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Vier Neue sind da, zehn sollen noch folgen

Trainingsauftakt beim Fußball-Regionalligisten SG Sonnenhof Großaspach: Nur 19 Tage nach dem vorerst letzten Drittligaspiel gewinnt der künftige Kader des Absteigers an Konturen, vor Sportchef Joannis Koukoutrigas liegt aber auch noch ein Berg an Arbeit.

Vier Neue waren beim gestrigen Trainingsauftakt der SG Sonnenhof Großaspach am Ball, einer davon ist Andrew Owusu.Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Vier Neue waren beim gestrigen Trainingsauftakt der SG Sonnenhof Großaspach am Ball, einer davon ist Andrew Owusu.Foto: A. Becher

Von Steffen Grün

Mit einer kurzen Ansprache von Trainer Hans-Jürgen Boysen wurde der Neustart im Fautenhau nach sechs Drittligaspielzeiten am gestrigen Nachmittag eingeläutet. Der 63-Jährige, der das Amt im Februar in beinahe aussichtsloser Lage angetreten hatte und den Abstieg trotz passabler Leistungen nicht mehr verhindern konnte, richtete seine Worte an zwei Torhüter und zwanzig Feldspieler. Was nach einem kompletten Kader klingt, war aber in Wahrheit eine bunte Mischung aus bislang vier Zugängen, neun im Klub verbliebenen Kräften, fünf Talenten aus der A-Jugend, drei Probespielern und einem externen Keeper, dessen Verpflichtung nicht infrage kommt.

Fest eingeplant und mit Arbeitspapieren ausgestattet sind davon 13 Akteure, zu ihnen zählt neuerdings auch Nicolas Jüllich. Der 30-jährige Routinier, der auf allen defensiven und offensiven Positionen im zentralen Mittelfeld eingesetzt werden kann und auch schon als hängende Spitze agierte, verlängerte seinen Vertrag bis 30. Juni 2022. SG-Sportchef Joannis Koukoutrigas wertet es als „tolles Zeichen“, dass der gebürtige Heidelberger, der mit einer Unterbrechung in der Saison 2017/2018 bereits seit sechseinhalb Jahren das Aspacher Trikot trägt, dem Klub auch nach dem Drittligaabstieg treu bleibt und er prophezeit: „Nicolas wird auch zukünftig eine tragende Rolle in unserem Spiel einnehmen.“

Vor Jüllichs Zusage hatten schon Kapitän Julian Leist, Kai Gehring, Ken Gipson, Joel Gerezgiher, Jonas Meiser und der junge Keeper David Nreca-Bisinger ihre Unterschriften unter neue Kontrakte gesetzt. Flavio Santoro und Vincent Sadler rücken aus der U19 in den Regionalligakader auf, der bisher mit vier externen Neuen aufgefrischt wurde: Rückkehrer Özgür Özdemir (Adanaspor), Marvin Cuni (Bayern München, U19), Nils Anhölcher (TSG Pfeddersheim) und Andrew Owusu (1. FC Heidenheim, U19). Bei dem Quartett wird es nicht bleiben – nicht mal ansatzweise, wie Koukoutrigas betont: „Es kommen mindestens noch zehn weitere Neue.“ Der 45-Jährige verrät, wie sich die Wunschliste im Detail zusammensetzt: „Wir suchen noch zwei Torhüter, zwei Linksverteidiger, zwei zentrale Mittelfeldspieler, zwei offensive Außenbahnspieler und zwei Stürmer.“ Mit Rechtsaußen Albin Sahiti von der U19 des SV Waldhof Mannheim, Stürmer Kennedy Marques vom Oberligisten Nöttingen und Abwehrspieler Darius Held vom Bayern-Regionalligisten Memmingen wollten drei Probespieler im gestrigen Auftakttraining für sich werben, doch ob daraus Verpflichtungen resultieren, bleibt abzuwarten.

Das WFV-Pokalviertelfinale sorgt für einen gewissen Zeitdruck.

„Wir peilen einen 23-Mann-Kader an“, sagt Koukoutrigas, hält sich aber ein Hintertürchen bis zum Ende der verlängerten Transferperiode offen: „Falls wir vor dem 5. Oktober einen Langzeitverletzten zu beklagen haben, würden wir noch einmal reagieren.“ Und selbst danach besteht immer noch die Möglichkeit, einen vertragslosen Spieler an Bord zu holen. Derzeit würden täglich Verhandlungen mit auserkorenen Kandidaten geführt, der Abstieg und das sehr späte Ende der vergangenen Runde am 4. Juli erschwere die Arbeit jedoch. Dazu kommt ein gewisser Zeitdruck, weil schon am 5. August das WFV-Pokalviertelfinale der Vorsaison beim VfB Stuttgart II ansteht und ein möglicher Triumph in diesem Wettbewerb die DFB-Pokalqualifikation mit den damit verbundenen sechsstelligen Einnahmen bedeuten würde. „Wir wollen bis dahin ein schlagkräftiges Team beieinander haben“, kündigt der Sportchef an, der ansonsten den Auftakt der Punkterunde im September im Auge hat. Ob von den Abgängen, die noch ohne neuen Verein dastehen, doch noch der eine oder andere eine Zukunft in Aspach haben könnte, lässt Koukoutrigas offen: „Noch ist für keinen die Tür zu, aber sobald die jeweilige Position besetzt ist, hat es sich erledigt.“

Von einer normalen Vorbereitung kann nicht die Rede sein, weil das Duell auf eigenem Platz mit den Stuttgarter Kickers am kommenden Dienstag um 18 Uhr, für das es keinen Ticketverkauf gibt, wohl das einzige Testspiel bleibt. Die erhofften Erfolge in den WFV-Pokalwettbewerben der alten und neuen Spielzeit vorausgesetzt, bleiben Trainer Hans-Jürgen Boysen und seinem Stab mit dem ersten Assistenten Nils Weiler, den Athletikcoaches Axel Mäder und Rafael Lopes sowie Torwarttrainer Rouven Sattelmaier nur Pflichtspiele, um die Truppe auf Kurs zu bringen.

In Sachen Saisonziel ist Koukoutrigas angesichts des längst nicht vollständigen Kaders noch vorsichtig: „Wir müssen erst einmal in der Liga ankommen und haben großen Respekt vor den anderen Vereinen. Trotzdem sind wir schon so selbstbewusst, dass wir zu den Top Fünf, Top Sechs gehören wollen.“ Den sofortigen Wiederaufstieg zur Pflicht zu erklären, kommt ihm nicht in den Sinn, denn es gibt ein warnendes Beispiel: „Der 1. FC Saarbrücken brauchte etliche Jahre, bis es geklappt hat – und das mit einem ganz anderen Budget als wir.“

Für Großaspach geht’s in Pirmasens los, dann kommt Offenbach.

„Wir nehmen es, wie es kommt, und freuen uns auf den Saisonstart“, sagt Joannis Koukoutrigas zum vorläufigen Spielplan in der Fußball-Regionalliga Südwest, der am gestrigen Donnerstag veröffentlicht wurde. Der Sportchef der SG Sonnenhof Großaspach reist mit seinem Team am ersten Spieltag zum FK Pirmasens, vermutlich wird die Partie am Samstag, 5. September, oder am Sonntag, 6. September ausgetragen. Am Wochenende darauf steht das erste Heimspiel auf dem Programm, zu dem der Traditionsverein Kickers Offenbach erwartet wird. Sollte sich Großaspach für den DFB-Pokal qualifizieren, müsste diese Partie verlegt werden, als Ausweichtermine kommen der 1./2. und der 8./9. September infrage.

Weiter geht es für die SG Sonnenhof mit dem Spiel bei der Erstligareserve von 1899 Hoffenheim (15./16. September), danach geht es zu Hause gegen die TSG Balingen (18. bis 20. September). Den kompletten vorläufigen Spielplan gibt es im Internet unter www.fupa.net/region/rems-murr.

Zunächst sollen die ersten drei Spieltage exakt terminiert werden, danach geht es stets blockweise und nach den Festlegungen der übergeordneten Ligen weiter. Existieren keine besonderen Sicherheitsvorgaben, entscheidet jeweils der Heimverein, ob samstags oder sonntags um 14 Uhr gespielt wird, wobei die Spielleitung samstags präferiert. Für Freitagsspiele um 19 Uhr oder um 19.30 Uhr braucht es das Okay der Gäste.

Der Meister steigt in die Dritte Liga auf, am anderen Tabellenende sind sechs Absteiger vorgesehen. Die Regelzahl von 18 Teams wird damit 2021/ 2022 noch nicht erreicht, weshalb es auch dann einen verschärften Abstieg braucht. „Es ist eine sehr gut besetzte Regionalliga“, sagt Koukoutrigas und sieht Elversberg, Ulm, Steinbach Haiger und Kickers Offenbach als heiße Titelanwärter.

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Erstellt:
24. Juli 2020, 06:00 Uhr

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