Stuttgart wird zur Gospel-Metropole

Vom 1. bis 3. Mai kommen mehr als 5000 Sängerinnen und Sänger in die Landeshauptstadt, um hier das größte Gospelfestival Europas zu feiern. Es dürfte laut werden.

Der Chor Gospel im Osten bei einem Konzert im Park der Villa Berg

© Archiv/Ludmilla Parsyak

Der Chor Gospel im Osten bei einem Konzert im Park der Villa Berg

Von Jan Sellner

Stuttgart - Freunde der Gospelmusik haben in Stuttgart schon seit mehr als 20 Jahren eine erstklassige Anlaufstation: den 2005 gegründeten Chor Gospel im Osten. Ein inzwischen bis zu 800 Mitglieder großes Vokalensemble, das, unterstützt von der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde, der Evangelischen Friedenskirchengemeinde und der Stadt Stuttgart, buchstäblich von sich hören macht.

Noch durchdringender dürfte Gospelmusik in der Stadt werden, wenn in den kommenden Tagen mehr als 5000 Gospelsängerinnen und -sänger aus ganz Europa nach Stuttgart kommen, um hier ihre Stimmen zu erheben. Anlass ist der 12. Internationale Gospelkirchentag vom 1. bis 3. Mai, rund 50 000 Besucher werden erwartet. Dieses alle zwei Jahre an wechselnden Orten stattfindende größte Gospelfestival Europas steht unter dem bunten Motto „Colour the World“.

Veranstalter sind die Stiftung Creative Kirche und die evangelische Landeskirche in Württemberg. Mit dem Festival bieten sie mehr als 200 Chören aus 23 Nationen eine Bühne und wollen Menschen für diese Art religiöser Gesänge begeistern. „Die Landeshauptstadt wird drei Tage lang Zentrum der europäischen Gospelszene voller Musik, Begegnung und spiritueller Energie“, heißt es in ihrer Ankündigung.

Dabei geht es auch um die Ursprünge der Gospels, die in der Erfahrung von Verschleppung und Sklavenarbeit in Amerika wurzeln. „Gospelmusik erzählt von Menschen, die selbst unter unmenschlichen Bedingungen ihre Hoffnung nicht aufgegeben haben. Als Musik der Hoffnung ist sie gerade in diesen Zeiten besonders gefragt“, schreibt der evangelische Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl in seiner Einladung zu dem Gospeltreffen in Stuttgart. Die Teilnehmenden könnten an den drei Tagen erleben, „wie Musik Menschen über Generationen und Grenzen hinweg zusammenbringt“. Der Gospelkirchentag, so Gohl, sei ein starkes gemeinsames Zeichen des Glaubens und der Vielfalt.

Den Auftakt des Festivals bildet am Freitag, 1. Mai, um 19 Uhr ein Konzert in der Porsche-Arena unter anderem mit dem Stuttgarter Chor Gospel im Osten und den Chören Gospel All Stars & Friends. Bei zwei sogenannten Mass-Choir-Proben am Samstag, 2. Mai, und am Sonntag, 3. Mai, jeweils ab 9 Uhr singen ebenfalls in der Porsche-Arena rund 5000 Sängerinnen und Sänger im Chor. Zudem werden mehr als 40 Workshops rund um Gospelmusik angeboten. Die Veranstaltungen sind kostenpflichtig.

Kostenfrei ist das Angebot einer Musikmeile mit sechs Bühnen auf dem Marktplatz, auf Schlossplatz und in der Stiftskirche. Dort treten am Samstag, 2. Mai, ab 11 Uhr zahlreiche Chöre auf. Mit dabei ist auch der musikalische Alleskönner und Lokalmatador Patrick Bopp. Am Samstagabend findet von 19.30 bis 23 Uhr die „Nacht der Kirchen“ statt, bei der 75 Chöre in 20 Kirchen, Gemeindehäusern und im Hospitalhof Gospel, Pop, Soul und moderne Chormusik darbieten. Den Abschluss des Festivals bildet am Sonntag, 3. Mai, um 14 Uhr ein Gottesdienst in der Porsche-Arena mit Landesbischof Gohl und erneut viel Musik. Die Veranstalter verweisen auf insgesamt 90 Veranstaltungen an 36 Standorten mit einem Bühnenprogramm von 130 Stunden Dauer.

Eine der Tausenden Stimmen beim großen Gospel-Kirchentag wird die der zwölfjährigen Malya sein. 2024 stand die junge Stuttgarterin bei der TV-Sendung „The Voice Kids“ im Finale und wurde bundesweit bekannt. Durch ihre Mutter kam sie als bisher jüngstes Mitglied zu Gospel im Osten Chor. Beim Gospelfestival darf sie am Samstag um 16.30 Uhr auf dem Schlossplatz ein Solo singen. „Malya übt jeden Tag und freut sich riesig auf ihren Auftritt“, berichtet ihre Mutter. „Sie liebt Gospel!“ Und Mutter Nevenka liebt die Gospelmusik ebenfalls. „Es gibt nichts Beglückenderes, als im Chor zu singen“, schwärmt sie.

Das Festivalprogramm gibt es online unter: www.gospel.de

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Erstellt:
29. April 2026, 22:06 Uhr
Aktualisiert:
29. April 2026, 23:49 Uhr

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