Landgericht Mannheim
Schüsse auf Kioskbesitzer als Auftragstat? Prozessauftakt
Die Polizei hielt sich nach den Schüssen auf einen Kioskbetreiber in Mannheim im Oktober zu den Hintergründen bedeckt. Nun beginnt das Verfahren gegen einen 27-Jährigen.
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Das Opfer wurde damals lebensgefährlich verletzt und musste notoperiert werden.
Von red/dpa/lsw
Nach den Schüssen auf einen Kioskbetreiber in Mannheim beginnt das Verfahren gegen einen 27-Jährigen am Mittwoch (9.00 Uhr) vor dem Landgericht Mannheim. Er soll laut Anklage im Auftrag von unbekannten Personen im Oktober 2025 versucht haben, den damals 39-Jährigen zu töten. Das Opfer wurde lebensgefährlich verletzt und musste notoperiert werden. Die Anklage lautet unter anderem auf versuchten Mord.
Der Mann soll laut Gericht am Abend des 4. Oktober den an diesem Tag erst neu eröffneten Kiosk betreten und dann „vollkommen überraschend“ auf den Betreiber geschossen haben. Dieser sei im Brustbereich getroffen worden und zusammengesackt. Der Angeklagte habe angenommen, seine Tat vollendet zu haben und sei geflüchtet.
Urteil für Mitte Mai erwartet
Erst mehr als eine Woche nach der Tat war der damals 26-Jährige festgenommen worden. Er sitzt laut Staatsanwaltschaft in Untersuchungshaft. Die Ermittlungsbehörden hatten sich in der Vergangenheit weder zu einer möglichen Beziehung zwischen Täter und Opfer geäußert, noch zum Motiv für die Tat und den Hintergründen.
Dem 27-Jährigen droht im Falle einer Verurteilung wegen versuchten Mordes grundsätzlich eine lebenslange Freiheitsstrafe, wie eine Gerichtssprecherin sagte. Der versuchte Mord könne allerdings milder bestraft werden als die vollendete Tat – der Strafrahmen liege dabei zwischen 3 und 15 Jahren.
Für das Verfahren sind noch acht weitere Verhandlungstage terminiert. Ein Urteil könnte Mitte Mai verkündet werden.
