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Prävention und Begleitung im Fokus

Gemeinderat würdigt großes Engagement des Schulsozialarbeiterteams – Neue Stellen sind mittlerweile besetzt

Die Schulsozialarbeit spielt eine immer wichtigere Rolle, um Kinder und Jugendliche zu begleiten und sie bei der Lösung ihrer individuellen Probleme zu unterstützen. Wie vielfältig und umfangreich das Aktivitätsspektrum der Schulsozialarbeiter Margit Körner, Kurt Hoberg und Tobias Brändle ist, zeigen ihre schriftlichen Berichte des vergangenen Schuljahrs.

Von Elisabeth Klaper

MURRHARDT. Die Unterlagen geben einen Überblick über die Arbeit, die das Team nicht persönlich vorstellte, da dies nur im zweijährigen Turnus vorgesehen ist. Zudem hat sich Kurt Hoberg mittlerweile beruflich verändert.

Die Sozialpädagogen begleiten die Schüler der Walterich- und Herzog-Christoph-Schule, Hörschbachschule sowie des Heinrich-von-Zügel-Gymnasiums mit individueller Beratung und Unterstützung sowie sozialpädagogischen Präventions- und Interventionsaktionen und Angeboten für Gruppen und Klassen. Zudem wirken sie in Unterrichtsprojekten mit, beraten Lehrer und Erziehungsberechtigte und vernetzen sich unter anderem mit dem Murrhardter Jugendzentrum, der Paulinenpflege Winnenden sowie diversen Fachstellen und -diensten. An der Walterich-Gemeinschaftsschule gibt es einen fest verankerten Soziallehrplan zur Sucht-, Gewalt- und Mobbingprävention von der 1. bis zur 8. Klasse. Ein Schwerpunkt im Berichtszeitraum war laut Margit Körner das Projekt „Achtung“, ein Sozialkompetenztraining für Schüler der 5. und 6. Klassen. Angeboten von einem Stuttgarter Sozialdienstleister und gefördert von der Jugendhilfe im Kreis, erfolgte es an zehn Nachmittagen in Kooperation mit der Schulsozialarbeit in Sulzbach an der Murr. Zielgruppe waren Mädchen und Jungen, die sich öfter aggressiv verhalten und gewaltbereit sind, sich schwer an Regeln halten können und denen der Schulausschluss droht. Ziele des Trainings waren unter anderem, regelkonformes Verhalten und Wege einer gewaltlosen Kommunikation zu erlernen, Verantwortung für eigenes Handeln zu übernehmen, Frust zu überwinden und Selbstsicherheit zu gewinnen. Dazu gab es intensive Einzel- sowie Eltern-Lehrer-Schüler-Gespräche. Breiten Raum nahm an allen Schulen die Einzelfallhilfe bei persönlichen und individuellen Problemen ein, um durch Gespräche mit Schülern, Eltern und Lehrern diese zu beraten und zu unterstützen.

Am Heinrich-von-Zügel-Gymnasium stärkte Tobias Brändle die Mädchen und Jungen der 5. Klasse in ihren Medienkompetenzen mit Präventionstraining für sicheren Umgang mit dem Internet und gegen (Cyber-)Mobbing. Die Jugendlichen der 5. und 6. Klassen absolvierten in gruppenpädagogischen Kooperationsspielen ein Sozialtraining, um den Teamgeist zu fördern und ihre Sozialkompetenzen zu erweitern.

Die Neuntklässler lernten beim Projekt „Compassion“ (Mitgefühl) in Workshops soziale Einrichtungen und Personen mit Handicaps kennen, was dazu diente, Sozialkompetenzen zu fördern, das Empathievermögen zu schulen und zu sozialem Engagement anzuregen. Hinzu kamen Workshops für die Klassen 7 bis 10 zu verschiedenen Themen wie Demokratieförderung, Sexualdelikte, Gewaltprävention für Jungen und Selbstbehauptungstraining für Mädchen sowie Wirkungen und Probleme von Suchtmitteln.

An der Hörschbachschule lernten die Kinder in Gesprächen, Rollenspielen und mit kreativem Gestalten die gewaltfreie Kommunikation der „Giraffensprache“, um ihre Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche mitzuteilen, wobei eine Plüschgiraffe den friedvollen Umgang miteinander symbolisiert. Zudem gab es diverse Sozialtrainings für die Dritt- und Viertklässler und ein spielerisch-interaktives Theaterstück für die Zweit- und Drittklässler zum Thema Kinderrechte mit dem Theaterensemble „SakramO 3D“ aus Stuttgart.

Wohlwollend nahmen die Stadträte die Berichte zur Kenntnis. Fraktionsübergreifend waren Sonja Allinger-Helbig (SPD), Ralf Nentwich (MDAL/Die Grünen) und Susanne Barreuther (CDU-FWV) sich einig: Die bestens in den Schulalltag integrierte Schulsozialarbeit ist enorm wichtig und deren Aufstockung dringend erforderlich. Zudem würdigten sie dankend die engagierte Arbeit von Margit Körner, Kurt Hoberg und Tobias Brändle. Ralf Nentwich, der selbst Lehrer in Backnang ist, regte an, die Schulsozialarbeit durch die Schulseelsorge der Kirchen zu ergänzen: „Das ist kostenneutral, wäre auch in Murrhardt ideal und Margit Körner würde das sehr begrüßen.“

Bürgermeister Armin Mößner sagte zu, die Stadtverwaltung könne sich erkundigen, wie das funktioniere. Susanne Barreuther zeigte sich „erschüttert, wie viele Einzelgespräche geführt werden müssen“. Die zur Aufstockung von 225 auf 350 Prozent erforderlichen Stellen seien inzwischen besetzt, auch sollte das Konstrukt der Stellenbemessung flexibel sein, um die Einsatzschwerpunkte je nach Bedarf verteilen zu können, erklärte Armin Mößner. Daraufhin bat Gerd Linke (MDAL/Die Grünen) darum, dass die neuen Sozialarbeiter sich dem Gemeinderat vorstellen.

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Erstellt:
14. Februar 2020, 06:00 Uhr

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