Skepsis unter Anlegern
Tilray-Aktie fällt 20 Prozent - Das ist der Grund
Die Tilray-Aktie hat zum heutigen Handelsstart einen dramatischen Kursrutsch erlebt. Was steckt hinter diesem Einbruch?
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Die Tilray-Aktie erlebt einen dramatischen Kursrutsch. Erfahren Sie, welche Maßnahmen das Unternehmen ergriffen hat und wie die Märkte darauf reagieren.
Von Matthias Kemter
Die Tilray-Aktie sank zum Start des Handelstages um knapp 20 % auf rund 0,73 Euro. Aktuell notiert das Papier bei rund 0,77 Euro. Der Grund für diesen drastischen Kursverlust liegt in einer kürzlich angekündigten Maßnahme des Unternehmens, die bei Anlegern für Unsicherheit gesorgt hat.
Reverse Stock Split sorgt für Unsicherheit
Ein geplanter Reverse Stock Split im Verhältnis 1:10 hat die Märkte aufgeschreckt. Am Mittwoch gab Tilray bekannt, dass der Reverse Stock Split am 1. Dezember 2025 wirksam wird. Diese Maßnahme, die bereits im Juni von den Aktionären genehmigt wurde, reduziert die Anzahl der ausstehenden Aktien von 1,16 Milliarden auf 116 Millionen. Ziel ist es, den Kurs optisch zu erhöhen und die Nasdaq-Notierung zu sichern, da die Aktie seit März unter der kritischen Marke von 1,00 US-Dollar gehandelt wird.
Anleger reagieren panisch
Die Reaktion der Anleger war jedoch alles andere als positiv. Bereits im nachbörslichen Handel fiel der Kurs um über 10 % und die Aktie rutschte unter die psychologisch wichtige Marke von 1,00 US-Dollar. Solche Kapitalmaßnahmen werden oft als Schwächesignal interpretiert, da sie auf strukturelle Probleme des Unternehmens hinweisen können.
Risiken durch Short-Seller und Unsicherheiten
Ein weiterer Grund für die Skepsis der Anleger ist die Unsicherheit über die zukünftige Kursentwicklung. Zwar könnte der optisch höhere Kurs institutionelle Investoren anziehen, doch Reverse Splits ziehen häufig auch Short-Seller an, die auf weiter fallende Kurse spekulieren. Zudem bleibt abzuwarten, ob die Maßnahme langfristig das Vertrauen in die Aktie wiederherstellen kann.
Hoffnung auf finanzielle Stabilität
Tilray hofft, durch die Reduzierung der Aktienanzahl und die damit verbundenen Einsparungen von bis zu 1 Million US-Dollar pro Jahr die finanzielle Stabilität zu verbessern. Dennoch bleibt die Aktie in einer schwierigen Lage, da die massive Verwässerung der vergangenen Jahre weiterhin auf dem Kurs lastet.
Die entscheidenden Wochen stehen bevor
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Maßnahme das gewünschte Ergebnis bringt oder ob die Unsicherheiten weiter zunehmen. Ab dem 2. Dezember wird die Aktie splitbereinigt gehandelt, und die Märkte werden ihre endgültige Bewertung abgeben.
