„Motra-Monitor“

Studie: Rechtsextreme Einstellungen zunehmend hoffähig

Eine Langzeit-Studie zeigt: Gerade junge Leute sind immer häufiger offen für rechtes Gedankengut. Anders ist die Entwicklung bei älteren Menschen.

Langzeit-Studie zeigt: Gerade junge Leute sind immer häufiger offen für rechtes Gedankengut (Symbolfoto).

© IMAGO/IPON/IMAGO

Langzeit-Studie zeigt: Gerade junge Leute sind immer häufiger offen für rechtes Gedankengut (Symbolfoto).

Von red/KNA

Rechtsextreme Einstellungen gelten bei immer mehr Menschen in Deutschland als hoffähig. Das zeigt der am Mittwoch veröffentlichte neue "Motra-Monitor" des Bundeskriminalamts in Wiesbaden.

Demnach zeigten sich im vergangenen Jahr im Mittel 29,6 Prozent offen für rechte Ideologien, im Jahr 2021 waren es 21,8 Prozent. Die Forscher hatten mehrere Aussagen vorgegeben, nach Zustimmung oder Ablehnung gefragt und daraus einen Mittelwert gebildet. Ein Anteil von 5,4 Prozent hat laut den Ergebnissen ein "geschlossenes rechtes Weltbild" (2021: 4,9 Prozent).

Zu viele Ausländer in Deutschland?

Der Aussage, es gebe zu viele Ausländer in Deutschland, stimmten 2025 erstmals mehr als die Hälfte der Befragten (52,4 Prozent) zu. "Damit setzt sich ein seit 2022 beobachtbarer zunehmender Trend weiter fort", heißt es in der Auswertung. Seit 2021 (38,7 Prozent) sei die Zustimmung zu dieser Aussage um 13,7 Prozentpunkte gestiegen.

Islamfeindlichkeit - festgemacht an der Aussage "Wenn wir nicht aufpassen, wird Deutschland ein islamisches Land" - habe mit den Jahren zeitweise Schwankungen erlebt. Der aktuelle Wert (32,3 Prozent) liegt in etwa auf dem Niveau von 2021 (30,8 Prozent).

Der Satz "Juden haben in Deutschland zu viel Einfluss" findet mit 15,7 Prozent deutlich weniger Anhänger, hat aber seit Beginn der Studie (2021: 8,8 Prozent) erheblich an Zustimmung gewonnen.

Jeder Sechste will Führer mit starker Hand

Der Aussage "Ein Staat sollte einen Führer haben, der das Land zum Wohle aller mit starker Hand regiert" stimmten 16,8 Prozent zu. 2021 waren es 16,2 Prozent.

"Anstiege einer allgemeinen Extremismusaffinität sind vor allem in jüngeren Alterskohorten beobachtbar, in der älteren Bevölkerung vollzieht sich, zumindest im Bereich der rechten Orientierungen, zum Teil eine gegenläufige Entwicklung", so die Wissenschaftler. Insgesamt festzuhalten sei: "Von einer Trendumkehr des nunmehr über fünf Jahre beobachteten Radikalisierungsgeschehens kann gegenwärtig noch nicht gesprochen werden."

Über die seit 2021 jährlich vorgenommenen repräsentativen Erhebungen der Motra-Studie "Menschen in Deutschland" wurden insgesamt 21.899 Personen ab 18 Jahren erreicht und befragt.

Zum Artikel

Erstellt:
4. März 2026, 19:06 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen