SG Sonnenhof Großaspach: Souveräner Start-Ziel-Sieg beim Kellerkind

Die Oberliga-Fußballer aus dem Fautenhau verteidigen die Tabellenführung mit einem 2:0 beim SSV Reutlingen. Dabei spielt Innenverteidiger Arbnor Nuraj gegen seinen Ex-Verein bereits nach 180 Sekunden den Dosenöffner. Christian Mistl legt dann direkt nach der Halbzeit das zweite Tor nach.

Kapitän Volkan Celiktas und Spitzenreiter SG Sonnenhof ließen sich von Außenseiter Reutlingen nicht stoppen. Foto: Eibner/Sebastian Baur

© Eibner-Pressefoto/Tobias Baur

Kapitän Volkan Celiktas und Spitzenreiter SG Sonnenhof ließen sich von Außenseiter Reutlingen nicht stoppen. Foto: Eibner/Sebastian Baur

Von Uwe Flegel

„Wenn es vielleicht was zu kritisieren gibt, dann ist es der Fakt, dass wir die Konter oft nicht sauber zu Ende gespielt haben.“ Wenn ein Trainer nach einem Spiel solche Worte benutzt, dann heißt das, dass er mit dem Auftritt seiner Mannschaft und dem Ergebnis einverstanden ist. So wie Pascal Reinhardt nach dem 2:0 der SG Sonnenhof beim abstiegsbedrohten Ex-Zweitligisten vom Fuße der Achalm. Einzig die Torausbeute des Spitzenreiters aus dem Fautenhau passte nicht ganz zum Geschehen im traditionsreichen Stadion an der Kreuzeiche. Doch im Titelkampf ist das zweitrangig, da zählen erst einmal die Punkte.

Die frühe Führung spielt Großaspach in die Karten

Davon gab es für Aspach in Reutlingen alle drei. Dafür hatten die Gäste die Weichen früh gestellt. Die Hausherren hatten die SG-Hälfte noch nicht einmal richtig betreten, da hieß es bereits 1:0. Lukas Stoppel hatte einen Freistoß von der rechten Seite nach innen gebracht, wo der Ex-Reutlinger Arbnor Nuraj – wie übrigens auch noch weitere vier Aspacher – völlig frei stand. Mit dem Oberschenkel lenkte der Innenverteidiger den Ball ins lange Eck. „Das hat uns selbstverständlich in die Karten gespielt“, war Reinhardt über den Blitzstart erfreut. Sein Gegenüber Philipp Reitter dagegen ärgerte sich über eine Standardsituation, „die wir überhaupt nicht verteidigen“.

Die abstiegsbedrohten Hausherren setzen offensiv nur wenige Akzente

Das frühe Führungstor half Großaspach anschließend vor allem auch, seinen Plan leichter umzusetzen. „Wir haben heute nicht unseren Powerfußball gespielt“, erzählte Großaspachs Coach und erklärte: „Wir wollten Reutlingen den Ball lassen.“ Sinn des Ganzen war, dass der Gegner dadurch nicht ins sogenannte Umschaltspiel kommt und die SG im zehnten Pflichtspiel binnen 40 Tagen etwas Kraft sparen kann. Reinhardts Marschroute klappte. Auch weil die Hausherren mit dem Ballbesitz überraschend wenig anzufangen wussten. Ein Querpass durch den Fünfmeterraum von Tobias Dierberger in der neunten Minute sowie ein Konterversuch desselben Spielers, den Großaspachs Abwehr nach 22 Minuten erst im letzten Moment stoppen konnte, waren die einzigen guten Ansätze des gastgebenden Sport- und Schwimmvereins.

Gegen Ende der ersten Halbzeit lässt die SG noch drei Chancen liegen

Auf der anderen Seite hatte Großaspach mit seinem kontrollierten Spielaufbau gegen eine vielbeinige Abwehr zwar ab und zu gute Ansätze, die ganz großen Chancen gab es aber erst wieder gegen Ende der ersten Halbzeit. Da aber gleich drei Stück. Zweimal scheiterte Mert Tasdelen mit Schüssen aus 17 Metern am gut reagierenden Schlussmann Enrico Piu (38. und 40.), dann kam Lukas Stoppel einen halben Schritt zu spät, um den Querpass von Tasdelen aus sieben Metern über die Linie zu drücken (44.).

Den da noch versäumten zweiten Treffer steuerte der Tabellenführer nach der Pause dann rasch bei. Wie schon zu Spielbeginn wurden die Gastgeber kalt erwischt. Zwar köpfte der frei stehende Volkan Celiktas nach einer Ecke von Lukas Stoppel in der 49. Minute aus sechs Metern noch drüber. 60 Sekunden später hieß es aber trotzdem 2:0 für Großaspach. Dominik Salz hatte mit der Hacke aufgelegt und Christian Mistl den Ball aus 18 Metern ins Netz gejagt.

SG-Torwart Maximilian Reule ist nur einmal gefordert

Reutlingens Antwort fiel nicht sehr umfangreich aus. Nur in der 56. Minute musste SG-Schlussmann Maximilian Reule an seinem eher ruhigen Arbeitstag richtig ran –und war zur Stelle. Er holte Dierbergers Flachschuss aus zwölf Metern aus dem Eck. Damit hatte er sein schon 16. Zu-Null-Spiel in dieser Saison bereits sicher gestellt. Denn mehr kam nicht von den gegen den Abstieg kämpfenden Hausherren. Dafür war die SG auf der anderen Seite mehrfach auf einem guten Weg, die Führung weiter auszubauen. Am dichtesten dran war Lukas Stoppel. Nach einem Konter über Salz und Tasdelen war das SSV-Gehäuse ziemlich frei. Der 18-Jährige traf aus zehn Metern aber nur den nach seiner Rettungsaktion zuvor noch auf der Torlinie liegenden Ole Deininger.

Bereits am Sonntag steht die schwere Aufgabe beim FC Nöttingen an

Für Großaspach war es nur eine verpasste Gelegenheit. Für Trainer Reinhardt waren diese und andere Szenen die Chance, trotz des souveränen Auftritts wenigstens ein bisschen was zum kritteln zu finden. Das wohl auch, weil der 31-Jährige die Konzentration hoch halten will. Schließlich wartet am Sonntag ab 15 Uhr mit dem Tabellenfünften FC Nöttingen eine deutlich schwierigere Auswärtsaufgabe als der Vergleich in Reutlingen auf ihn und sein Team.

SSV Reutlingen Piu - Jäger, Ilic, Staiger - Deininger, Zenner, Krajnovic (82. Meixner), Gorgoglione (71. Trianni), Plattenhardt - Dierberger (80. Inan), Kuengienda (69. Vladan Djermanovic).

SG Sonnenhof Großaspach Reule - Rahn, Frölich, Nuraj, Mohr - Celiktas (82. Wöhrle) - Nyamsi (82. Landwehr), Stoppel (69. Kleinschrodt), Mistl, Tasdelen (72. Tasdelen) - Salz (87. Dautaj).

Tore 0:1 (3.) Nuraj, 0:2 (50.) Mistl. - Schiedsrichter Mattern (Mannheim). - Zuschauer 923.

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Erstellt:
9. Mai 2024, 15:20 Uhr

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