Anschlag in Reutlingen
Reparatur in Rekordzeit – alle Firmen und Haushalte haben wieder Strom
Nach dem mutmaßlichen Anschlag auf ein Umspannwerk in Reutlingen sind seit Mittwochabend wieder alle Haushalte und Firmen am Netz. Die Reparatur lief in Rekordzeit.
© Jason Tschepljakow/dpa
Seit Montag wurde fieberhaft an der Wiederherstellung der Versorgung gearbeitet.
Von Eberhard Wein
Zwei Tage nach dem Brand im Umspannwerk Reutlingen-West sind alle Haushalte und Betriebe in und um Reutlingen wieder am Netz. Das gaben in der Nacht der Netzbetreiber Netze BW und der örtliche Versorger FairNetz in einer gemeinsamen Presseerklärung bekannt.
Bereits am Dienstag hätten dank provisorischer Netzstrukturen und umfangreicher Umschaltungen fast alle betroffenen Kunden wieder versorgt werden können. Am späten Mittwochabend sei es gelungen, auch die verbliebenen rund 50 Mittelspannungsanschlüsse von verschiedenen Firmen zu versorgen.
Arbeiten laufen weiter
Seit der Nacht auf Montag hatten Netze BW und FairNetz mit Hochdruck daran gearbeitet, die Stromversorgung in Reutlingen und den umliegenden Kommunen schnell zu stabilisieren. Obwohl inzwischen wieder überall Strom fließe, liefen die Arbeiten im Umspannwerk weiter, gaben die beiden Betreiber bekannt. In den kommenden Tagen und Wochen müssten die Teams weitere Schäden beseitigen. Die Anlage werde schrittweise zurück in den Regelbetrieb geführt.
„Unser Ziel war klar: Die Menschen und Unternehmen in der Region sollten so schnell wie möglich wieder sicher und zuverlässig mit Energie versorgt sein“, sagte Jörg Reichert, der Geschäftsführer der Netze BW. „Dass bereits nach etwas mehr als zwei Tagen alle Haushalte und Betriebe wieder am Netz sind, verdanken wir der engen Zusammenarbeit von Netze BW und FairNetz sowie dem außergewöhnlichen Einsatz unserer Teams vor Ort“, erklärte Thorsten Jansing, Geschäftsführer der Reutlinger Stadtwerke-Tochter FairNetz.
Bis zu 20.000 Anschlüsse waren tot
In der Nacht auf Montag war der Strom in weiten Teilen der Stadt und in einigen umliegenden Gemeinden ausgefallen. Grund war ein Brand im Umspannwerk im Industriegebiet West in Betzingen. Nachdem ein Transformator in Brand geraten war, fiel kurze Zeit später das gesamte Umspannwerk aus. In der Spitze waren rund 20.000 Haushalte im Netzgebiet der FairNetz ohne Strom. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an. Gegenwärtig spricht viel dafür, dass das Feuer mutwillig gelegt worden ist.
