Bewegung, Ernährung, Vorsorge
So senken Sie das Risiko für einen Schlaganfall
Viele Risiken für einen Schlaganfall sind bekannt – und beeinflussbar. Mit einfachen Schritten lässt sich vorbeugen.
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Von Markus Brauer/KNA
Rund 270.000 Menschen erleiden hierzulande jedes Jahr einen Schlaganfall, viele tragen bleibende Schäden davon. Für Betroffene kommt er aus heiterem Himmel, doch ein gesunder Lebensstil kann helfen, das Risiko zu verringern. Zu folgenden Maßnahmen rät die Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe:
Bluthochdruck behandeln
Bluthochdruck kann das Risiko für einen Schlaganfall um das Fünffache erhöhen. Als normal gilt ein systolischer, also oberer Wert zwischen 120 und 129 sowie ein diastolischer, also unterer Wert von 80 bis 84. Bei den über 60-Jährigen ist mehr als die Hälfte von Bluthochdruck betroffen, meist ohne es zu merken. Medikamente und regelmäßige Selbstmessung helfen dabei, den Blutdruck in Schach zu halten.
Mehr Bewegung
Viel körperliche Aktivität und Sport halten fit, machen unter anderem die Gefäße elastisch. Besonders moderater Ausdauersport wie Fahrradfahren, Walking, Schwimmen, Joggen oder Aktivitäten im Fitnessstudio regulieren den Zuckerstoffwechsel und senken Blutdruck- und Cholesterinwerte. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt mindestens 150 Minuten ausdauerorientierte Bewegung pro Woche mit moderater Intensität.
Abnehmen
Übergewicht kann das Schlaganfallrisiko um das Zwei- bis Dreifache erhöhen. Neben dem sogenannten Body Maß-Index – ein BMI ab 25 gilt als Übergewicht - begünstigt auch viel Bauchfett einen Schlaganfall. Frauen sollten im Idealfall einen Bauchumfang von maximal 80 Zentimetern haben, Männer bis 102 Zentimeter.
Mediterrane Ernährung
Sie setzt vor allem auf pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Nüsse sowie Fisch.Cholesterinwert beachtenZu hohe Cholesterinwerte sind gefährlich. Diese Fettstoffwechselstörung wird beispielsweise verursacht durch eine zucker- und fettreiche Ernährung, Übergewicht und Bewegungsmangel. Auch einige Medikamente können dazu führen.
Abschied vom Glimmstängel
Wer raucht, hat ein etwa dreifach erhöhtes Schlaganfallrisiko, denn das im Rauch enthaltene Nikotin erhöht den Blutdruck. Wer fünf Jahre nicht mehr raucht, senkt das Risiko auf das Niveau einer nicht-rauchenden Person.
Vorhofflimmern
Diese spezielle Form der Herzrhythmusstörung äußert sich durch einen unregelmäßigen Herzschlag und erhöht das Schlaganfall-Risiko massiv. Dabei gerät der Herzschlag mit über 100 Schlägen pro Minute aus dem Takt. Folgende Symptome - einzeln oder zusammen – können darauf hindeuten: „Herzstolpern“, Atemnot und Kurzatmigkeit auch in Ruhezuständen, Brustschmerzen, Unruhegefühl und Angstzustände, Schwindel und Benommenheit, Erschöpfung und Schwitzen.
Diabetes mellitus
Zuckerkranke haben ein zwei- bis dreifach erhöhtes Schlaganfall-Risiko. Wie beim Bluthochdruck wird die Stoffwechselerkrankung oft erst spät entdeckt, weil Betroffene zunächst keine Beschwerden verspüren.
Maßvoller Alkoholkonsum
Der Zusammenhang zwischen Alkohol und dem Schlaganfall-Risiko wird noch immer unterschätzt. Studien zufolge kann ein leichter Alkoholkonsum das Risiko eines Hirninfarkts zwar etwas verringern, zugleich steigt aber die Gefahr einer Hirnblutung.
Für Frauen liegt der Grenzwert zwischen 10 bis 12 Gramm reinem Alkohol täglich, also 0,3 Litern Bier, 0,15 Litern Wein oder Sekt. Für Männer liegt der Grenzwert zwischen 20 bis 24 Gramm reinem Alkohol täglich, also 0,5 Litern Bier, 0,25 Litern Wein oder Sekt. An drei bis vier Tagen in der Woche sollte komplett auf Alkohol verzichtet werden.
