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UL gewinnt, SPD verliert einen Sitz

Für die Anzahl der Mandate von MDAL/Die Grünen und CDU-FWV im Murrhardter Gemeinderat ändert sich nichts

Nach dem vorläufigen Ergebnis verschieben sich im Murrhardter Gemeinderat die Kräfteverhältnisse: Die SPD-Fraktion verliert einen ihrer vier Sitze, die Unabhängige Liste (UL) verbessert sich von vier auf fünf Mandate und wird damit nach der CDU-FWV zweistärkste Kraft. Indes wird das Gremium etwas weiblicher. War früher Susanne Barreuther die einzige Stadträtin, werden künftig drei weitere Frauen im Gemeinderat ein Wörtchen mitzureden haben.

Gestern war Hochbetrieb in Murrhardts Amtstuben, um die Ergebnisse der Gemeinderats- und Kreistagswahl zu ermitteln – hier zwei fleißige Teams im Rathaus.Foto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Gestern war Hochbetrieb in Murrhardts Amtstuben, um die Ergebnisse der Gemeinderats- und Kreistagswahl zu ermitteln – hier zwei fleißige Teams im Rathaus.Foto: J. Fiedler

Von Christine Schick

MURRHARDT. Die Verluste für die SPD sind deutlich. Nach einem Abrutschen von 23,8 Prozent (2014) auf 14 Prozent muss die Fraktion einen ihrer vier Sitze abgeben. Fraktionschef Edgar Schäf bedauert dies. „Ich hätte mir auch für die Kandidaten natürlich mehr erhofft“, sagt er. Gleichsam macht er die nicht gerade einfache Ausgangssituation klar. Die Fraktion hatte sich quasi auf ihn reduziert – nicht mehr angetreten sind Norbert Hopp und Jonas Oppenländer, Klaus-Peter Dörrscheidt kandidierte für die Unabhängige Liste (UL). Die SPD ging dann mit zwölf von möglichen 18 Bewerbern für die Gemeinderatswahl an den Start. Berücksichtige man all dies, relativiere sich das Ergebnis.

Edgar Schäf tritt mit zwei Stadträtinnen als Fraktionsteam an

Hinzu kommt für Schäf die politische Großwetterlage, die – auch wenn im Murrhardter Gemeinderat Sachpolitik gemacht werde – doch auch immer eine Rolle spiele. Mit einer gewissen Enttäuschung stellt er fest, dass die SPD seit Jahrzehnten Klimaschutzpolitik mache, ihr dies aber nicht angerechnet werde, sondern nur den Grünen. Gleichzeitig sei die Gemeinderatswahl auch eine Persönlichkeitswahl. Dass er nach Andreas Winkle (5071) die meisten Stimmen (4001) geholt hat, sieht er auch als einen Auftrag des Wählers. Nun wird er gemeinsam mit Elisabeth Zenker (58) und Sonja Allinger-Helbig (60) die Arbeit im künftigen Rat aufnehmen. Letztere war vor Jahren bereits als Stadträtin für die SPD im Gremium. Elisabeth Zenker bringt Erfahrung aus dem Ortsverein mit.

Die Gewinnerin der Gemeinderatswahl ist die Unabhängige Liste. Sie konnte sich von 23,4 auf 27,8 Prozent verbessern. Somit erhöhen sich auch die Sitze der Fraktion von vier auf fünf. „Es ist schade, dass Stefan Tensing nicht reingekommen ist“, sagt Fraktionschef Wolfgang Hess. Somit kann der Stadtrat, der für Gerhard Schmid nachgerückt war, seine Arbeit nicht fortsetzen. Erfreulich sei aber, dass die Fraktion mit Brigitte Kübler um ein weibliches Mitglied reicher ist. „Das war eines unserer Hauptanliegen.“ Die 45-jährige Landwirtin hat sich bereits im evangelischen Kirchengemeinderat engagiert. Nicht neu als Stadtrat, aber als UL-Fraktionsmitglied hinzu kommt Klaus-Peter Dörrscheidt, das Team komplettieren die bisherigen Stadträte Wolfgang Hess, Markus Blank und Rainer Hirzel.

Als einen der Gründe für den Zugewinn bei der UL sieht der Fraktionsvorsitzende die momentan angeschlagene SPD. Er geht davon aus, dass die entsprechenden Stimmen jeweils an sie und die Murrhardter Demokraten Alternative Liste/Die Grünen gegangen sind. 2014 hatte die SPD auch einen Sitz verloren, damals an die MD/AL. Hinzu komme die bundesweite politische Lage. Gleichzeitig seien Kommunalwahlen auch Persönlichkeitswahlen. „Darauf haben wir auch im Wahlkampf gesetzt“, sagt Hess und spielt damit auf die Plakate an, auf denen sich vor allem Einzelporträts der Kandidaten fanden. Insgesamt freue es die UL, dass die Wahlbeteiligung mit rund 53,9 Prozent im Vergleich zu vor fünf Jahren deutlich höher liegt.

Wahlbeteiligung hat sich mit
53,9 Prozent deutlich erhöht

Das findet auch CDU-FWV-Fraktionschef Andreas Winkle. „Demokratie ist ja kein Selbstläufer.“ Mit dem Ergebnis für seine Fraktion ist er im Großen und Ganzen zufrieden. Der Zugewinn für die CDU-FWV von 32,6 auf rund 33,2 Prozent ist zwar sehr überschaubar, angesichts der überregionalen Verluste aber dennoch nicht selbstverständlich. Der Verlust für die SPD sei vorhersehbar gewesen, schon allein aufgrund der reduzierten Kandidatenliste. Davon habe die UL profitiert. Für die CDU-FWV ändert sich nach der Wahl nichts, das bisherige Team ist komplett wiedergewählt: Andreas Winkle, Georg Devrikis, Susanne Barreuther, Mario Brenner, Rolf Kirschbaum und Klaus Lang. Eine Bestätigung der Arbeit sowie des gesamten Kandidatenteams sieht der Fraktionsvorsitzende auch durch die hohen, fast durchweg vierstelligen Stimmenergebnisse für die Bewerber der Liste. „Wir waren nicht als Einzelkämpfer unterwegs, sondern als Gruppe und sind als Team zusammengewachsen“, sagt er. Als wichtig empfindet er es, dass mit Rolf Kirschbaum und Mario Brenner Stadträte in der Fraktion vertreten sind, die sich für die Teilorte Kirchenkirnberg und Fornsbach starkmachen.

Die Murrhardter Demokraten Alternative Liste/Die Grünen haben von 20,2 auf 25 Prozent zugelegt. „Wir konnten jetzt nicht an den aktuellen grünen Höhenflug anknüpfen“, sagt Fraktionschef Gerd Linke. Aber die Situation in Murrhardt und im ländlichen Raum sei auch anders als in einem großstädtischen Milieu. „Hier ist man einfach ein Stück weit wertkonservativ orientiert“, was man auch daran erkennen könne, dass amtierende Gemeinderäte in der Regel wiedergewählt würden. Einerseits sei dies natürlich ein Vertrauensbeweis, andererseits sei es für jüngere Kandidaten schwer, gleich den Sprung ins Gremium zu schaffen. „Insofern wäre es natürlich klasse gewesen, noch einen fünften Sitz zu bekommen“, da auf Platz fünf Hendrik Jäger (23) lag. Doch für die MDAL/Die Grünen bleibt es bei den bisherigen vier Sitzen. „Wir sollten da auch bescheiden und auf dem Boden bleiben“, sagt Linke. Zudem sei bei einer Gemeinderatsarbeit konstruktive, basisorientierte Sachpolitik gefragt. Für den ausgeschiedenen Benjamin Mangold ins Team gewählt ist Ralf Nentwich. Der 37-jährige Realschullehrer leitet das Kreismedienzentrum.

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Erstellt:
28. Mai 2019, 06:00 Uhr

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