Anleger enttäuscht
SAP-Aktie fällt um 11 % - Die Hintergründe
Die SAP-Aktie hat am Donnerstag einen Kursrückgang verzeichnet von über 10 Prozent verzeichnet. Anleger reagierten skeptisch auf die jüngsten Geschäftszahlen des Softwarekonzerns. Doch genau enttäuscht die Anleger?
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Die SAP-Aktie ist am Donnerstag um 11 Prozent gefallen. Erfahren Sie, welche Faktoren hinter dem Kursrückgang des Softwarekonzerns stehen.
Von Matthias Kemter
SAP hat am Donnerstag seine Zahlen für das vierte Quartal und das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt. Trotz eines soliden Umsatzwachstums und einer verbesserten Profitabilität enttäuschten einige Kennzahlen die Erwartungen der Anleger. Insbesondere das Cloudgeschäft, das als zentraler Wachstumstreiber gilt, konnte nicht vollständig überzeugen.
Ein enttäuschendes Cloudwachstum
Ein wesentlicher Grund für den Kursrückgang ist das schwächere Wachstum im Cloudgeschäft. Der sogenannte Current Cloud Backlog (CCB), der die vertraglich zugesicherten Einnahmen für die nächsten zwölf Monate umfasst, stieg währungsbereinigt um 25 Prozent. Dieses Ergebnis blieb jedoch hinter den eigenen Zielen von mindestens 26 Prozent zurück. Anleger hatten gehofft, dass SAP hier stärker abschneiden würde, da das Cloudgeschäft als Schlüsselbereich für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens gilt.
Zudem belasteten geopolitische Unsicherheiten das Geschäft. Kunden verlangten zunehmend nach souveränen Cloudlösungen, was die Vertragsabschlüsse und Implementierungen komplexer machte. Diese Verzögerungen führten dazu, dass einige Umsätze erst später realisiert werden können.
Währungseffekte und Marktumfeld
Ein weiterer Faktor, der die Ergebnisse beeinflusste, waren negative Währungseffekte. Der schwache Dollar reduzierte das Umsatzwachstum um etwa drei Prozentpunkte. Dies ist besonders problematisch, da die USA der wichtigste Markt für SAP sind. Darüber hinaus befindet sich die gesamte Softwarebranche in einem schwierigen Marktumfeld. Die Unsicherheiten durch geopolitische Spannungen und die zunehmende Konkurrenz durch KI-Anwendungen haben viele Investoren vorsichtig gemacht. Diese Faktoren führten dazu, dass die SAP-Aktie in den letzten Monaten bereits unter Druck stand.
Aktienrückkaufprogramm überzeugt nicht
Obwohl SAP ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von zehn Milliarden Euro angekündigt hat, konnte dies die Anlegerstimmung nicht heben. Solche Programme sind zwar oft beliebt, da sie den Gewinn pro Aktie erhöhen, doch in diesem Fall reichten sie nicht aus, um die Enttäuschung über die Geschäftszahlen auszugleichen.
Langfristige Perspektiven
Trotz der aktuellen Herausforderungen bleibt SAP optimistisch. Der Konzern plant, das Wachstum in den kommenden Jahren zu beschleunigen und die Profitabilität weiter zu steigern. Das Cloudgeschäft soll 2026 währungsbereinigt um 23 bis 25 Prozent wachsen, während das operative Ergebnis um 14 bis 18 Prozent zulegen soll. Diese Ziele liegen im Rahmen der Markterwartungen, doch die Anleger scheinen zunächst abwarten zu wollen, ob SAP diese Pläne umsetzen kann.
