Landtagswahl

Totales Patt in Gunningen – aber nicht zwischen Özdemir und Hagel

Bei den Zweitstimmen in Gunningen liegen CDU und AfD exakt gleichauf. Die kleine Gemeinde zeigt eine hohe politische Mobilisierung jenseits des urbanen grünen Milieus.

Gunningen auf der Baar-Hochebene.

© IMAGO/Zoonar

Gunningen auf der Baar-Hochebene.

Von Michael Maier

Knapper hätte die Landtagswahl 2026 in Gunningen (Landkreis Tuttlingen) nicht ausgehen können. Wenn am Wahlabend die Stimmen ausgezählt werden, rechnet man meist mit einem klaren Gewinner. Doch in der kleinen Gemeinde im Wahlkreis Tuttlingen-Donaueschingen rieben sich die Wahlbeobachter verwundert die Augen: Es gab ein exaktes Unentschieden an der Spitze.

Stimmenpatt in Gunningen

Sowohl die CDU als auch die AfD kamen bei den Zweitstimmen auf exakt 35,0 Prozent. Ein totales Patt mit jeweils 143 Stimmen in der unscheinbaren kleinen Gemeinde, die inzwischen als AfD-Hochburg gilt.

Während es bei den Zweitstimmen keinen alleinigen Sieger gab, konnte sich bei den Erststimmen für den Direktkandidaten allerdings der frühere Justizminister Guido Wolf von der CDU mit 176 Stimmen gegen AfD-Mann Kay Rittweg mit 135 Stimmen durchsetzen.

Rechtsruck seit 2021 – auch BSW stark

Vergleicht man die Zahlen mit der letzten Landtagswahl im Jahr 2021, wird ein Rechtsruck in der Gemeinde deutlich. Die AfD konnte ihr Ergebnis um 23,2 Prozentpunkte steigern. Die Grünen mussten dagegen herbe Verluste einstecken. Sie erreichen in Gunningen gerade einmal 12,5 Prozent und haben sich damit halbiert.

Das erstmals antretende Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) konnte in Gunningen aus dem Stand 3,4 Prozent der Stimmen holen und damit mehr als die SPD. Die Gunninger haben großes politisches Interesse bewiesen. 416 Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Landtagswahl teil, was einer Beteiligung von 73,1 Prozent entspricht – höher als im Landesdurchschnitt.

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Erstellt:
9. März 2026, 16:02 Uhr

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