500 Mitarbeiter betroffen
Porsche schließt einstige Batterie-Hoffnung Cellforce und weitere Tochterfirmen
Einst als zentrales Projekt für Porsches E-Strategie geplant, wird die Cellforce Group nun komplett geschlossen. Porsche-Chef Michael Leiters spricht von „schmerzhaften Einschnitten“.
© dpa/ Marijan Murat,Christoph Schmidt
Cellforce galt als einstige Hoffnung für den – bislang ausbleibenden – Hochlauf der Elektromobilität.
Von Veronika Kanzler
Porsche verschärft seine strategische Neuausrichtung und will drei Tochtergesellschaften schließen. Wie der Sportwagenhersteller mitteilte, sollen die Betriebe der Cellforce Group, der Porsche eBike Performance sowie die Cetitec GmbH geschlossen werden. Insgesamt sind von den geplanten Maßnahmen mehr als 500 Mitarbeiter betroffen.
Porsche begründet die Schritte mit einer stärkeren Fokussierung auf das Kerngeschäft. „Porsche muss sich wieder auf sein Kerngeschäft fokussieren. Das ist die unabdingbare Grundlage für eine erfolgreiche strategische Neuausrichtung“, teilte der Vorstandsvorsitzende Michael Leiters mit. Die Entscheidungen seien mit „schmerzhaften Einschnitten“ verbunden, auch bei Tochtergesellschaften.
Endgültiges Aus für Cellforce in Kirchentellinsfurt
Besonders symbolträchtig ist das Aus für die Cellforce Group mit Sitz in Kirchentellinsfurt (Kreis Tübingen), die sich auf die Entwicklung von Hochleistungs-Batteriezellen konzentrierte. Im Zuge einer technologieoffenen Antriebsstrategie sehe Porsche für das Unternehmen keine ausreichend tragfähige Perspektive mehr, hieß es. Die Geschäftsleitung werde Gespräche mit dem Betriebsrat über eine Schließung aufnehmen. Rund 50 Beschäftigte sind betroffen.
Bereits im Frühjahr vergangenen Jahres hatte Porsche angekündigt, nicht mehr eigenständig Cellforce-Batterien zu produzieren. Im August 2025 wurden etwa 200 Stellen bei Cellforce gestrichen. Fortan, so verkündete es Porsche, werde sich Cellforce „auf die Forschung und Entwicklung von Batteriezellen fokussieren.“ Doch nun ist auch das Geschichte.
Bei Porsche eBike Performance sind 350 Mitarbeiter betroffen
Deutlich größer fallen die Einschnitte bei der Porsche eBike Performance GmbH aus. Das Gemeinschaftsunternehmen zur Entwicklung und Vermarktung leistungsstarker E‑Bike-Antriebssysteme wird angesichts „grundlegend veränderter Marktbedingungen“ eingestellt, schreibt Porsche. Betroffen sind die Standorte Ottobrunn (Kreis München) und Zagreb mit insgesamt rund 350 Mitarbeitern.
Ebenfalls vor dem Aus steht die Cetitec GmbH in Pforzheim, die Softwarelösungen für Datenkommunikation für Porsche und den Volkswagen-Konzern entwickelt hat. Aufgrund veränderter Marktbedingungen und der Verlagerung von Entwicklungsumfängen soll auch dieses Unternehmen geschlossen werden. Rund 60 Mitarbeiter in Deutschland sowie 30 Beschäftigte in Kroatien sind betroffen. Auch hier sollen zunächst Gespräche mit dem Betriebsrat geführt werden.
Die Entscheidungen stehen im Zusammenhang mit weiteren Portfolioanpassungen. Erst kürzlich hatte Porsche angekündigt, sich von Beteiligungen an Bugatti Rimac und der Rimac Group trennen zu wollen. Mit dem Rückzug aus mehreren innovationsgetriebenen Projekten setzt der Stuttgarter Hersteller nun stärker auf Konsolidierung und eine Konzentration auf das klassische Sportwagengeschäft.
