Stadt reagiert auf Raumnot in Murrhardter Schulzentrum

Im Herbst erwarten die Walterich- und die Herzog-Christoph-Schule deutlich mehr Schülerinnen und Schüler. Angesichts fehlender Räume zieht die Stadt Murrhardt den Abriss der alten Turnhalle vor und plant dort eine Gebäudeeinheit in Modulbauweise, in der vier Klassen unterkommen.

Die alte Turnhalle (rechts im Bild unter den Bäumen) wird nun doch früher abgerissen als geplant. Das Werkstattgebäude bleibt bestehen (MItte). Die Abbrucharbeiten werden in den Sommerferien laufen. Im Moment geht man davon aus, dass die neue Turnhalle (links) November oder Dezember eröffnet werden kann. Foto: Stefan Bossow

© Stefan Bossow

Die alte Turnhalle (rechts im Bild unter den Bäumen) wird nun doch früher abgerissen als geplant. Das Werkstattgebäude bleibt bestehen (MItte). Die Abbrucharbeiten werden in den Sommerferien laufen. Im Moment geht man davon aus, dass die neue Turnhalle (links) November oder Dezember eröffnet werden kann. Foto: Stefan Bossow

Von Christine Schick

Murrhardt. Die Arbeiten an der neuen Schul- und Vereinssporthalle am Rand des Murrhardter Stadtgartens dauern voraussichtlich noch bis November oder Dezember dieses Jahres. Eigentlich war vorgesehen, erst nach ihrer Fertigstellung die alte, ausgediente Turnhalle neben der Festhalle abzureißen, um sozusagen einen nahtlosen Übergang für die Klassen und Vereine gewährleisten zu können.

Doch dieser Plan geht nun nicht auf. Im Herbst rechnen die Walterich- und die Herzog-Christoph-Schule mit mehr neuen Schülerinnen und Schülern, was das Murrhardter Schulzentrum vor ein Raumproblem stellt, wie Bürgermeister Armin Mößner in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats zum Thema informierte. Neben mehr Vorbereitungsklassen werden auch mehr Grundschülerinnen und -schüler erwartet.

Insofern muss die Stadt als Schulträger reagieren und die Verwaltung schlägt vor, vier neue Klassen in einem modularen Bau unterzubringen. Für diesen ist neben dem Werkstattgebäude, das an die alte Halle angrenzt, aber weiter bestehen bleibt, auch Platz, wenn die ausgediente Halle abgerissen ist. Insofern ist nun der Plan, den Abbruch vorzuziehen. Die Arbeiten sollen in den Sommerferien über die Bühne gehen, sodass die Schulen von Lärm und Baustellenverkehr möglichst verschont bleiben. Ebenfalls zu bedenken ist, dass die Versorgungsleitungen für die Werkstatträume und Kernzeitbetreuung über den Dachboden der alten Halle verlaufen und nach dem Abriss wieder zusammengeschlossen werden müssen. Die Stadt hat Angebote eingeholt und so lautete der Vorschlag, dem günstigsten Bieter – der Firma Friedrich Klotzbücher aus Murrhardt –, den Auftrag zu erteilen, die Halle abzureißen.

Nicht ganz aus dem Schneider ist die Stadt in Bezug auf die wegfallenden Hallenkapazitäten, bis Klassen und Vereine die neue Turnhalle nutzen können. Für die Zeit bis zum Jahresende ist deshalb die Überlegung, das Training wenn irgend möglich – abhängig von Sportart und Temperaturen – nach draußen zu verlagern beziehungsweise draußen zu belassen. Beim Schulsport will die Stadt auch andere Hallen beispielsweise in Kirchenkirnberg nutzen. Angesichts der Übergangsfrist von ungefähr drei Monaten geht Mößner davon aus, dass der Engpass zu bewältigen sei. „Danach entspannt sich die Lage wieder.“

„Ich halte das Vorgehen für sinnvoll“, sagte Edgar Schäf (SPD). Mit der Vergabe könne der Abriss in den Sommerferien laufen, im Anschluss hieße es, die Stunden für den Schulsport auf die vorhandenen Hallen zu verteilen. Auch Martin Stierand (MDAL/ Die Grünen) sprach sich dafür aus, zügig zu handeln. Er hoffe, dass man entsprechend beispielsweise in die Stadthalle ausweichen könne. Bürgermeister Mößner unterschied dabei zwischen Sportarten, die auch im Freien möglich sind, und spezifischen Hallensportarten.

Wolfgang Hess (UL) sah die Lage in Bezug auf eine Umverteilung nicht ganz so rosig. „Meines Wissen nach sind alle Hallen voll belegt, auch die Stadthalle“, sagte er. Insofern erkundigte er sich auch, ob sich die Stadt in der Sache mit den Vereinen abgesprochen habe beziehungsweise wie dies gehandhabt werde.

„Wir haben das anklingen lassen“, sagte Mößner. Zunächst habe man aber die Beschlusslage abwarten wollen. Er hoffe, dass man es im gemeinsamen Gespräch so organisieren könne, dass es für die Vereine funktioniere. Möglicherweise ließen sich auch manche Trainingseinheiten nach draußen verlegen.

Der Gemeinderat stimmte unisono für den Verwaltungsvorschlag, der mit dem entsprechenden Auftrag an die Firma Klotzbücher verbunden ist. Die Kosten für den Abriss liegen bei rund 79000 Euro (brutto).

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Erstellt:
5. Juli 2023, 06:00 Uhr

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