Stuttgarter Kickers gegen Kassel
Stabiler und reifer – bereit für den Heimspiel-Doppelpack
Trainer Marco Wildersinn nimmt die Euphorie nach dem Pokalsieg wahr. Jetzt wollen die Stuttgarter Kickers den Schwung in den Heimspiel-Doppelpack gegen Kassel und Alzenau mitnehmen.
© IMAGO/Hartenfelser
Ex-VfB-Profi Lukas Rupp (li.) überwindet im Hinspiel den damaligen Kickers-Keeper Bela Dumrath zum 3:0-Endstand für Kassel – am Samstag wollen es die Blauen deutlich besser machen.
Von Jürgen Frey
Die Spieler der Stuttgarter Kickers hatten viel investiert. Das umjubelte 3:1 im WFV-Pokal-Viertelfinale gegen den Regionalliga-Spitzenreiter SGV Freiberg war ein Kraftakt, der jede Menge Körner kostete. Deshalb gab es am Mittwoch einen freien Tag, am Donnerstag stand Regenerationstraining auf dem Programm – nun soll am Ende der Englischen Woche an diesem Samstag (14 Uhr/Gazi-Stadion) mit frischen Kräften gegen den KSV Hessen Kassel die Serie fortgesetzt werden. „Bis auf ein paar Wehwehchen sind alle so weit fit. Wir wollen genauso weitermachen wie zuletzt“, sagt Trainer Marco Wildersinn.
Der Chefcoach räumt ein, dass er und die Mannschaft die Euphorie rund um die Blauen durchaus wahrnehmen. Die fünf Siege aus den vergangenen sechs Pflichtspielen haben die Stimmung intern wie extern deutlich ansteigen lassen. Auffallend in diesem Kalenderjahr: Die Kickers lassen sich durch Rückschläge während der 90 Minuten nicht mehr aus der Bahn werfen. Im Heimspiel gegen den TSV Steinbach Haiger (4:1) steckte das Team den 1:1-Ausgleich weg, beim SC Freiburg II (3:1) kippte die Partie nach dem 1:2-Anschlusstreffer des Sportclubs nicht, und auch gegen den SGV Freiberg blieb der 0:1-Rückstand ohne Folgen.
Stabiler und reifer
„Die gemeinsamen Erfahrungen haben uns stabiler und reifer gemacht“, sagt Wildersinn zu dem Thema. Zu diesen Erfahrungen gehörte nicht zuletzt das erste Testspiel 2026: Gegen den Verbandsliga-Spitzenreiter Young Boys Reutlingen (4:3) waren die Blauen nach einer halben Stunde 0:3 zurückgelegen.
Jetzt also soll der Aufwärtstrend in den Heimspielen gegen Kassel und Bayern Alzenau (28. März, 14 Uhr) bestätigt werden. Wildersinn wird die Anfangsformation gegenüber dem Pokalspiel ändern, auch mit Blick auf die Belastungssteuerung. Marlon Faß wird wohl wieder für Samuel Unsöld als Mittelstürmer beginnen. „Samuel hat seine Sache gut gemacht. Er arbeitet viel, macht Bälle fest. Marlon hat einen Tick mehr Präsenz und mehr unmittelbare Torgefahr“, sagt Wildersinn. Innenverteidiger Milan Petrovic hat gute Einsatzchancen. Auch Kapitän Nico Blank, Nico Fundel, Meris Skenderovic und vor allem Mittelfeldstratege Maximilian Zaiser brennen auf ihre Einsatzchance gegen den Tabellen-Zehnten.
An das Hinspiel im Auestadion haben die Kickers keine guten Erinnerungen. Nach zwei Siegen in Steinbach (1:0) und gegen den SC Freiburg II (4:0) waren die Blauen am 20. September 2025 guten Mutes nach Nordhessen gefahren – am Ende setzte es ein 0:3.
Inzwischen hat beim KSV Hessen Ex-VfB-Bundesligaprofi Sercan Sararer (2013 bis 2015 bei den Weiß-Roten) sein Comeback gefeiert. 18 Monate nach seinem Kreuzbandriss kam der Offensivmann am vergangenen Samstag beim 2:1 gegen den TSV Schott Mainz in der 82. Minute erstmals wieder ins Spiel.
Die Leidenszeit dauerte so lange, da in einer zweiten Operation Narbengewebe entfernt werden musste. „Sercan ist ein besonderer Spieler. Er macht den Unterschied aus. Er ist die Nummer zehn und hat herausragende Fähigkeiten“, sagt sein Trainer Rene Klingbeil über den 36-Jährigen.
WFV-Pokal
Viertelfinale: Stuttgarter Kickers – SGV Freiberg 3:1, TSV Berg – TSG Backnang (31. März, 19 Uhr), FC Holzhausen – FV Ravensburg (1. April, 17 Uhr), SG Sonnenhof Großaspach – SSV Ulm 1846 (1. April, 19 Uhr).
Halbfinale (für den 29. April vorgesehen): Gewinner aus FC Holzhausen (Verbandsliga) – FV Ravensburg (Oberliga) gegen Stuttgarter Kickers und Gewinner aus TSV Berg (Verbandsliga) – TSG Backnang (Oberliga) gegen Gewinner aus SG Sonnenhof Großaspach (Regionalliga) – SSV Ulm 1846 (dritte Liga).
Finale am 23. Mai im Gazi-Stadion auf der Waldau.
Saison 2025/26
Ergebnisse 1. Göppinger SV – Stuttgarter Kickers (0:2/zweite WFV-Pokal-Runde), SG Barockstadt Fulda-Lehnerz – Kickers 0:1, Kickers – SV Sandhausen 3:2, VfR Aalen – Kickers (0:2/dritte WFV-Pokal-Runde), Kickers – Eintracht Trier 1:1, 1. FSV Mainz 05 II – Kickers 3:0, Stuttgarter Kickers – Kickers Offenbach 1:2, TSV Weilimdorf – Kickers (1:2/WFV-Pokal-Achtelfinale), TSV Steinbach Haiger – Kickers 0:1, Kickers – SC Freiburg II 4:0, KSV Hessen Kassel – Kickers 3:0, FC Bayern Alzenau – Kickers 3:0, Kickers – SGV Freiberg 1:1, FSV Frankfurt – Kickers 3:0, Kickers – Bahlinger SC 3:0, TSG Balingen – Kickers 0:2, Kickers – TSV Schott Mainz 2:1, FC 08 Homburg – Kickers 2:1, Kickers – FC-Astoria Walldorf 2:1, SG Sonnenhof Großaspach – Kickers 3:1, Kickers – SG Barockstadt Fulda-Lehnerz 0:1, SV Sandhausen – Kickers 2:1, Eintracht Trier – Kickers 2:4, Kickers – FSV Mainz 05 II 1:0, Kickers Offenbach – Stuttgarter Kickers 0:0, Kickers – TSV Steinbach Haiger 4:1, SC Freiburg II – Kickers 1:3, Kickers – SGV Freiberg (WFV-Pokal-Viertelfinale) 3:1.
Termine Kickers – KSV Hessen Kassel (21. März, 14 Uhr), Kickers – FC Bayern Alzenau (28. März, 14 Uhr), SGV Freiberg – Kickers (Ostermontag, 6. April, 14 Uhr), Kickers – FSV Frankfurt (11. April, 14 Uhr), Bahlinger SC – Kickers (18. April, 14 Uhr), Kickers – TSG Balingen (21. April, 19 Uhr), TSV Schott Mainz – Kickers (24. bis 26. April), Kickers – FC 08 Homburg (1. bis 3. Mai), FC-Astoria Walldorf – Kickers (9. Mai, 14 Uhr), Kickers – SG Sonnenhof Großaspach (16. Mai, 14 Uhr). (jüf)
