Olympische Winterspiele

Wie funktioniert der Penis-Trick im Skispringen?

Berichte über mögliche Penis-Manipulationen im Skispringen sorgten zuletzt für Wirbel. Der deutsche Sportdirektor fordert daher strengere Vermessungen der Athleten.

Um die Anzuggröße gibt es immer wieder Diskussionen.

© Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Um die Anzuggröße gibt es immer wieder Diskussionen.

Von Florian Huth

Nach Spekulationen über mögliche Penis-Tricksereien im Skispringen und Forderungen nach neuen Messmethoden hat Chefkontrolleur Mathias Hafele Änderungen in Aussicht gestellt. Das steckt dahinter.

 

 

Wie funktioniert der „Penis-Trick“ im Skispringen?

Für die Festlegung der Größe der Sprunganzüge werden die Athleten vom Weltverband FIS genau vermessen. Vereinfacht gesagt gilt: Je mehr Material an den richtigen Stellen, desto größer der Auftrieb. Rund um den Jahreswechsel hatte die „Bild“ berichtet, einige Sportler sollen für ein paar Millimeter zusätzlichen Stoff zu Hyaluronsäure gegriffen haben, um vor der Messung ihren Penis künstlich zu vergrößern.

Wie kann man die Trickserei verhindern?

„Wir arbeiten im Hintergrund bereits an Methoden, dass das schwierige Thema verbessert wird“, sagte Chefkontrolleur Mathias Hafele der „Bild“: „Wir favorisieren eine Knochenmessung, auch eine manuelle. Sprich, dass man ganz wie in alten Zeiten markante Körperpunkte festlegt, wie zum Beispiel der Hüftknochen, und dann mit einem Maßband arbeitet. Auch eine Messung an der Außenseite ist möglich und der Schritt wird dann prozentual dazugerechnet.“

Sportdirektor Hüttel sieht „Handlungsbedarf“

„Das Problem an der ganzen Sache ist: Die derzeitige Vermessung wird von einem 3D-Scanner gemacht. Der Punkt, wo das Schrittmaß genommen wird, wird aber händisch festgelegt“, sagte Sportdirektor Horst Hüttel vom Deutschen Skiverband der Deutschen Presse-Agentur bei den Olympischen Winterspielen. „Je weiter unten sich die Geschlechtsteile befinden, desto weiter unten ist der Schritt beim Athleten in der Fis-Tabelle manifestiert.“ Hüttel sagte zudem: „Ich habe keine Hinweise, dass betrogen wurde. Ich sehe trotzdem Handlungsbedarf, um das Thema aus der Welt zu schaffen.“ Der 57-Jährige ergänzte in Italien: „Zumindest theoretisch gibt es die Möglichkeit zur Manipulation.“

Kommen die Regeländerungen schon bald?

Hafele erklärte, dass bereits zur neuen Saison anders als bisher gemessen werden soll. „Wir, die Fis, arbeiten eng mit den Nationen zusammen. Wir stimmen uns auch mit dem medizinischen Komitee ab. Ich analysiere gerade sämtliche Möglichkeiten, die auf dem Markt sind. Doch es braucht eben Zeit. Das erste Meeting für die kommende Saison wird im März beim Weltcup-Abschluss stattfinden. In der Fis-Vollversammlung im Sommer wird dann abgestimmt.“ Auch über eine Röntgenmethode werde nachgedacht.

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Erstellt:
20. Februar 2026, 11:06 Uhr

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