Eis und Kälte?
Schnee in den Bergen, Frost im Fachland: So wird das Wetter am Feiertag
Es fühlte sich schon nach Sommer an, jetzt kommt der Winter noch einmal zurück in Teilen Deutschlands – und das Mitte Mai. Meteorologen rechnen sogar mit Schnee in höheren Lagen.
© Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Und das im Wonnemonat Mai: Schneetreiben auf dem Riedbergpass beim bayerischen Obermaiselstein in rund 1200 Meter Höhe.
Von Markus Brauer/dpa
Für viele Gärtner sind die Eisheiligen, die vom 11. bis 15. Mai dauern, ein wichtiger Termin im Jahr: Erst nach den letzten Frostnächten des Frühjahrs können sie frostempfindliche Kübelpflanzen wie Oleander, Kamelie oder Lorbeer, die in Innenräumen überwintert haben, ohne größere Bedenken ins Freie setzen. Denn bereits Nachttemperaturen unter zwölf Grad können bei vielen Arten zu Wachstumsstörungen führen.
So lautet seit jeher die eherne gärtnerische Regel. Erst nach den kalten Nächten kann man kälteempfindliche Pflanzen aussäen, aussetzen oder aus dem warmen Winterlager holen. Aber was heißt schon Wetterregel in Zeiten des Klimawandels? Doch in diesem Frühjahr ist es plötzlich wieder „eisheilig“ kalt – gegen den Trend, dass sich die Erde immer weiter erwärmt. Meteorologen sehen darin keinen Widerspruch. Wie also wird das Wetter in den kommenden Tagen? Der Überblick:
Deutschlandwetter: Dienstag (12. Mai)
Am heutigen Dienstag es dem Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach zufolge wechselnd bewölkt mit gebietsweise Schauern und vereinzelten Graupelgewittern. Oberhalb von 700 bis 900 Meter Schnee. Von Westen und Südwesten allmählich nachlassende Schauer und Aufheiterungen. Sehr kühl bei Höchsttemperaturen von 8 bis 15 Grad.
Deutschlandwetter: Mittwoch (13. Mai)
In der Nacht zum Mittwoch ziehen die Schauer ostwärts ab. Danach ist es in der Südhälfte gering bewölkt und trocken, sonst verdichten sich von Nordwesten im Nachtverlauf wieder die Wolken und es regnet gebietsweise. Tiefstwerte von Nordwest nach Südost zwischen 9 und 0 Grad, im Süden in etwas höheren Lagen sowie am Alpenrand zwischen 0 und minus 3 Grad.
Am Mittwoch ist es im Südosten teils heiter, sonst meist wolkig bis stark bewölkt. Im Süden und Südosten weitgehend trocken, sonst von Nordwesten ausbreitender schauerartiger Regen, im Nordwesten vereinzelt kurze Gewitter. Höchstwerte 11 bis 17 Grad.
Deutschlandwetter: Donnerstag (14. Mai)
In der Nacht zum Donnerstag ziehen viele Wolken auf mit gebietsweise schauerartigem Regen, Tiefstwerte 9 bis 3 Grad.
Am Donnerstag ist es wechselnd bewölkt mit wiederholt auftretenden Schauern und Gewittern. In den Alpen oberhalb etwa 1500 Meter Schnee, Höchsttemperaturen zwischen 10 und 17 Grad.
Deutschlandwetter: Freitag (15. Mai)
In der Nacht zum Freitag lassen die Schauer im Norden und der Mitte nach. Dicht bewölkt ist es laut DWD dagegen im Süden mit zeitweisem Regen, in den Hochlagen der Alpen Schnee. Die Temperaturen gehen auf 7 bis 2 Grad zurück.
Am Freitag ist es wechselhaft, im Nordosten mit sonnigen Abschnitten, sonst meist stark bewölkt. Gebietsweise verstärkt sich der Regen zu Schauern. Höchstwerte zwischen 11 Grad in Alpennähe und bis 17 Grad im Osten.
Deutschlandwetter: Samstag (16. Mai)
In der Nacht zum Samstag lassen die Schauer langsam nach. An den Alpen regnet es weiterhin, in höheren Lagen fällt Schnee. Tiefstwerte zwischen 5 und 2 Grad, an der See um 8 Grad.
Wetter in Norddeutschland
Die nächsten Tage werden im Norden ungemütlich und nass:
- Am Dienstag (12. Mai) wird es wechselhaft, vereinzelt kann es regnen und bleibt bewölkt, in anderen Regionen lockert es auf. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) in Offenbach steigen die Höchsttemperaturen auf 10 bis 14 Grad.
- Der Mittwoch (13. Mai) zeigt sich weiterhin ungemütlich mit Regen und Gewittern. Die Maximaltemperaturen liegen zwischen 11 und 15 Grad.
- In der Nacht zu Donnerstag (14. Mai), Christi Himmelfahrt, bleibt es bewölkt und regnerisch mit einzelnen Gewittern. Die Tiefstwerte liegen zwischen 7 und 5 Grad. Auch am Feiertag zeigt sich das Wetter nicht von seiner besten Seite. Es werden weiterhin Niederschläge und Gewitter erwartet. Abends lässt der Regen in Hamburg und Schleswig-Holstein nach. Die Maximalwerte liegen zwischen 11 und 15 Grad.
Wetter in Bayern
Die Schneefallgrenze sinkt den Alpen laut Deutschem Wetterdienst auf 1000 Meter. In höheren Lagen sind den Angaben zufolge fünf bis zehn, in Staulagen in den Allgäuer Alpen sogar um 20 Zentimeter Neuschnee möglich. Auch in den Mittelgebirgen könnten „einige Schneeflocken“ fallen. Oberhalb von 800 Metern sei im Bergland zudem Vorsicht auf den Straßen geboten, denn es könnte den DWD-Angaben zufolge Glätte durch Schneematsch geben.
Nach einer ungewöhnlich kalten und teils (boden-)frostigen Nacht werden für diesen Dienstag in Bayern nur noch einzelne Regenschauer oder kurze Gewitter erwartet. Die Höchstwerte bewegen sich der Vorhersage zufolge zwischen 7 und 12 Grad. Erst gegen Abend soll es etwas auflockern.
Noch kälter wird es nach Angaben eines DWD-Sprechers in der Nacht auf Mittwoch mit verbreitetem Bodenfrost in Süddeutschland. Ein solcher Kälteeinbruch sei vor allem nach der Wärme des Wochenendes überraschend, aber für Mai nicht völlig außergewöhnlich, erklärt der Wetterforscher. Es sei „typisch, dass es auch im Mai immer mal diesen Kaltfluss-Einfluss gibt“. Polarluft komme von der Nordsee ins Land. „Das passt ja auch zu den Eisheiligen dieses Jahr.“
Wetter in Baden-Württemberg
- Die Eisheiligen haben auch Baden-Württemberg fest im Griff. So fest, dass am Dienstag im Hochschwarzwald wenige Zentimeter Neuschnee gefallen sind. Das Wetter im Land soll nach Angaben des DWD am Dienstag etwas freundlicher werden als in den vergangenen Tagen. Neben Wolken kommt immer wieder die Sonne durch, im Südwesten sind auch längere helle Abschnitte möglich.Vereinzelt ziehen weiterhin Schauer durch, im Bergland teils weiterhin mit Schnee. Im Osten kann es am Nachmittag auch kurze Gewitter geben. Die Temperaturen bleiben gedämpft und erreichen 7 Grad auf der Alb sowie 12 bis 15 Grad am Rhein und Neckar.
- In der Nacht zum Mittwoch wird es vielerorts wieder kalt genug für Bodenfrost – ganz typisch für die Eisheiligen Mitte Mai, die vor allem Landwirte im Blick haben. Der Mittwoch dürfte nach Einschätzung des DWD der trockenste Tag der Woche werden. Zwar ziehen dichtere Wolkenfelder durch, doch zwischendurch zeigt sich häufig die Sonne. Erst am Nachmittag sind im Norden und Westen einzelne Schauer möglich. Die Temperaturen legen leicht zu und erreichen bis zu 17 Grad in der Kurpfalz.
- Schon in der Nacht zum Donnerstag setzt jedoch wieder kräftiger Regen ein, örtlich auch mit kurzen Gewittern. Donnerstag und Freitag bleiben dann meist stark bewölkt, regnerisch und eher kühl.
Eisheilige sind in diesem Jahr echt eisig
Die Eisheiligen sind die Tage vom 11. bis zum 15. Mai. Dabei handelt es sich um eine Bauernregel beziehungsweise einen Volksglauben ohne wissenschaftliche Grundlage. Sie beschreiben ein Wetterphänomen, bei dem nach einer warmen Phase häufig noch einmal kühle Luftmassen und Nachtfrost auftreten können. Benannt sind die Eisheiligen nach fünf katholischen Heiligen. Vor allem bei Gärtnern gilt die Faustregel, frostempfindliche Pflanzen erst nach dem 15. Mai, der sogenannten kalten Sophie nach draußen zu pflanzen.
