RB Leipzig in Hoffenheim unter Zugzwang
Die Ostdeutschen stehen bei der TSG vor einem weiteren wegweisenden Spiel Richtung Saisonziel.
Von Lena GRÜTZMACHER
Berlin - Auf dieses Titelrennen waren die Red-Bull-Bosse um Jürgen Klopp sicher keinesfalls scharf, ein paar Hoffenheim-Fans zwangen es ihnen aber auf. „Wir wollen auf den Thron zurück“, prangte auf einem Banner in ihrer Kurve. Gemeint war der zweifelhafte Titel des „meistgehassten Vereins“ Deutschlands, adressiert an RB Leipzig. Ein Thron, den die Leipziger wohl ohne Zögern räumen würden, könnten sie dafür den Champions-League-Platz der Hoffenheimer haben.
Denn das ist das erklärte Saisonziel, das zunehmend wackelt. Schon im Februar schlug Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff Alarm: „Ich spreche es heute mal aus: Ich will mit der Mannschaft in die Champions League.“ So langsam geht es in die „Crunch-Time“, das bestätigte auch Christoph Baumgartner nach der enttäuschenden 0:1-Niederlage beim VfB Stuttgart. Sollte an diesem Freitag (20.30 Uhr) gegen die TSG Hoffenheim ein ähnliches Resultat folgen, könnte die Champions League für die Mannschaft von Ole Werner in weite Ferne rücken.
Aktuell trennen RB drei Punkte von den Königsklassen-Plätzen, am Wochenende könnte der Rückstand im Worst Case auf sechs Zähler anwachsen. Natürlich werde man „alles daran setzen, drei Punkte zu holen“, sagte Baumgartner. Hoffenheim will sich aber als „Gegner präsentieren, der unangenehm ist“, so Trainer Christian Ilzer – und die Stimmung in Leipzig ist alles andere als entspannt.
Zuletzt machten Gerüchte über eine mögliche Unzufriedenheit mit Klopp, dem Head of Global Soccer bei Red Bull, die Runde. Zwar wies Mintzlaff die Berichte umgehend als „völligen Schwachsinn“ und „komplett aus der Luft gegriffen“ zurück, der Eindruck von Unruhe bleibt jedoch.
Passend dazu tauchte Mintzlaff nach dem knappen 2:1-Sieg gegen Augsburg persönlich in der Kabine auf und redete der Mannschaft ins Gewissen. Eine weitere Saison ohne die für den Club so wichtige Champions League – und die damit verbundenen Mehreinnahmen von rund 60 Millionen Euro – wäre eine große Enttäuschung.
Dass es nun ausgerechnet gegen Hoffenheim geht, das auf Leon Avdullahu wegen einer Muskelverletzung verzichten muss, verleiht der Partie zusätzliche Würze. Schon zuletzt hatte die TSG-Kurve mit Spruchbändern wie „Den Fußball zerstört nur einer, Hoffe und sonst keiner“ und dem spöttischen Verweis auf „El Plastico“, wie das Duell genannt wird, ausgeteilt. Auf dem Platz braucht Leipzig die passende Antwort.
