Folgen des Klimawandels

Weniger Zirkulation: Bodensee geht langsam die Luft aus

Der Klimawandel macht dem riesigen Bodensee zu schaffen. Im Zuge steigender Lufttemperaturen wird das Wasser immer wärmer, warnen Experten. Die Folge: Weniger Sauerstoff gelangt durch Zirkulation in große Tiefen.

Blick von einer Fähre auf den Bodensee bei Bregenz.

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Blick von einer Fähre auf den Bodensee bei Bregenz.

Von KNA/Markus Brauer

Der Klimawandel bereitet dem Bodensee nach Einschätzung von Umweltexperten zunehmend Probleme. „Im Zuge der generell steigenden Lufttemperaturen wird auch das Wasser immer wärmer“, betont die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) am Donnerstag in Stuttgart.

Zeitfenster für Zirkulation wird kleiner

Zudem erwärme es sich im Frühjahr zeitiger und kühle im Herbst später ab. Das bedeutet den Experten zufolge: Das Zeitfenster im Winter, in dem Wasser in die Tiefe des Sees zirkulieren kann, verkleinert sich.

Dabei sei dies für das Ökosystem sehr wichtig, erklärt die Kommission. Nur so gelange Sauerstoff in die tiefen Regionen. Doch auch in diesem Winter sei im gesamten See die Zirkulation in ausreichendem Maße bis zur tiefsten Stelle nicht möglich gewesen, erläutert der Leiter des Instituts für Seenforschung, Harald Hetzenauer.

Es stelle sich die Frage, „wie viele Jahre mangelnder Zirkulation in Folge der See tolerieren kann, bevor ihm im wahrsten Sinne des Wortes in der Tiefe die Luft ausgeht“, warnt Hetzenauer.

Durchmischung bis auf den Grund

Den Experten zufolge ist es am besten, wenn das Wasser bis zum Seegrund in 251 Meter Tiefe zirkuliert. Nur dann könne Sauerstoff auch tiefe Regionen erreichen.

In regelmäßigen Abständen werden laut den Experten Temperatur und Sauerstoffgehalt des Wassers gemessen. Nicht nur die im See lebenden Fische und andere Tiere, sondern auch viele Mikroorganismen benötigen Sauerstoff. Diese bauen gerade auch in tieferen Regionen des Sees Tier- und Pflanzenreste ab.

Größter See Deutschlands

Den Zustand des Sees überwacht das Institut für Seenforschung, das zur Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg gehört, gemeinsam mit den Fachstellen der weiteren Anrainerländer.

Mit seiner Fläche von 536 Quadratkilometern ist der Bodensee der größte See in Deutschland und einer der größten Seen in Europa. Im Alpenvorland zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz gelegen, ist er 63 Kilometer lang.

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Erstellt:
10. April 2026, 16:46 Uhr

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