Auftritt in Australien

Prinz Harry: „Das hat meine Mutter getötet“

Bei einem Auftritt in Melbourne spricht Prinz Harry ungewöhnlich offen über den Tod seiner Mutter Diana und erklärt, warum er seine Rolle lange ablehnte.

Prinz Harry, Herzog von Sussex, legt einen Kranz nieder, als er anlässlich seines Besuchs im Australian War Memorial an der «Last Post»-Zeremonie teilnimmt. Harry und seine Frau reisen auf eigene Faust durch Australien.

© picture alliance/dpa/AAP | Lukas Coch

Prinz Harry, Herzog von Sussex, legt einen Kranz nieder, als er anlässlich seines Besuchs im Australian War Memorial an der «Last Post»-Zeremonie teilnimmt. Harry und seine Frau reisen auf eigene Faust durch Australien.

Von Katrin Jokic

Prinz Harry hat bei einem Auftritt in Australien eindringlich über den Tod seiner Mutter Prinzessin Diana gesprochen – und dabei auch seine frühere Ablehnung gegenüber seiner Rolle im Königshaus erklärt.

Der Herzog von Sussex trat am dritten Tag seiner Reise mit Meghan Markle beim sogenannten InterEdge Summit in Melbourne auf. In einer anschließenden Gesprächsrunde schilderte er, wie sehr ihn der Verlust seiner Mutter geprägt habe.

„Nachdem meine Mutter kurz vor meinem 13. Geburtstag gestorben war, dachte ich: Ich will diesen Job nicht. Ich will diese Rolle nicht – ich mag nicht, wohin das führt“, sagte Harry. „Das hat meine Mutter getötet.“

Der Tod Dianas im Jahr 1997 habe ihn lange Zeit davon abgehalten, seine eigene Position innerhalb der Royal Family anzunehmen. „Ich habe jahrelang den Kopf in den Sand gesteckt“, so der 41-Jährige weiter.

Erst später habe sich seine Sichtweise verändert. Entscheidend sei die Frage gewesen, wie er seine Bekanntheit sinnvoll nutzen könne. „Irgendwann habe ich mich gefragt: Wenn jemand anderes in dieser Position wäre – wie würde diese Person diese Plattform nutzen, um etwas zu bewirken? Und was würde meine Mutter wollen?“, sagte Harry. Das habe seine Perspektive grundlegend verändert.

In seiner Rede sprach der Prinz auch allgemein über die Auswirkungen von Verlust und Trauer. Diese seien unabhängig von der eigenen Lebenssituation. „Trauer verschwindet nicht, nur weil man sie ignoriert“, sagte er. Besonders als Kind sei der Umgang damit schwierig gewesen – vor allem unter öffentlicher Beobachtung.

Harry schilderte zudem, dass er sich über Jahre hinweg emotional abgestumpft gefühlt habe. „Es gab viele Momente, in denen ich mich verloren, verraten oder völlig machtlos gefühlt habe“, sagte er. Der Druck – sowohl von außen als auch von innen – sei oft konstant gewesen.

Heute sehe er es als wichtig an, über solche Erfahrungen zu sprechen und Hilfe anzunehmen. Auch die Frage nach Sinn und Aufgabe spiele dabei eine zentrale Rolle: „Ohne ein Ziel kann einen das brechen.“

Begleitet wurde Harry bei dem Termin von Meghan Markle, die ebenfalls in Melbourne auftrat. Das Paar befindet sich derzeit auf einer Reise durch Australien.

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Erstellt:
16. April 2026, 12:32 Uhr

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