Mit 59 Jahren
Tobias Groten überraschend gestorben
Tobias Groten, Gründer von Tobit Software, ist im Alter von 59 Jahren verstorben. Die Nachricht über seinen Tod bewegt nicht nur seine Heimatstadt Ahaus, sondern auch die gesamte IT-Branche.
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Tobias Groten, Gründer von Tobit Software, ist im Alter von 59 Jahren verstorben. Die Nachricht über seinen Tod bewegt nicht nur seine Heimatstadt Ahaus, sondern auch die gesamte IT-Branche.
Von Matthias Kemter
Tobias Groten, ein Pionier der deutschen Software-Entwicklung und Gründer der Tobit Software AG, ist am 3. Mai 2026 überraschend an einem Herzinfarkt gestorben. Der Verlust des visionären Unternehmers hinterlässt eine große Lücke, sowohl in seiner Heimatstadt Ahaus als auch in der IT-Branche, die er über Jahrzehnte geprägt hat.
Ein Visionär der Digitalisierung
Tobias Groten war nicht nur ein erfolgreicher Unternehmer, sondern auch ein Vordenker, der die Digitalisierung in Deutschland maßgeblich beeinflusst hat. Mit der Gründung der Tobit Software AG in den 1980er-Jahren legte er den Grundstein für innovative Lösungen, die weit über die Grenzen seiner Heimatstadt Ahaus hinaus bekannt wurden. Sein Unternehmen, das er über 40 Jahre lang leitete, entwickelte unter anderem Smart-City-Technologien und setzte früh auf die Integration von Künstlicher Intelligenz.
Ahaus als digitales Reallabor
Seine Heimatstadt Ahaus war für Tobias Groten mehr als nur ein Wohnort. Er machte die Stadt zu einem digitalen Reallabor, in dem er seine Visionen von einer vernetzten Zukunft verwirklichte. Supermärkte, Hotels, Taxis und sogar die Stadtverwaltung wurden durch seine Initiativen digitalisiert. Diese Projekte sollten nicht nur die Lebensqualität der Einwohner verbessern, sondern auch die Attraktivität der Region für Fachkräfte steigern.
Unkonventionelle Ansätze und mutige Entscheidungen
Groten war bekannt für seine unkonventionellen Ansätze und seine Bereitschaft, etablierte Denkmuster infrage zu stellen. So experimentierte er beispielsweise mit einer Vier-Tage-Woche und setzte sich für neue Formen der Zusammenarbeit ein. Seine Mitarbeitenden beschrieben ihn als genialen Ideengeber, der stets die Richtung vorgab und oft seiner Zeit voraus war.
Ein schmerzlicher Verlust für Ahaus und die IT-Branche
Der plötzliche Tod von Tobias Groten hat nicht nur seine Familie, sondern auch die Belegschaft der Tobit Software AG tief getroffen. Mit über 200 Mitarbeitenden war das Unternehmen für ihn wie eine zweite Familie. Die futuristische Firmenzentrale in Ahaus, die auch als Ausbildungsstätte für Ingenieure dient, bleibt ein sichtbares Erbe seines Schaffens.
Ein bleibendes Vermächtnis
In den sozialen Medien und in seiner Heimatstadt Ahaus wird der Verlust des „Bill Gates von Westfalen“, wie er oft genannt wurde, intensiv betrauert. Noch wenige Tage vor seinem Tod hatte er sich öffentlich für mehr Digitalisierung eingesetzt. Tobias Groten hinterlässt eine Frau, vier erwachsene Kinder und ein Enkelkind.
