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Viertes Spiel, erste Niederlage

In Pfullingen nutzt der HCOB seine Vorteile vor der Pause zu wenig und verliert am Ende 24:32.

Durfte nur mit dem Auftritt in der ersten Halbzeit zufrieden sein: HCOB-Trainer Matthias Heineke. Am Ende setzte es für sein Team in der Aufstiegsrunde den ersten Rückschlag. Foto: M. Wolf

© Marco Wolf

Durfte nur mit dem Auftritt in der ersten Halbzeit zufrieden sein: HCOB-Trainer Matthias Heineke. Am Ende setzte es für sein Team in der Aufstiegsrunde den ersten Rückschlag. Foto: M. Wolf

Von Alexander Hornauer

Der HC Oppenweiler/Backnang hat im vierten Spiel der Aufstiegsrunde zur zweiten Handball-Bundesliga erstmals verloren. Beim VfL Pfullingen gab es eine 24:32-Niederlage. Der Sieg der Gastgeber war am Ende gewiss verdient. Der Drittligist aus dem Murrtal hatte in den Minuten nach der Pause den Anschluss verloren. Entscheidend aber war, dass die Gäste in der ersten Halbzeit versäumten, die Weichen zu ihren Gunsten zu stellen.

Beide Mannschaften legten zu Beginn ein hohes Tempo an den Tag, bewiesen Durchschlagskraft. Der HCOB hatte Vorteile, führte zeitweise mit zwei Toren. Das Zusammenspiel mit Kreisläufer Jakub Strýc funktionierte gut. Aus dem Rückraum setzte sich bei Oppenweiler/ Backnang vor allem der junge Timm Buck immer wieder gut in Szene und untermauerte seine in der Aufstiegsrunde bisher gezeigten sehr guten Leistungen.

In der Abwehr ließen die Murrtaler jedoch zu viel zu. Sie kassierten den einen oder anderen Treffer aus der Kategorie vermeidbar. HCOB-Coach Matthias Heineke bemängelte hernach, dass man von den Aktionen, die prägend fürs Pfullinger Spiel sind und deshalb eine Nuance absehbar gewesen wären, zu wenige vermeiden konnte. Vor allem Niklas Roth bekam von der Abwehr viel Raum.

So stand es nach rund 20 Minuten Unentschieden, 10:10. In den Minuten vor der Pause wurde die Begegnung dann zerfahrener. Viele technische Fehler, ungenutzte Großchancen, Treffer hatten zunehmend Seltenheitswert. Der VfL übernahm die Führung, Geburtstagskind Alexander Schmid (33) traf vom Kreis zum 12:11. Diesen Minivorsprung nahm Pfullingen mit in die Kabine, 14:13. Und aus Sicht Oppenweiler/Backnangs war’s insofern ärgerlich, weil eigentlich auch eine eigene Führung drin gelegen hatte.

Trotzdem war für die Gäste alles drin. Aber der Auftakt in die zweite Halbzeit verhieß wenig Gutes. Der HCOB spielte sich gute Chancen heraus, nur fand der Ball selten den Weg ins Tor. Das lag auch an Pfullingens Schlussmann Simon Tölke, der eine gute Partie ablieferte. Auf der Gegenseite hatte der VfL leichtes Spiel, zog davon, 21:16 nach 40 Minuten. Und dann gab es bei den Gästen auch noch eine Rote Karte für Ruben Sigle nach einem Foul an Lukas List.

Als belebend erwies sich die Einwechslung von Evgeni Prasolov. Der erfahrene Rückraumspieler beendete die Torflaute des Teams aus dem Murrtal und sorgte dafür, dass der Vorsprung nicht zu sehr anwuchs. Doch in Summe kam der HCOB dem Ex-Bundesligisten aus dem Echaztal nicht mehr bei. Die Zahl der ungezwungenen Fehler blieb zu hoch und so kam Pfullingen zu einigen Kontertreffern. Gästetorwart Stefan Koppmeier war zwar oft zur Stelle, weniger als sechs Tore Rückstand wurden es für seine Mannschaft aber nicht mehr.

So stand für Oppenweiler/Backnang am Ende die erste Niederlage in der vierten Partie der Aufstiegsrunde zu Buche. Ärgerlich gewiss, so deutlich wie das Ergebnis es vermuten lässt, war der Spielverlauf allerdings nicht. Zugleich gab es aber auch viele Dinge, die nicht so funktionierten wie in den vergangen Wochen, da muss aufs kommende Wochenende wieder eine Steigerung her.

32:24 (14:13) Stimme zum Spiel VfL Pfullingen: Tölke, Schlipphak – Mathis Roth (1), Schmid (4), Breckel (6), Mager, Nothdurft (4), Niklas Roth (7), Prinz, Jabot, Möck (1), Klingler, Fischer (7/1), List (2), Bauer. HC Oppenweiler/Backnang: Koppmeier, Erb – Lenz (3/1), Buck (7), Raff, Sigle (2), Wolf, Schöbinger (1), Prasolov (4), Strýc (4), Csauth (n.e.), Florian Frank (n.e.), Maurer, Bühler, Rauh (1), Düren (2). Siebenmeter: 1/2:1/1 (Fischer scheitert an Koppmeier). – Zeitstrafen: 8:12 Minuten (Niklas Roth/zweimal, Prinz, Jabot – Sigle/ nach Disqualifikation, Düren, Maurer, Prasolov, Schöbinger, Strýc). – Schiedsrichter: Kauth/Kolb (Taufkirchen/Augsburg). Trainer Matthias Heineke: „Schon in der ersten Halbzeit haben wir Pfullingen viel zu viele Schokoladeaktionen zugestanden und gehen mit 13:14 in die Halbzeit, das war schon ein bisschen der Hauptgrund. Nach der Halbzeit sind wir innerhalb von fünf Minuten überrannt worden. Dann kam alles zusammen: Rote Karte, viele Unterzahlsituationen, im Angriff für klare Durchbrüche kaum belohnt worden. Da war viel Chaos.“ Der HCOB bleibt mit 5:3 Punkten Spitzenreiter. Auch Rivale HSG Krefeld Niederrhein unterlag erstmals, die Murrtaler sind ein Tor besser. In der Tabelle sind bis auf Schlusslicht Horkheim alle sehr eng zusammen. Nur zwei Punkte trennen den Sechsten vom Ersten. Torwart Jürgen Müller fiel krank aus, Stefan Koppmeier spielte durch, machte das gut. Für den Fall der Fälle hatte Oppenweiler/Backnang Jonathan Erb mitgenommen. Der Keeper der Zweiten ist auch im Training oft dabei und damit in die Testabläufe eingebunden. Nur ein klitzekleiner Trost war es an diesem Abend, aber vielleicht wird man sich irgendwann daran erinnern: HCOB-Youngster Lukas Rauh hat in der Pfullinger Kurt-App-Halle sein erstes Tor im Drittliga-Team geworfen. Der Mann aus dem eigenen Nachwuchs macht gute Fortschritte. Rund ums Spiel
Viertes Spiel, erste Niederlage

© Jennifer Bauer

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Erstellt:
3. Mai 2021, 06:00 Uhr

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