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Stadtkapelle hofft auf einen guten Neustart

Für den Murrhardter Musikverein und seine Mitglieder waren die Coronajahre nicht einfach. Der Umbau des Probelokals und die Umstellung auf Online-Unterricht waren wichtige Projekte. Trotzdem haben einige Mitglieder aufgehört, und der Verein sucht einen neuen Dirigenten.

Bei der Mitgliederversammlung, bei der über die Spanne von drei Jahren berichtet wurde, gab es auch viele Ehrungen. Foto: E. Klaper

Bei der Mitgliederversammlung, bei der über die Spanne von drei Jahren berichtet wurde, gab es auch viele Ehrungen. Foto: E. Klaper

Von Elisabeth Klaper

Murrhardt. Die 304 Mitglieder, davon 155 Aktive des Musikvereins Stadtkapelle Murrhardt, blicken nach den Jahren 2020 und 2021, in denen die Coronapandemie die Aktivitäten stark beeinträchtigte, nach vorn und hoffen, dass heuer ab Mai wieder Veranstaltungen möglich sind. Für das nach Tobias Haussigs Abschied und Umzug (wir berichteten) vakante Amt des musikalischen Leiters gibt es vier Kandidaten, die in Kürze Probedirigate absolvieren, woraufhin ein eigens dafür eingerichtetes Gremium entscheidet, wer neuer Dirigent wird.

Bei der ersten Mitgliederversammlung nach zwei Jahren Coronazwangspause informierte das Vorsitzendentrio über die Jahre 2019 bis 2021. Die Vereinsmusikschule unterrichtet aktuell 92 Schüler, so Stefan Eitel, Vorsitzender des Bereichs Musik: elf Kinder in der musikalischen Frühausbildung, 41 im Flötenunterricht, der starken Zulauf hat auch dank der Kooperation mit der Hörschbachschule, 40 in der Instrumentalausbildung durch zehn Fachlehrer. Doch wegen immer kleineren Klassen und weniger Fachlehrern baute der Musikverein die Kooperation mit der Musikschule Schwäbischer Wald/Limpurger Land weiter aus.

Deren Lehrkräfte unterrichten seit Jahren das Instrument Oboe, Anfang 2022 kamen Saxofon und die Instrumentengruppe tiefes Blech mit Tuba, Tenorhorn, Bariton und Posaune hinzu. Um einen „Kandidatenpool“ für die Instrumentalausbildung zu gewinnen, plane man eine Wiederaufnahme der Bläserklasse als Kooperationsprojekt der Stadtkapelle mit der Musikschule und der Hörschbachschule. Ein „interessanter Ansatz, um neue Musiker zu gewinnen“ ist auch die Instrumentalausbildung von Erwachsenen. Eitel dankte seiner Frau Andrea, die ehrenamtlich die Vereinsmusikschule leitet und den „gigantischen organisatorischen Aufwand“ schultert.

Die Coronajahre bedeuten einen drastischen Einschnitt für den Verein

Er bedauerte, dass Tobias Haussig seinen Lebensmittelpunkt nach Aachen verlegte, weshalb er das Dirigentenamt aufgab. Bis ein Nachfolger gefunden ist, schwingt Eitel selbst den Taktstock. Nach dem erfolgreichen Jahr 2019 „taten uns die Coronajahre richtig weh“: 2020 mussten alle Feste und das Herbstkonzert abgesagt werden. Unterricht erfolgte online, auch mit selbst aufgenommenen Videoclips, nur Balkon- und Familienkonzerte sowie das Open-Air-Konzert „Musik im Park“ waren möglich.

Die Stadtverwaltung überließ der Stadtkapelle die Festhalle für die Proben, so konnten die Musiker die Abstände einhalten. 2021 fand das Herbstkonzert unter strengen Hygieneregeln statt: „Wir haben viel investiert, um Ansteckungen zu vermeiden“. Leider seien einige Musiker „abhandengekommen“, die Hitkids und Jugendstadtkapelle legte man zusammen. Jugendleiter Kevin Perri übernahm die Jugendproben, fortgeschrittene Jugendliche wechselten ins Blasorchester. „Jetzt brauchen wir Ruhe und Kontinuität und müssen uns darum kümmern, mehr Nachwuchs zu gewinnen“, verdeutlichte Stefan Eitel.

Verstärkte Nachwuchs- und Mitgliederwerbung sei erforderlich, betonte auch Bernhard Fruck, Vorsitzender des Bereichs Verwaltung und Finanzen. Dank des schönen Wetters und vieler Besucher beim Wald- und Stadtfest 2019 erzielte der Musikverein sehr gute Einnahmen. Diese, die Coronasonderförderung der Stadt und die Coronasoforthilfe vom Bund sorgten dafür, dass der Verein die Pandemie finanziell überstand. „Wir hoffen, dass wir heuer wieder Geld durch Veranstaltungen generieren können und nicht mehr auf Hilfe angewiesen sind“, so Fruck.

2019 sei ein „mustergültiges“ Jahr mit sehr erfolgreichen Veranstaltungen gewesen, hob Jürgen Kander hervor, Vorsitzender des Bereichs Organisation. 2020 begann die große Umbauaktion am Musikerheim und Probelokal mit der Dachsanierung, 2021 folgte der Innenausbau des Dachbodenbereichs und die Erneuerung der Elektrik. Durch Eigenleistungen von Mitgliedern in kleinen Gruppen, die örtliche Handwerksbetriebe und die Stadt tatkräftig unterstützten, richtete man drei neue schallgedämmte Unterrichtsräume ein. In diesem Jahr werden noch eine neue Eingangstür und ein neuer Boden eingebaut. Unisono erteilte die Versammlung der Vereinsleitung die von Bürgermeister Armin Mößner beantragte Entlastung.

Kontinuität herrscht im Vorstandsteam, dessen Mitglieder die Mitgliederversammlung geschlossen bestätigte. Die drei Vorsitzenden Stefan Eitel für Musik, Bernhard Fruck für Verwaltung und Finanzen sowie Jürgen Kander für Organisation bleiben in ihren Ämtern. Ebenso Schriftführer Tobias Gössl, stellvertretende Schriftführerin Anke Rust, Kassierin Simone Wurst, stellvertretende Kassierin Nadja Leupert, Musikervorstand Alexander Fruck und seine Stellvertreterin Lisa Kuhn, Jugendleiter Kevin Perri, Organisationsleiter Michael Fruck, stellvertretender Organisationsleiter Kevin Kander, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit Robin Ehrhardt, die Beisitzer Marian Eitel, Jens Wiese und Hannes Kuhn sowie die Kassenprüferinnen Jutta Beißwenger und Britta Wieland. Neu im Team ist Lena Hermann. Sie übernimmt das Amt der stellvertretenden Jugendleiterin.

Langjähriges Engagement für die Stadtkapelle wird gewürdigt

Besondere Ehrungen Da 2020 und 2021 die Mitgliederversammlungen ausfielen, gab es bei der Versammlung auch viele Ehrungen für Jubilare der Jahre 2019, 2020 und 2021. Florian Loup, Vorstandsmitglied des Blasmusikkreisverbands Rems-Murr, und Stefan Eitel zeichneten drei langjährige Vorstandsmitglieder mit Förderermedaillen des Blasmusikverbands Baden-Württemberg aus: Bernhard Fruck, seit zehn Jahren Vorsitzender Verwaltung und Finanzen, erhielt die Medaille in Bronze, Jürgen Kander, seit 15 Jahren Vorsitzender Organisation, in Silber und Simone Wurst, seit 25 Jahren Kassierin des Vereins, in Gold mit Diamant.

Langjährige Treue Es wurden etliche aktive Musikerinnen und Musiker für ihre Treue zum Verein ausgezeichnet: für zehn Jahre Mitgliedschaft Marian Eitel, Helena Hartmann, Gabriel Huter und Cosima Leupert; für 20 Jahre Lisa Kuhn, Tanja Freiesleben, Kevin Kander, Kathrin Altherr, Robin Ehrhardt, Jana Hartstern, Sara König und Julia Müller; für 30 Jahre Bianca Klotz, Hannes Kuhn, Martina Otto und Simone Wurst sowie für 40 Jahre Andrea Eitel und Rainer Wurst.

Fördermitglieder Bernhard Fruck und Jürgen Kander ehrten zudem zahlreiche Fördermitglieder des Musikvereins Stadtkapelle: für zehn Jahre Markus Ellinger, Rainer Grobshäußer-Schwarz, Regina Kessel, Sabine Rothenbach, Andrea Scheerer, Sandra Schieber, Heike Schmid, Gerald Taxis, Norgat Trefz, Helmut Wahl und Volker Weiß; für 20 Jahre Gunda Altherr, Martina Dörrscheidt, Gisela Fleschmann-Becker, Matthias Gärtner, Anneliese Hartstern, Maria Hess, Brigitte Kühner, Gudrun Martens, Heidi Müller, Roswitha Müller, Dieter Sattler, Gisela Seubert und Folkart Schweizer; für 25 Jahre Rolf Hermann und Anita Karpf; für 30 Jahre Helmut Ackermann, Karl Angelbauer, Heiderose Bader, Walter Elser, Hans Ulrich Feil, Heidi Gräter, Andreas Griche, Gudrun Gruber, Uwe Hirschmann, Wilfried Hofmann, Luise Kiefer, Lore Krojer, Robert Kuhn, Ulrich Laubenberger, Jürgen Riebesam, Hans Peter Schaal, Siglinde Steer, Britta Wieland und Klaus Wieland; für 40 Jahre Helmut Ebinger und Rainer Karthaus sowie für 50 Jahre Heinrich Birke.

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Erstellt:
5. April 2022, 06:00 Uhr

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