Iran-Szenarien

USA verlegen Flugzeuträger und Tarnkappenbomber

Die USA schicken den Flugzeugträger USS Abraham Lincoln Richtung Persischen Golf und stationieren B-2 Stealth-Bomber auf Diego García. Gibt es doch noch Krieg?

B-2 Spirit Stealth Bomber wird in der Luft betankt.

© imago/UPI Photo US Air Force

B-2 Spirit Stealth Bomber wird in der Luft betankt.

Von Michael Maier

Die USA verstärken ihre militärische Präsenz im Nahen Osten deutlich. Das Pentagon hat den Flugzeugträger USS Abraham Lincoln samt Kampfverband in Richtung Persischer Golf beordert, während der Stützpunkt Diego García im Indischen Ozean mit B-2-Bombern bestückt wurde.

Diese Maßnahmen erfolgen inmitten massiver Proteste in Iran und scharfer Drohungen von US-Präsident Trump – „maximaler Druck“ ist seit dem 12-Tage-Krieg im Juni 2025 das Schlagwort für Trumps Iran-Strategie. Das Risiko für einen internationalen Konflikt hält also vorerst an – und dürfte noch über Wochen und Monate für Unruhe in Nahost sorgen.

Flugzeugträger USS Abraham Lincoln auf Iran-Kurs

Die Trägergruppe USS Abraham Lincoln Carrier Strike Group (CSG-3) wurde am 14./15. Januar aus dem Südchinesischen Meer abgezogen und in den CENTCOM-Verantwortungsbereich verlegt. Die vorgeschobene Kommandobasis befindet sich auf der Al Udeid Air Base in Katar.

Spätestens Ende Januar könnte der Trägerverband bereits im Arabischen Meer oder Persischen Golf operieren. Die USS Abraham Lincoln (CVN-72) ist ein nuklear betriebener Superträger der Nimitz-Klasse mit:

  • Unbegrenzter Reichweite durch Kernreaktoren
  • Carrier Air Wing 9 mit bis zu 90 Flugzeugen (F/A-18E/F Super Hornet, F-35C, EA-18G Growler)
  • Begleitschutz durch drei AEGIS-Zerstörer und mindestens ein U-Boot

Tarnkappenbomber auf Diego García

Parallel dazu zeigen Satellitenbilder mindestens sechs B-2 Spirit Stealth-Bomber auf der Insel Diego García im Indischen Ozean. Die B-2 ist speziell konstruiert, um dichte Luftverteidigung zu durchdringen und hochgesicherte, unterirdische Ziele zu zerstören – wie bereits im Juni 2025 ein klares Signal an Iran.

Zudem sollen in der Nähe von Diego García bei Bedarf noch weitere Flugzeugträger zur Verfügung stehen, heißt es laut US-Medienberichten. Diese wurden vorerst aber nicht Richtung Golf in Marsch gesetzt.

Krise im Iran

Seit Ende Dezember erschüttern Proteste den Iran, ausgelöst durch:

  • wirtschaftlichen Kollaps
  • galoppierende Inflation
  • allgemeine Unzufriedenheit mit dem Regime

Menschenrechtsorganisationen berichten von tausenden Todesopfern durch das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte. Trump hat wiederholt mit „sehr starken Maßnahmen“ gedroht, falls Demonstranten hingerichtet werden.

Internationale Reaktionen

  • Israel bat angeblich um mehr Vorbereitungszeit für mögliche iranische Vergeltungsschläge.
  • Die Golfstaaten warnen offen vor regionaler Destabilisierung.
  • Russland und China haben die USA vor einem Angriff gewarnt.

Mögliche Szenarien für den Iran

  • Abschreckung und Diplomatie: Militärische Präsenz dient als Druckmittel (wahrscheinlich)
  • Begrenzte Luftschläge: Präzisionsangriffe gegen strategische Ziele (möglich)
  • Großangriff auf Nuklearanlagen: Mit Risiko eines regionalen Krieges (denkbar)

Mit der Verlegung der USS Abraham Lincoln und der Stationierung von B-2-Bombern bauen die USA innerhalb weniger Tage erhebliche Schlagkraft auf. Ob es wirklich zu Militärschlägen kommt, hängt aber von der weiteren Entwicklung der Proteste, der Reaktion des iranischen Regimes und der Risikobereitschaft der Trump-Administration ab.

Iran und die Huthi-Miliz

Der Iran könnte seinerseits Satelliten wie die gefürchtete Huthi-Miliz am Roten Meer im Jemen zu Aktionen aufstacheln. Man wird sehen, ob die Bewegungen nur Säbelrasseln sind – oder der Auftakt zu einem Konflikt mit potenziell weitreichenden Folgen.

Allerdings sind die USA derzeit an recht vielen Ecken der Welt gleichzeitig beschäftigt – etwa in der Ukraine oder Venezuela. Die Grönland-Debatte könnte womöglich nur eine Art Ablenkungsmanöver sein, während es anderswo ans Eingemachte geht.

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Erstellt:
16. Januar 2026, 17:00 Uhr
Aktualisiert:
16. Januar 2026, 17:44 Uhr

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