Zwei Arbeiter erleiden starken Stromschlag
Auf der Backnanger Bahnbrückenbaustelle kommt einer der Schwerlastkräne zu nah an die Starkstromleitung. Ein Strombogen springt über und verletzt zwei Arbeiter, die in der Nähe stehen. Die Schwerverletzten werden mit zwei Rettungshubschraubern in Krankenhäuser geflogen.
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Die beiden Rettungshubschrauber landen auf der Freifläche vor dem neuen Viadukt und nehmen die Verletzten auf. Foto: Alexander Becher
Backnang. Auf der B-14-Baustelle im Bereich Backnang-Mitte hat sich am heutigen Mittwoch gegen 12.30 Uhr ein Arbeitsunfall ereignet, bei dem zwei Arbeiter schwere Verletzungen erlitten haben. Zu dem Unfall auf dem derzeit gesperrten Streckenabschnitt der B14 ist es nach dem derzeitigen Kenntnisstand gekommen, als einer der beiden Schwerlastkräne zu nahe an die benachbarte Hochspannungsleitung heranreichte und es zu einem sogenannten Strombogen kam. Der Strom sprang dabei auf den Kran über und verletzte die beiden Arbeiter, die sich auf der Straße in der Nähe des Krans befanden.
Die Kräne sind derzeit für den Einhub der neuen Bahnbrücke im Einsatz. Der Kran, der auf der B14 platziert ist, war laut Polizeiangaben eben dabei, Betonteile zu verladen, als es zu dem Vorfall kam. Die beiden verletzten Arbeiter wurden vor Ort versorgt und mit zwei Rettungshubschraubern in umliegende Kliniken geflogen. Das Polizeirevier Backnang hat die Ermittlungen aufgenommen.
Mast der Hochspannungsleitung vor zwei Jahren extra versetzt und erhöht
Der Unfall ist geradezu tragisch, weil das Regierungspräsidium Stuttgart im Vorfeld genau ein solches Szenario befürchtet hatte. Deshalb hatte die Behörde vor zwei Jahren jenen Strommast, der jenseits der Bahnbrücken in Richtung Germannsweiler steht, aus Sicherheitsgründen versetzen lassen. Unter der Überschrift „Neuer Mast sorgt an Backnanger Baustelle für mehr Sicherheit“ berichtete diese Zeitung damals: „Der fast doppelt so hohe Mast steht jetzt weiter entfernt vom künftigen Baufeld der Bahnbrücken und lässt dann den Baumaschinen zusätzlich Luft nach oben.“ Bei der Stromtrasse handelt es sich um die 110-Kilovolt-Hochspannungsfreileitung der Strecke Pleidelsheim/Maubach. Der neue Mast ist 57 Meter hoch. Das Regierungspräsidium hatte für dieses Projekt zu Steigerung der Sicherheit 1,2 Millionen Euro investiert.
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Der Strom ist von der Hochspannungsleitung auf den Kran übergesprungen.
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Und nun ist genau dieses eingetreten, was die Verantwortlichen mit der geschilderten Mastverschiebung und -erhöhung verhindern wollten. B-14-Projektleiter Sabawun Khostwal steht sichtlich unter dem Eindruck des Geschehenen und bittet um Verständnis, dass er keine Auskunft geben kann, wie es mit den Arbeiten an den Bahnbrücken beziehungsweise mit der Sperrung der B14 weitergehen wird. Mehrere Stunden lang rührte sich nach dem Unfall nichts auf der Baustelle. Dann, am späteren Nachmittag, wurde mit dem Kran, der nicht betroffen war, am Brückenaufbau weitergearbeitet. Der Unglückskran hingegen verharrte unverändert in der Stellung, in der sich der Unfall ereignet hatte.
Backnangs Oberbürgermeister Maximilian Friedrich erklärte am Nachmittag: „Der schwere Arbeitsunfall an den Bahnbrücken heute Mittag macht mich tief betroffen. In diesem Moment sind meine Gedanken und die der gesamten Stadtverwaltung bei den beiden schwer verletzten Arbeitern und ihren Familien. Wir wünschen den Verletzten eine baldige und bestmögliche Genesung. Mein ausdrücklicher Dank gilt den Rettungskräften, der Feuerwehr und der Polizei für ihren schnellen und professionellen Einsatz vor Ort.“ Friedrich verwies darauf, dass die Sicherheit bei Arbeiten auf Baustellen höchste Priorität habe. In einer Presseerklärung teilte er mit: „Die Stadt Backnang wird die Polizei und die zuständigen Behörden bei der Aufklärung der Unfallursache vollumfänglich unterstützen. Zum jetzigen Zeitpunkt stehen die medizinische Versorgung und das Wohlergehen der Verletzten im Vordergrund.“
