Tim Kaulitz klagt über Cluster-Schmerzen

Volkskrankheit: Jeder Vierte leidet regelmäßig unter Kopfschmerzen

Tom Kaulitz leidet darunter: Er zählt zu den schlimmsten Schmerzen, die ein Mensch erleben kann. Typisch für Clusterkopfschmerz ist ein starkes Stechen im Bereich des Auges. Was weitere Symptome sind. Und was gegen den Schmerz hilft.

Tom Kaulitz, Ehemann von Heid Klum und Sänger von "Tokio Hotel", schildert in seinem Podcast die unerträglichen Schmerzen bei Clusterkopfschmerzen.

© Fabian Sommer/dpa

Tom Kaulitz, Ehemann von Heid Klum und Sänger von "Tokio Hotel", schildert in seinem Podcast die unerträglichen Schmerzen bei Clusterkopfschmerzen.

Von Markus Brauer/AFP

„Ìch habe wirklich so für eineinhalb Stunden gedacht, ich würde mir am liebsten den Kopf abhacken.“ Mit diesen Worten beschreibt Musiker Tom Kaulitz im Podcast „Kaulitz Hills – Senf aus Hollywood“ eine Clusterkopfschmerz-Attacke, die er vor kurzem durchgemacht hat.

Clusterkopfschmerz hat eine große Wucht. Manche Betroffene sagen sogar: Es fühlt sich an, als würde einem jemand einen Nagel ins Auge rammen. Im Vergleich zu Migräne kommt Clusterkopfschmerz deutlich seltener vor: Nach Angaben der Deutschen Hirnstiftung ist einer von 1000 Menschen betroffen, Männer dabei etwa dreimal so häufig wie Frauen. Drei Fragen und Antworten zu der Erkrankung.

Volkskrankheit Kopfschmerzen

Jeder vierte jüngere Bundesbürger leidet einer Umfrage zufolge regelmäßig unter Kopfschmerzen. 20 Prozent der Männer und 30 Prozent der Frauen zwischen 14 und 34 Jahren gaben  in einer Erhebung der vivida bkk und der Stiftung „Die Gesundarbeiter“ an, oft oder sogar sehr oft von Kopfschmerzen geplagt zu sein. Ein Drittel der Befragten leidet ab und zu darunter.

#Migräne oder #Kopfschmerzen beeinträchtigen die Lebensqualität erheblich. Unsere #Studie#ZukunftGesundheit zeigt: Jeder vierte junge Bundesbürger leidet regelmäßig unter #Schmerzen im Kopf- und Nackenbereich. Als häufigste Auslöser werden u.a. #Stress und #Schlafmangel genannt. — vivida bkk (@vividabkk) February 21, 2024

Das sind Auslöser von Kopfschmerzen

  • Während Frauen Stress (72 Prozent) und Schlafmangel (57 Prozent) als häufigste Auslöser ihrer Beschwerden nennen, steht bei Männern Schlafmangel (49 Prozent) an erster Stelle, gefolgt von Stress (45 Prozent) und Wetterumschwüngen beziehungsweise Hitze (40 Prozent).
  • Männer geben zudem auch häufig Alkohol als Ursache an (24 Prozent). Frauen führen Kopfschmerzen nur zu sieben Prozent auf Alkohol zurück. Befragt wurden 1071 Menschen zwischen 14 und 34 Jahren.

Diese Arten von Kopfschmerzen gibt es

Grundsätzlich lassen sich diese Arten von Kopfschmerzen unterscheiden:

  • Spannungskopfschmerzen
  • Migräne
  • Cluster-Kopfschmerzen
  • Sinus-Kopfschmerzen
  • Dauerkopfschmerzen durch zu viele Schmerzmittel.

Spannungskopfschmerzen

Patienten, denen der Kopf wehtut, haben am häufigsten Spannungskopfschmerzen. Die Hälfte aller Kopfschmerz-Gepeinigten, so schätzen Ärzte, leidet unter dieser Form von Kopfweh. Meist treten Spannungskopfschmerzen beidseitig auf, sind dumpf und drückend. Sie werden ausgelöst, weil sich die Muskulatur am Kopf verspannt. Stress oder Fehlhaltungen können eine Ursache sein.

Migräne

Während Spannungskopfschmerzen beidseitig auftreten, schmerzt Migräne fast immer nur auf einer Seite des Kopfes. Dort kann es hämmern, pochend, stechen. Häufig gehen Migräne-Attacken mit Übelkeit einher. Oft können Migräne-Patienten während einer Episode Geräusche und helles Licht kaum ertragen. Bei vielen Migräne-Geplagten sind es bestimmte Faktoren, die eine Attacke auslösen – Mediziner sprechen von sogenannten Triggern.

Clusterkopfschmerzen

Name:

  • Clusterkopfschmerzen heißen so, weil sie gehäuft auftreten. Betroffene haben oft Monate oder Jahre Ruhe, bis der Schmerz plötzlich zurückkehrt – dann allerdings mit bis zu acht Attacken pro Tag, und das über Wochen oder gar Monate.
  • Die Schmerzen treten meist einseitig auf. Oft sind die Attacken so heftig, dass die Betroffenen nicht mehr in der Lage sind, ihrem Alltag nachzugehen. Clusterkopfschmerzen treten besonders oft nachts auf und werden durch die Fehlfunktion eines Gesichtsnervs ausgelöst, wie die Medizin inzwischen herausgefunden hat.

Schmerz:

  • Bohrend, stechend, brennend: Der Schmerz tritt dabei im Bereich von Auge und Schläfe auf, wobei immer nur eine Seite des Gesichts betroffen ist.
  • Häufige Begleitsymptome sind:
  • ein gerötetes und tränendes Auge
  • eine verstopfte Nase
  • eine Schwellung des Augenlids
  • vermehrtes Schwitzen auf der betroffenen Gesichtshälfte

Episoden:

  • Clusterkopfschmerz tritt in Episoden auf, die einige Tage bis Wochen andauern können. In dieser Zeit erleben Betroffene regelmäßig Schmerzattacken – bis zu mehrmals am Tag. Oft setzen sie dabei stets zur selben Uhrzeit ein. Nach 15 Minuten bis 3 Stunden ist der Spuk in aller Regel wieder vorbei.
  • Ist die Clusterepisode abgeklungen, haben Betroffene eine Zeit lang keine Beschwerden. Manchmal liegen zwischen zwei Episoden sogar Jahre.

Ursachen:

  • Die genaue Ursache ist der Deutschen Hirnstiftung zufolge nicht vollständig geklärt. Es gibt Hinweise darauf, dass die Erkrankung womöglich auf eine Fehlfunktion des Hypothalamus zurückgeht, der den Tag-Nacht-Rhythmus im Gehirn reguliert. Auch Durchblutungsveränderungen könnten eine Rolle spielen.
  • Steckt ein Patient oder eine Patientin einer Clusterepisode, können bestimmte Auslöser, sogenannte Trigger, zu einer Schmerzattacke führen. Ein Beispiel ist Alkohol. Auf ihn sollten Betroffene während einer Episode daher besser verzichten.

Hilfen:

  • Einfach eine Ibuprofen-Tablette einwerfen und dann wird es besser? Diese Strategie geht bei Clusterkopfschmerz nicht auf. Hier ist ärztlicher Rat gefragt.
  • Was vielen Betroffenen während einer Schmerzattacke hilft: reinen Sauerstoff über eine Atemmaske einatmen. Zudem können zwei Migränemittel, Sumatriptan und Zolmitriptan, den Schmerz lindern.
  • Sumatriptan wird dabei, mit einem Pen unter die Haut gespritzt. Das sollte direkt nach Beginn einer Schmerzattacke passieren. Zolmitriptan hingegen kommt als Nasenspray zum Einsatz, wobei es am besten in das Nasenloch der nicht schmerzenden Seite gesprüht wird.

Sinus-Kopfschmerzen

Kopfschmerzen können auch Folge einer Krankheit wie Erkältung und Bluthochdruck oder einer Verletzung etwa am Kopf oder einem Halswirbel sein. Dann spricht man von sekundären Kopfschmerzen.

Vor allem in der kalten Jahreszeit treten sie mitunter als Folge einer verschnupften Nase auf, die zu einer Entzündung der Nebenhöhlen führt. Die Schmerzen strahlen dann meist in Nase und Nebenhöhlen aus. Davon betroffen sein können auch der Oberkiefer und die Zähne. Folgen sind mitunter Übelkeit, Erbrechen und Fieber.

Dauerkopfschmerzen durch zu viele Schmerzmittel

Schmerzmittel versprechen schnelle Linderung, wenn der Kopf pocht. Doch Vorsicht ist geboten: Denn die Medikamente können Kopfschmerzen auch selbst auslösen, warnen Mediziner und Apotheker. Nur weil man sie ohne Rezept bekommt, heißt das nicht, dass Schmerzmittel harmlos sind.

Von Schmerzmitteln ausgelöste Dauerkopfschmerzen fühlen sich oft dumpf und drückend an. Wer vermutet, dass zu viel Schmerzmittel der Auslöser für sein andauerndes Kopfweh sein könnte, sollte mindestens 14 Tage ganz auf solche Medikamente verzichten.

Ärzte raten, Schmerzmittel nicht länger als drei Tage am Stück und maximal zehn Tage im Monat einzunehmen.

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Erstellt:
2. April 2026, 12:56 Uhr
Aktualisiert:
2. April 2026, 13:01 Uhr

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