sie etwa an Ostern angewendet werden.“ Unter anderem kann die Einfahrt auf die Autobahn bei Göschenen gesperrt werden, auch das Tempolimit kann herabgesetzt werden.

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Erstellt:
7. Mai 2026, 09:20 Uhr
Aktualisiert:
7. Mai 2026, 10:03 Uhr

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