Stundenlang gesperrt
Schon wieder Spezi-Unfall auf der Autobahn
Gleich zwei Zwischenfälle mit Limonaden-Ladungen sorgten in letzter Zeit für stundenlange Sperrungen auf der Autobahn. Diesmal ging es nicht so glimpflich aus.
© THW Leonberg
Spezi-Einsatz auf der A8 bei Leonberg (Archiv).
Von mic/red
Autofahrer mussten in den vergangenen Wochen gleich zweimal erleben, wie süße Erfrischungsgetränke für erhebliche Verkehrsbehinderungen sorgten. Am 11. Juni waren es Limonaden- und Spezi-Flaschen der Marke Paulaner auf der A7 bei Seesen. Bereits am 28. April hatte sich kistenweise Spezi auf der A8 bei Stuttgart verteilt.
Lesen Sie auch:Lkw verliert Spezi auf der A8 (von Marius Venturini)
Der jüngere und schwerere der beiden Vorfälle ereignete sich am Donnerstag, 11. Juni, auf der A7 zwischen Echte und Seesen in Niedersachsen. Gegen 10 Uhr stießen dort gleich drei Sattelzüge an einem Stauende zusammen. Einer der Laster hatte Getränkekisten mit Limonade geladen, die sich nach dem Aufprall auf der Fahrbahn verteilten. Ein weiterer Lkw transportierte Autos.
Schwerer Limo-Unfall auf der A7 mit einem Verletzten
Ein Fahrer wurde leicht verletzt und musste behandelt werden. Zusätzlich liefen große Mengen Diesel aus, was die Aufräumarbeiten erheblich erschwerte. Polizei, Rettungskräfte und Feuerwehr rückten mit einem Großaufgebot an, sogar ein Rettungshubschrauber war im Einsatz. Die A7 blieb in Richtung Hannover mehrere Stunden zwischen den Anschlussstellen Echte im Landkreis Nordheim und Seesen im Landkreis Goslar vollständig gesperrt. Erst am späten Donnerstagabend konnte zumindest ein Fahrstreifen wieder freigegeben werden.
Spezi-Drama auf der A8 wurde zum Internet-Hit
Bereits anderthalb Monate zuvor, am 28. April, hatte sich ein ähnlicher, aber glimpflicher verlaufender Vorfall auf der A8 kurz vor der Anschlussstelle Stuttgart-Möhringen ereignet. Ein Sattelzug verlor dort knapp zehn von insgesamt 30 Limo-Paletten, nachdem er an einer Baustelle an einem Verkehrssicherungs-Anhänger hängengeblieben war und sich dabei die Plane aufgerissen hatte. Kistenweise verteilte sich Spezi über den Asphalt - Scherben inklusive.
Das auch im Engelbergtunnel immer wieder erprobte Technische Hilfswerk aus Leonberg rückte mit 14 Helfern sowie drei weiteren aus Neuhausen an. Mit fünf Fahrzeugen und einem Radlader sortierten sie stundenlang noch volle, unbeschädigte Flaschen und packten sie in Kästen. Auch intaktes Leergut fand seinen Platz, bevor drei THW-Laster alles zur betroffenen Spedition nach Kornwestheim transportierten.
Vom Spezi-Unfall zum Social-Media-Ereignis
Was als normaler Hilfseinsatz begann, entwickelte sich jedoch zu einem viralen Internet-Phänomen. Der Original-Spezi-Hersteller aus Gersthofen bei Augsburg wurde von Instagram-Nutzern auf die Bilder des THW aufmerksam gemacht und reagierte prompt. „Wir mussten erst mal verdauen, was letzten Freitag passiert ist“, schrieb das Unternehmen auf seinem Instagram-Kanal und bat um die Erlaubnis, die THW-Fotos zu verwenden.
Die Leonberger Helfer stimmten der Verwendung ihrer Aufnahmen zu, woraufhin diese auf der Spezi-Plattform tausendfach geklickt und geliked wurden. Mit augenzwinkernden Kommentaren wie „Das THW Leonberg hat richtig was auf dem Kasten – danke für eure Unterstützung“ oder „Tempolimit erreicht“ unterhielt der Hersteller seine Follower. Die Community reagierte entsprechend: „Mein Herz blutet“ und „Dat jute Spezi“ kommentierten Nutzer, während andere scherzten: „Zum Glück kein Bier.“
Nicht immer ein Grund zum Lachen
THW-Ortsbeauftragter Daniel Lok aus Leonberg zeigte sich im April überrascht von der Resonanz: „Spezi hat uns auf Instagram angeschrieben. Sie haben gefragt, ob sie unsere Fotos verwenden können. Das war kein Problem.“ Was als lokaler Verkehrsunfall begann, wurde so zum Social-Media-Ereignis.
Weniger amüsant natürlich nun die Situation auf der A7: Die dortige Feuerwehr konnte auf Anfrage spontan kein Foto zur Verfügung stellen; die Social-Media-Beauftragte war nicht erreichbar. im Netz machen aber Video-Aufnahmen die Runde – unter anderem vom NDR, der als vertrauenswürdig gilt.
