Neurologische Erkrankung

„Schmerzlevel zehn“: Tom Kaulitz berichtet von Rückfall

Nach über einem Jahr Pause sind die Schmerzen zurück: Tom Kaulitz berichtet offen über seine Clusterkopfschmerzen. Seine Schilderungen zeigen, wie extrem die Attacken sein können – und was hinter der Erkrankung steckt.

Tom Kaulitz leidet an Clusterkopfschmerz.

© picture alliance/dpa | Peter Kneffel

Tom Kaulitz leidet an Clusterkopfschmerz.

Von Katrin Jokic

Tom Kaulitz hatte lange Ruhe. Mehr als ein Jahr lang blieb er von den Attacken verschont – doch nun ist die Krankheit zurück. In seinem Podcast „Kaulitz Hills – Senf aus Hollywood“ schildert der Tokio-Hotel-Gitarrist, wie ihn die Clusterkopfschmerzen wieder eingeholt haben.

Seit rund einer Woche kämpft er nach eigenen Angaben erneut mit den Beschwerden. Eine Attacke beschreibt er als kaum auszuhalten: Über eineinhalb Stunden habe er gedacht, er halte den Schmerz nicht mehr aus. Auf einer Skala bewertet er die Intensität mit „zehn von zehn“. Selbst Medikamente wie Nasensprays, Infusionen oder Spritzen würden dann nicht immer helfen.

Die Aussagen geben einen Einblick in eine Erkrankung, die vielen Menschen wenig bekannt ist, für Betroffene aber extrem belastend sein kann. Clusterkopfschmerzen gelten als eine der schmerzhaftesten Kopfschmerzformen überhaupt.

Typisch sind plötzlich auftretende, sehr starke Schmerzen auf einer Seite des Kopfes, meist im Bereich von Auge und Schläfe. Die Attacken kommen oft mehrmals täglich und können zwischen 15 Minuten und mehreren Stunden anhalten. Anders als bei Migräne sind Betroffene währenddessen häufig unruhig, laufen umher oder suchen verzweifelt nach Ablenkung – so wie es auch Kaulitz beschreibt.

Begleitet werden die Schmerzen häufig von weiteren Symptomen: Das Auge auf der betroffenen Seite kann tränen oder sich röten, die Nase ist oft verstopft oder läuft, das Augenlid kann anschwellen. Diese Kombination ist typisch für Clusterkopfschmerzen und hilft bei der Diagnose.

Charakteristisch ist auch der Verlauf in Phasen. Wochen oder Monate lang treten die Attacken gehäuft auf, danach können längere beschwerdefreie Zeiten folgen. Genau das erlebte auch Kaulitz: Über ein Jahr lang hatte er keine Beschwerden, bevor die Krankheit nun zurückkehrte.

Die genaue Ursache ist bis heute nicht vollständig geklärt. Fachleute vermuten eine Störung im Hypothalamus – einem Bereich im Gehirn, der unter anderem den Schlafrhythmus steuert. Das könnte erklären, warum die Attacken oft zu ähnlichen Tageszeiten auftreten.

Heilbar ist die Erkrankung bislang nicht. Dennoch gibt es Behandlungsmöglichkeiten, die die Schmerzen lindern oder die Häufigkeit der Attacken verringern können. Dazu gehören spezielle Medikamente, Sauerstofftherapie oder vorbeugende Therapien. Wichtig ist eine Behandlung durch spezialisierte Ärzte.

Für Betroffene bleibt die Erkrankung oft eine langfristige Belastung. Die Schilderungen von Tom Kaulitz zeigen, wie stark die Schmerzen den Alltag beeinflussen können – selbst dann, wenn es zwischen den Phasen immer wieder längere Pausen gibt.

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Erstellt:
2. April 2026, 13:38 Uhr

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