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Spielhungrige Bläser, begeistertes Publikum

Die Stadtkapelle Murrhardt zeigt sich in sehr guter Form beim Abschlusskonzert der Reihe „Musik im Park“.

Gelungener erster Auftritt mit den Musikern des Blasorchesters im Stadtgarten nach den kleineren Balkonkonzerten. Foto: E. Klaper

Gelungener erster Auftritt mit den Musikern des Blasorchesters im Stadtgarten nach den kleineren Balkonkonzerten. Foto: E. Klaper

Von Elisabeth Klaper

MURRHARDT. Petrus scheint ein Fan der Blasmusik zu sein, denn allen schaurigen Wetterprognosen zum Trotz herrscht am Sonntagvormittag traumhaft schöne sommerliche Atmosphäre am Feuersee. Meist strahlt die Sonne, und es bleibt trocken beim dritten Konzert der Reihe „Musik im Park“. Auf der grünen Wiese neben dem Julius-Söhnle-Pavillon präsentieren die drei Ensembles des Musikvereins Stadtkapelle Murrhardt in Hochform, voller Schwung und Freude am Musizieren ein breit gefächertes Programm aus bekannten und beliebten Melodien. Riesengroß ist die Zuhörerkulisse: Alle Stühle und Bänke sind besetzt, hinzu kommen etliche, die stehen, und einige machen sich’s auch auf Picknickdecken im Gras gemütlich. Die Besucher bekommen Beiträge in überzeugend hoher Qualität serviert, die vom Start weg für beste Stimmung sorgt. Die mitwirkenden vielversprechenden jungen Nachwuchskräfte der Hitkids und Jugendkapelle sowie die erfahrenen erwachsenen Akteure des Blasorchesters versetzen das Publikum in Begeisterung mit klangschönen, harmonisch, melodisch und rhythmisch vollendeten Interpretationen.

So zeigen sie, dass sie auch während der schwierigen Zeit des Lockdowns wegen der Coronapandemie zu Hause und meist allein motiviert und engagiert weitergeübt haben. Stefan Eitel, Vorsitzender des Bereichs Musik, erzählt, wie die Musiker und Lehrkräfte die Zeit ohne Präsenzunterricht von Mitte März bis zur dritten Maiwoche und ohne gemeinsame Proben bis Mitte Juni überstanden. Dank einiger kreativer Köpfe fand der Unterricht online mit Probenvideos statt, und etliche Musiker spielten zu Hause sonntagabends bei sogenannten Balkonkonzerten.

An Himmelfahrt gaben sie Ständchen an verschiedenen Orten im Städtle für Freunde und Heimbewohner. Am 21. Mai begann der Präsenzunterricht, und seit 17. Juni proben die Musiker wieder gemeinsam in der Festhalle, die die Stadtverwaltung der Stadtkapelle dafür zur Verfügung stellt. Insofern sei nun eine gewisse Normalität zurückgekehrt, und „das Blasorchester hat mit intensiven Proben fürs Herbstkonzert begonnen“.

Geplant ist laut Stefan Eitel, dass es wie gewohnt am Volkstrauertag stattfinden soll, der heuer auf den 15. November fällt, „wenn es die Situation und Verordnungen irgendwie zulassen“. Notfalls könnten die Musiker auch an zwei Terminen auftreten, um die gebotenen Abstände von zwei Metern zwischen jedem Aktiven einhalten zu können, kündigte der Vorsitzende an. Aber „es trifft uns hart, dass unsere beiden Haupteinnahmequellen Wald- und Stadtfest weggefallen sind und wir über längere Zeit keinen persönlichen Kontakt zu etwa 80 Prozent der Musiker hatten“.

Die Mitwirkenden legen sich voll ins Zeug mit klangfarbenreichem, detailgenauem Spiel, sodass man fast nichts bemerkt von den coronabedingten schwierigen Rahmenbedingungen. Mit den prächtigen royalen Klängen von Edward Elgars „Pomp and Circumstance“, Großbritanniens inoffizieller Nationalhymne, starten die Hitkids unter der Regie von Jugendleiter Kevin Perri. Und im Rhythmus des berühmten Boleros von Maurice Ravel bieten sie das Hauptthema der grandiosen Filmmusik zur „Star Wars“-Saga von John Williams dar.

Auf eine kleine Reise in die bunt schillernde Welt der Pop- und Rockmusik nimmt die Jugendkapelle das Publikum mit, der musikalische Leiter Tobias Haussig begleitet sie und fungiert auch als Moderator. Die Jugendlichen haben die erzwungene Proben- und Unterrichtspause hörbar gut gemeistert und sich bestens vorbereitet. Reizvoll melodiös und beschwingt spielen sie den Heavy-Metal-Hit „Born To Be Wild“ von Steppenwolf. Viel Vergnügen bereitet auch ein mitreißend swingendes Medley aus Rock-’n’-Roll-Oldies, bei dem die Zuhörer mitklatschen. Ein echter Ohrenschmaus mit liedhaft eingängiger Kantilene ist ein Werk für Jugendorchester, das Jan de Haan aus einem Thema von Wolfgang Amadeus Mozarts Klarinettenkonzert gestaltete.

Das Blasorchester beschert den Zuhörern eine beschwingte halbe Stunde, wobei sich Musizierfreude, Probenfleiß und souveräne Instrumentenbeherrschung zum großen Hörvergnügen verbinden. Und mit der Auswahl der Melodien haben die Akteure so gut wie jeden Geschmack getroffen. Ein Ohrenschmeichler für Freunde traditioneller Blasmusik im böhmischen Stil ist die reich mit Holzbläserfiguren ausgeschmückte Amselpolka von Jaromir Vejvoda, die Ernst Moschs Egerländer Musikanten bekannt machten.

Große Freude bereitet vor allem Besuchern der älteren Generationen das Medley „Dankeschön, Heinz Rühmann“ mit alten Schlagern aus dessen Filmen. So „Ein Freund, ein guter Freund“ von Werner Richard Heymann aus „Die Drei von der Tankstelle“ oder „Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern“ von Michael Jary aus „Paradies der Junggesellen“. Sehr launig ist zudem das vom Queen-Hit „We Will Rock You“ inspirierte Alpenvolksmusikstück „Rock mi“ von Voxxclub mit Stefan Eitel als Sänger. Mit tosendem Beifall dankt das Publikum den Mitwirkenden für das wunderbare Konzert.

Es ist der krönende Abschluss der Reihe „Musik im Park“, die ein großer Erfolg und Zuhörermagnet war. Sie fand heuer erstmals statt, veranstaltet von der Stadtverwaltung unter Federführung des Kulturamts in Kooperation mit der Musikschule Schwäbischer Wald/Limpurger Land sowie den Musikvereinen Fornsbach und Stadtkapelle Murrhardt. Die Idee dazu hatte übrigens Bürgermeister Armin Mößner nach einer gleichnamigen Veranstaltungsreihe in seinem Urlaubsort Garmisch-Partenkirchen.

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Erstellt:
28. Juli 2020, 06:00 Uhr

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