Palästinensisches Gebiet
Rechtsradikale israelische Fraktion beansprucht „Teiche Salomos“
Die „Teiche Salomos“ liegen in palästinensisch kontrolliertem Gebiet. Nun erheben Israels Rechtsradikale Ansprüche auf das historische Wasserreservoir.
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Die rechtsradikale israelische Regierungspartei „Religiöser Zionismus“ will die als „Teiche Salomos“ bekannten historischen Wasserreservoirs südlich von Bethlehem unter israelische Kontrolle bringen (Archivfoto).
Von red/KNA
Die rechtsradikale israelische Regierungspartei "Religiöser Zionismus" will die als "Teiche Salomos" bekannten historischen Wasserreservoirs südlich von Bethlehem unter israelische Kontrolle bringen. "Es ist unfassbar, dass ein solcher Ort in den Händen der Palästinensischen Behörde liegt – das werden wir ändern", erklärte der Finanzminister und Parteivorsitzende Bezalel Smotrich nach Mitteilung seines Sprechers am Montagabend nach einem Besuch seiner Fraktion an der archäologischen Stätte im besetzten Westjordanland. Er kündigte an, den Ort "wieder für das gesamte Volk Israel zugänglich" zu machen.
Der ebenfalls an dem Besuch teilnehmende Ratsvorsitzende der Siedlung, Efrat Dovi Shefler, bezeichnete die Wasserbecken als untrennbaren Teil der Geschichte des israelischen Siedlungsblocks Gusch Etzion, Jerusalems und des israelischen Volkes, der "wieder an seinen rechtmäßigen Platz" gebracht werden müsse.
290.000 Kubikmeter Wasser
Die Stätte liegt in den sogenannten A-Gebieten, die nach den Oslo-Abkommen vollständig unter palästinensischer Kontrolle sind. Israel verbietet seinen Bürgern den Besuch der A-Gebiete und bezeichnet sie als lebensgefährlich. Der Sonderkonvoi der Fraktionsmitglieder wurde laut Mitteilung durch das israelische Militär gesichert. Das palästinensische Religionsministerium verurteilte den Besuch laut Bericht der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa. Das Vorhaben treibe eine systematische Judaisierung des Landes weiter voran.
Die "Teiche Salomos" sind drei historische Reservoirs mit einem Gesamtfassungsvermögen von rund 290.000 Kubikmetern Wasser, die in der Antike über ein komplexes Leitungssystem die Wasserversorgung Jerusalems sowie der Festung Herodion östlich von Bethlehem sicherstellten. Vermutlich wurden sie im 2. Jahrhundert vor Christus angelegt, möglicherweise auch erst unter Herodes dem Großen.
Die fälschliche Zuschreibung als "Teiche Salomos" geht zurück auf einen Pilgerbericht aus dem 16. Jahrhundert. In der Nähe der Becken wurde im 17. Jahrhundert eine Festung zu deren Schutz errichtet, von der bis heute Reste sichtbar sind.
