Olympische Winterspiele
Ski-Star Vonn stürzt schwer – trotz Kreuzbandriss gestartet
Bei der Olympia-Abfahrt in Cortina dreht sich fast alles um Lindsey Vonn - alle blicken auf die Amerikanerin. Die 41-Jährige kommt dann aber schlimm zu Fall.
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Ski-Star Vonn wurde mit einem Hubschrauber abtransportiert.
Von red/dpa
Heftiger Unfall statt Medaillen-Krönung: Ski-Superstar Lindsey Vonn ist bei der Abfahrt der Olympischen Winterspiele schwer gestürzt. Die 41 Jahre alte Amerikanerin kam schon im Anfangsteil der Strecke zu Fall, überschlug sich und blieb liegen. Bei der TV-Übertragung war zu hören, wie Vonn vor Schmerzen schrie. Helfer und Sanitäter eilten zu ihr und bereiteten einen Abtransport der Sportlerin vor. Ein Helikopter holte sie per Seilwinde ab.
Vonn war im zweiten Winter nach ihrem Comeback die beste Abfahrerin der Saison, hatte sich aber just vor den Spielen in Mailand und Cortina nach eigenen Angaben einen Kreuzbandriss zugezogen. Sie wagte dennoch einen Start.
Fataler Fehler bei einem Sprung
Dann aber hakte sie bei einem Sprung mit dem Arm an einem Tor ein und verlor in der Luft die Kontrolle. Sie schlug heftig auf der Piste auf, ihre Knie schienen sich dabei zu verdrehen. Vonn fuhr mit einer Teilprothese im rechten Knie, das linke Knie - jenes mit dem Kreuzbandriss - wurde von einer Schiene gestützt.
Nach dem Sturz hielten im Ziel in der Cortina d’Ampezzo die Zuschauerinnen und Zuschauer den Atem an. Unter ihnen waren auch Vonns Vater und ihre Schwester. Auch Rap-Star Snoop Dogg war in die Dolomiten gekommen.
Neureuther: „Übers Limit“
„Sie hat das Risiko oben definitiv schon genommen. Das war die Angst, die ich hatte, dass sie für dieses eine Rennen so versucht, übers Limit drüber zu gehen“, sagte Ex-Profi Felix Neureuther in der ARD. „Wenn du so schwer verletzt warst und auch ohne Kreuzband fährst, musst du auch mental über dich hinauswachsen, dass du eine Chance hast.“
Eine Diagnose nach ihrem Sturz gab es zunächst nicht. Das Rennen war für längere Zeit unterbrochen. „Ich habe gleich weggeschaut“, sagte Emma Aicher. Die beste deutsche Rennfahrerin lag zu dem Zeitpunkt auf dem zweiten Platz und hatte damit beste Chancen auf eine Medaille. Aicher fehlten nach einer wilden Fahrt nur 0,04 Sekunden auf die Führenden Breezy Johnson aus den USA.
