Göppinger Softwareanbieter
Warum Teamviewer aus dem MDax geflogen ist
Abschied vom MDax: Die Aktie des weltweit agierenden Göppinger Softwareanbieters Teamviewer ist künftig nur noch im SDax eingestuft. Auch die Prognose für 2026 enttäuscht Anleger.
© Horst Rudel
Oliver Steil ist seit acht Jahren Chef der Teamviewer-Gruppe und seit der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft im Jahr 2019 deren Vorstandsvorsitzender.
Von Matthias Schiermeyer
Der gigantische und letztlich unaufhaltsame Kursverfall seit Anfang Juli 2020 von rund 55 Euro auf nunmehr 4,40 Euro lässt sich nun auch an der Börsenliga ablesen, in der die Teamviewer-Aktie künftig spielt. Anfang der Woche ist sie aus dem MDax geflogen und in den SDax abgestiegen. Aufgestiegen in die zweite Liga sind Deutz, Jenoptik, Salzgitter. Die Deutsche Börse reagiert damit auf die vergrößerte oder verringerte Marktkapitalisierung.
Binnen eines Jahres rund 66 Prozent an Wert eingebüßt
Der Göppinger Softwareanbieter von digitalen Arbeitsplatz-Lösungen war erst im Dezember 20 Jahre alt geworden – gegründet in einem Uhinger Keller. Seiner Aktie droht mit dem Rauswurf weiterer Verfall: Bei Fonds, die den MDAX darstellen, stehen die Zeichen nun auf Verkauf. Binnen eines Jahres hat die Aktie rund 66 Prozent an Wert eingebüßt, seit Anfang 2026 gut 26 Prozent.
Teamviewer hatte im Jahresfinanzbericht für 2025 mit einem Umsatz von 767,5 Millionen Euro noch ein Wachstum von fünf Prozent gegenüber 2024 verkündet. Das neu ausgerichtete Großkunden-Geschäft floriert, die Einführung des KI-Angebots sei erfolgreich, heißt es. Probleme macht das Massengeschäft mit kleineren Kunden.
Null bis drei Prozent Wachstum prognostiziert
Die Erwartungen für dieses Jahr fallen mit null bis drei Prozent Wachstum bei geringeren Margen aus Anlegersicht enttäuschend aus – auch wenn Teamviewer-Chef Oliver Steil verkündete, dass man mittelfristig zu einem mittleren bis hohen einstelligen Wachstum zurückkehren und die „starke Profitabilität aufrechterhalten“ wolle. Richtungsweisend könnten schon die nächsten Quartalszahlen am 6. Mai werden. Kleines Trostpflaster: Die DZ Bank hat die Einstufung der Aktie auf „Kaufen“ angehoben.
