Historischer Testflug
Wann startet SpaceX-Starship-12? - Termin & Hintergründe zum Testflug
Nach mehreren Tests und einer Generalprobe rückt der nächste Starship-Flug näher. Im Mittelpunkt steht diesmal vor allem die Premiere einer umfassend überarbeiteten Raketenversion.
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SpaceXs neuer Starship-Testflug könnte schon bald starten– warum Beobachter davon ausgehen und was hinter dem Termin steckt.
Von Matthias Kemter
SpaceX steht vor dem nächsten wichtigen Test seiner Schwerlastrakete Starship. Nach erfolgreichen Triebwerkstests und einer abgeschlossenen Startprobe haben sich die Hinweise, dass Flight 12 abheben soll, bereits letzte Woche verdichtet. Nun ist der Starttermin für den nächsten Starship-Flug offiziell. Neben dem Starttermin in dieser Woche steht dabei auch der erste Einsatz der neuen Starship-Version 3 im Fokus.
Der geplante Starttermin
Nach zahlreichen Spekulationen hat SpaceX nun die Gerüchte um einen möglichen Starship-Start bestätigt. Das Unternehmen plant den 12ten Starship-Testflug am Mittwoch, dem 20, Mai 2026 um 17:30 Uhr (CT). In Deutschland wird der Start in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag um 00:30 Uhr zu sehen sein.
Der Start erfolgt nach zahlreichen Meilensteinen. Nach dem erfolgreichen Triebwerkstest der Oberstufe im April absolvierte SpaceX am 7. Mai auch den vollständigen Brenntest des Super-Heavy-Boosters mit allen 33 Raptor-Triebwerken. Hinzu kam am 11. Mai eine erfolgreiche Generalprobe mit vollständig betankter Rakete. Da damit die entscheidenden Vorbereitungen für Flight 12 abgeschlossen sind und auch die neue Startrampe einsatzbereit ist, dürfte dem Start nichts mehr im Wege stehen. Einen offiziellen Livestream plant das Unternehmen etwa 45 Minuten vor dem Start auf der SpaceX-Webseite und auf X @SpaceX live zu schalten.
Warum Flight 12 besonders ist
Mit Flight 12 soll erstmals Starship V3 fliegen. Diese Version ist mit rund 124 Metern noch etwas größer als ihre Vorgänger und markiert den Einstieg in eine weiterentwickelte Generation der Rakete. Auch die Technik wurde überarbeitet: SpaceX setzt auf neue Raptor-3-Triebwerke, die mehr Leistung liefern sollen. Allein der Super-Heavy-Booster besitzt 33 Triebwerke. Zusammen ergibt das laut SpaceX-Angaben einen theoretischen Gesamtschub von rund 9.000 Tonnen.
Parallel dazu wurde auch die Infrastruktur am Boden angepasst. Für die neue Rakete entstand eine neue Startrampe mit robusterer Auslegung. Dazu gehört auch ein verbessertes Wassersprühsystem unter dem Startplatz, das die enormen Belastungen beim Zünden der Triebwerke besser abfangen soll.
So soll der Testflug verlaufen
Auch Flight 12 soll noch nicht in eine Erdumlaufbahn führen. Geplant ist vielmehr ein suborbitaler Flug, bei dem sowohl der Booster als auch die Oberstufe nach dem Start im Ozean wassern sollen. Anders als beim elften Testflug will SpaceX den Booster diesmal nicht mit dem Mechazilla-Turm auffangen. Der Fokus liegt nach den vorliegenden Informationen zunächst auf der neuen Konstruktion und ihrem Flugverhalten. Hauptgrund dürfte die Reduzierung der Gitterflossen von 4 auf 3 sein, die bei der Landung auch zum Auffangen genutzt wurden. Diese sollen etwa 50 Prozent größer und somit stabiler sein.
Warum der Start für SpaceX und NASA wichtig ist
Der Flug hat über den reinen Testbetrieb hinaus Bedeutung. Die NASA setzt bei ihrem Artemis-Programm auf eine angepasste Starship-Oberstufe als Mondlandefähre. Bevor das System dort tatsächlich eingesetzt werden kann, stehen allerdings weitere Nachweise aus. Starship muss unter anderem zeigen, dass es den Orbit erreicht, im All betankt werden kann und später mit den nötigen Systemen für bemannte Einsätze ausgerüstet wird. Flight 12 ist deshalb ein wichtiger Schritt, aber noch nicht der letzte.
