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Stadt investiert in Straßenbeleuchtung

Murrhardt hat vor einigen Jahren damit begonnen, alte Lampen durch energieeffizientere LEDs zu ersetzen. Nun hat die Verwaltung einen Plan vorgelegt, die Umrüstung systematisch und auf der gesamten Gemarkung bis 2024 umzusetzen.

In der Hörschbachstraße ist ein falscher LED-Lampentyp beschafft worden. Die Stadt muss dies beheben. Archivfoto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

In der Hörschbachstraße ist ein falscher LED-Lampentyp beschafft worden. Die Stadt muss dies beheben. Archivfoto: J. Fiedler

Von Christine Schick

MURRHARDT. In Bezug auf die Straßenbeleuchtung gibt es eine Art Arbeitsteilung: Die Süwag Energie AG ist für die elektrischen Leitungen und die Masten zuständig, die Stadt Murrhardt für die Leuchten. Das sind auf der Gemarkung, sprich in der Stadt und allen Teilorten, immerhin 2076 Lampen. In den vergangenen Jahren hat die Stadt 414 Stück auf LED umgestellt. Das heißt allerdings auch, dass es noch einiges zu tun gibt. Auf ausdrücklichen Wunsch der CDU/ FWV-Fraktion hin, sich dem Thema anzunehmen, hat die Stadt nun ein Konzept erarbeitet, wie dies ablaufen kann. Stadtbauamtsleiter Harun Icli stellte die Überlegungen in der jüngsten Gemeinderatssitzung vor. Das Team habe sich intensiv mit der Thematik befasst, um die wirtschaftlichste Lösung zu finden, gleichzeitig aber die Machbarkeit fürs Personal neben weiteren Aufgaben und in Bezug auf die Finanzierbarkeit zu gewährleisten. Grundsätzlich sei eine Energieersparnis aufgrund der Umrüstung gegeben. Der Vergleich mit dem Jahr 2014 zeige, dass sich der Verbrauch mit der bisherigen Teilumrüstung von rund 563000 auf 518000 Kilowattstunden reduziert hat. Aktuell liegen die Energiekosten für die Stadt bei insgesamt rund 117000 Euro, die Wartung beläuft sich auf etwa 17000 Euro im Jahr.

Die Konzeption der Stadt sieht einen Austausch der Lampen erst in den Teilorten, dann in Murrhardt vor, der bis Ende 2024 abgeschlossen sein soll. Bei den Stückkosten pro Leuchte geht sie von einem Durchschnittswert von 800 Euro aus. Auch wenn die energetische Sanierung der Straßenbeleuchtung mit 30 Prozent gefördert wird, muss die Stadt mit rund einer Million Euro an Gesamtinvestitionskosten rechnen. Zwar hat das Stadtbauamt auch das Modell eines Contractings (eine Firma übernimmt den gesamten Prozess) geprüft. Dies hätte aber den Nachteil, dass es teurer wird, unter anderem, weil die Fördermittel wegfallen und Planungskosten hinzukommen. Ein weiterer Nachteil: Aufgrund eines gewissen Vorlaufs könnte erst 2022 begonnen werden, erläuterte Harun Icli. Insofern wolle man die 1677 Leuchten in Eigenleistung durch LED-Technik ersetzen. Bei der Reihenfolge der Sanierung greift neben der abzuschätzenden Energieeinsparung auch die technische Notwendigkeit wie Alter oder Zustand der bisherigen Lampen.

In der Beratung wurde noch eine Reihe von Details geklärt. Auf die Frage nach der Wirtschaftlichkeit gemessen an den Anschaffungskosten von Klaus-Peter Dörrscheidt (UL) sagte der Stadtbauamtsleiter, dass man diese Thematik langfristig betrachten müsse. Die Energieeinsparung liege bei 70 bis 80 Prozent, will heißen im Durchschnitt werden die Kosten um 75 Prozent reduziert. In sieben bis acht Jahren habe sich die Anschaffung amortisiert, so Harun Icli. Hinzu komme, dass der Schritt auch staatlich gefördert werde.

Für Gerd Linke (MDAL/Die Grünen) ist es erfreulich, dass die neue Technik zur Verfügung steht, die hoffentlich auch die Wartungskosten und den damit verbundenen Arbeitsaufwand reduziere. Er erkundigte sich, wie mit den Leuchten umgegangen werde, die mittels Drahtseilen über breitere Straßen gespannt sind. Eine Möglichkeit sei, sie durch neue Masten zu ersetzen. Mit Blick auf die Umsetzung bis 2024 machte er zudem den Vorschlag, zu prüfen, ob eine Beschaffung aller Leuchten einen Rabatt brächte und insofern die Kosten reduzieren könne.

Bürgermeister Armin Mößner erläuterte, dass eine Umrüstung der Lampen für die sogenannten Überspanner relativ teuer – sechsstellige Beträge – und deshalb nicht mit eingeplant sei. Dies betreffe auch viele Teilorte. Eine Möglichkeit sei, zu prüfen, ob im Zuge des Breitbandausbaus die Verkabelung aber mitberücksichtigt und insofern solche Projekte vielleicht doch mit umgesetzt werden könnten. Das müsse man in Bezug auf die Kosten dann konkret abfragen. Den Vorschlag, die Beschaffung insgesamt zu erledigen und so einen Rabatt zu erhalten, nahm er dankend auf. Auch Mößner hofft, dass die Wartungskosten nach der Umrüstung sinken, für den konkreten Fall gebe es aber immer noch den Mängelmelder der Stadt, über den Murrhardter Probleme per Handy an die Verwaltung senden können.

Auf Entlastung bei der Wartung und Energieeinsparung durch die Umrüstung setzt auch Edgar Schäf (SPD). Hinzu komme, dass die Leuchten langlebiger sind. Da ein wichtiger Aspekt für ihn auch die Ausleuchtung der Straßen und die damit verbundene Sicherheit ist, erkundigte er sich nach der Hörschbachstraße, die bereits umgerüstet ist. Dort sei ihm aufgefallen, dass die Ausleuchtung der Gehwege schlecht beziehungsweise nicht optimal sei. Dies bestätigte Mößner. Hintergrund sei die Beschaffung eines falschen Lampentyps, was korrigiert werden müsse.

Andreas Winkle (CDU/FWV) erinnerte angesichts der vergleichsweise hohen Anschaffungskosten der Leuchten daran, dass neben der langfristigen Einsparung von Wartungs- und Stromkosten auch CO2-Emissionen reduziert werden können. Als Stadt müsse man gerade in dieser Hinsicht vorangehen, habe eine Vorbildfunktion. Als weiteren Umweltschutzaspekt führte er zudem an, dass die LED-Lampen im Gegensatz zu den bisherigen als insektenschonend eingestuft würden.

Nach einigen weiteren Detailfragen hat der Gemeinderat den Plan zur Umrüstung bis 2024 mit einer Enthaltung beschlossen.

Die Teilorte sind zuerst dran

Im Jahr 2021 werden umgerüstet: Siebenknie, Köchersberg, Klingen, Kieselhof, Käsbach, Karnsberg, Hördthof, Hintermurrhärle, Hinterbüchelberg, Harbach, Steinberg, Vorderwestermurr, Waltersberg, die Abschnitte Kirchenkirnberg–Mettelberg, Fornsbach–Hinterwestermurr, Fornsbach– Schlosshof und Fornsbach–Mettelberg. Die geschätzten Kosten: 125600 Euro.

Im Jahr 2022 werden Kirchenkirnberg und Siegelsberg für 153600 Euro umgerüstet.

Im Jahr 2023 stehen Fornsbach mit Kosten von rund 238400 Euro und Murrhardt-Stadt mit Kosten von rund 432000 Euro auf dem Plan.

Im Jahr 2024 folgen die Umrüstungen der verbleibenden Leuchten in Murrhardt, wofür Kosten von rund 392000 Euro veranschlagt sind.

Die Gesamtsumme von rund 1,34 Millionen Euro reduziert sich aufgrund der Förderung auf rund eine Million Euro.

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Erstellt:
26. Januar 2021, 06:00 Uhr

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