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Vom Außenverteidiger zum Torjäger

Kim Schmidt vom Bezirksliga-Spitzenreiter SV Allmersbach ist sehr treffsicher – In der Jugend viele Jahr für VfB und Kickers am Ball

Mit 24 Toren in der aktuellen Spielzeit führt Kim Schmidt vom Spitzenreiter SVAllmersbach die Torjägerliste in der Fußball-Bezirksliga souverän an. Auch in den vergangenen Runden bewies sich der 27-Jährige als sehr treffsicherer Stürmer. Ins Täle kam der Angreifer, der früher Außenverteidiger bei den Stuttgarter Kickers war, auf originelle Weise.

Kim Schmidt jagt seit fünf Jahren im Allmersbacher Trikot dem Ball hinterher. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Kim Schmidt jagt seit fünf Jahren im Allmersbacher Trikot dem Ball hinterher. Foto: A. Becher

Von Timo Babic

Für den in Welzheim lebenden Kim Schmidt zählte das runde Spielgerät schon früh zu seiner größten Leidenschaft. Orientiert hat er sich dabei an seinem Bruder und seiner Mutter, die Betreuerin beim Fußball war. „Sobald ein Ball in meiner Nähe war, hat er mir gehört“, erinnert sich Schmidt an seine Kindheit zurück. Mit vier Jahren begann er das Spielen beim FC Welzheim. Jedoch nicht wie heute als Stürmer: „Früher war ich Außenverteidiger. Im Training bei den Stuttgarter Kickers wurde ich aufgrund meiner Schnelligkeit ab und zu auch als Linksaußen aufgestellt. Erst seitdem ich in Kaisersbach spielte, bin ich Stürmer.“

In seiner Zeit als Fußballer musste sich Kim Schmidt von keiner größeren Verletzung erholen, mit einer Ausnahme. „Bei einer Schwalbe im Training habe ich mir das Schlüsselbein gebrochen“, sagt der 27-Jährige und lacht. Im Zweikampf mit Torhüter Bernd Leno, mit dem er beim VfB Stuttgart über acht Jahre zusammengespielt hat, habe er sich den Bruch zugezogen. Sein großes Idol war schon immer Philipp Lahm. Erst seitdem der ehemalige Nationalspieler nach München wechselte, wurde Schmidt zum Bayern-Fan. Beim Aufzählen der Höhepunkte seiner Laufbahn blickt Schmidt auf die Länderpokale im Auswahlbereich, die deutsche Meisterschaft mit der B-Jugend des VfB Stuttgart sowie den Landesliga-Aufstieg mit seinem aktuellen Verein, dem SV Allmersbach, vor zwei Jahren im Aktivenbereich zurück. „Damals war das ganze Dorf in Ekstase, da wurde Alkohol wie Wasser getrunken“, erinnert sich Kim Schmidt.

In dieser Saison könnte ihm mit dem SV Allmersbach erneut der Aufstieg gelingen. „Das wäre natürlich ein schönes Déjà-vu“, sagt Schmidt mit einem Grinsen. Auf die Frage, ob er wisse, wie viele Tore er für den SV Allmersbach geschossen hat, antwortet er offenkundig: „96 Tore in der Bezirksliga.“ Hinzu kommen 16 Treffer in der Landesliga und zwei für die zweite Allmersbacher Garnitur. Doch ohne sein Team würde Schmidt längst nicht so oft treffen, da gehöre die ganze Mannschaft dazu. Es sind die Mitspieler, die seine Tore vorbereiten.

Als besondere Partie bezeichnet er das Derby in Unterweissach im Februar 2016. Dort habe er früh im Spiel einen Elfmeter verschossen, dann „lagen wir 1:2 hinten und in der Nachspielzeit habe ich zum Ausgleich getroffen. Es war unglaublich, zu sehen, wie alle aufs Feld gerannt sind, es war sehr emotional.“ Es sind generell die Derbys, die für den Torschützen sehr gefühlvoll sind. „Natürlich sind die Spiele gegen Unterweissach etwas anderes, aber für mich ist auch Murrhardt ein besonderer Gegner“, so Schmidt, der in den vergangenen Jahren gegen den VfR immer traf.

Im Leben des 27-Jährigen gibt es neben Fußball keine zweite Sportart. Ihn fasziniert der Teamgedanke, als Mannschaft zu gewinnen, gerade im Amateurbereich, wenn man Meisterschaften und Aufstiege feiert. Seine Tore schießt er hauptsächlich mit seinem stärkeren linken Fuß, doch auch mit dem Kopf hat er in dieser Spielzeit schon zweimal getroffen. Für den 1,72 Meter kleinen Torjäger ist es schon etwas Besonderes. Dank seines ehemaligen Teamkollegen Ralf Wildermuth wird er deshalb liebevoll „Asterix“ genannt. Die aktuelle Saison ist für Schmidt die fünfte in Allmersbach.

Auf nicht alltägliche Weise fand er damals den Weg ins Täle: „Bei einer Jahresfeier des SVA haben wir ziemlich viel getrunken. Dann haben Manuel Mrasek und ich aus Spaß auf einen Zettel geschrieben, dass ich ab sofort hier spielen werde. Dann wurde aus Spaß schnell Ernst und mittlerweile bin ich sehr froh darüber, denn der SVA ist bei mir nicht mehr aus dem Herzen zu denken.“ Kim Schmidt fühlt sich in Allmersbach sehr wohl: „Es ist sehr familiär, aber es gibt hier auch eine klare Linie. Wenige Vereine sind so gut besetzt wie der SVA. Es ist ein wunderbarer Verein.“

Einige Dinge wiederholen sich bei Schmidt an Spieltagen immer wieder. Der Wecker klingelt immer um 8.33 Uhr. Dabei spielt er auf seine Rückennummer 33 an, doch die hat er nicht schon immer: „Früher hatte ich immer die Nummer 3. In Allmersbach war die aber schon vergeben. Dann habe ich mich eben für zwei Dreier entschieden.“ Vor seinen Spielen isst Schmidt immer Spaghetti, seine Tore zelebriert der Vater zweier Kinder mit einem Kuss an seinem Oberarm. Denn dort ist der Name seiner Frau tätowiert.

Doch aufgrund der momentanen Krise um das Coronavirus rückt der Fußball für den Goalgetter aktuell in den Hintergrund. „Das Training hat bei uns in den vergangenen Wochen nicht stattgefunden. Wir mussten daheim, so gut es geht, individuell trainieren“, erklärt Schmidt und fährt fort: „Ich und meine Teamkollegen vermissen irgendwas, es fehlt das Runde an den Füßen.“ Trotz allem gilt für ihn: „Solange es die Beine und Knochen mitmachen, will ich Fußball spielen, und das aktiv.“ Danach kann sich Schmidt gut vorstellen, als Trainer zu arbeiten, „Hauptsache irgendwas mit Fußball“.

Zur Person
Kim Schmidt

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Erstellt:
9. Mai 2020, 06:00 Uhr

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