Wie gehen die Fans in Berlin miteinander um?
Zuletzt kam es vor dem Liga -Spiel des VfB in München zu gewaltsamen Vorfällen – nun geht es zum Finale.
Von David Scheu
Stutttgart - Das jüngste Duell zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart im April (4:2) sorgte auch abseits des Platzes für Schlagzeilen, als es vor dem Spiel zu einem Angriff auf Münchner Fans und der Ingewahrsamnahme einer dreistelligen Personenzahl aus der Stuttgarter Ultraszene kam. Nun werden am Wochenende Zehntausende Anhänger beider Vereine nach Berlin zum Pokalfinale zwischen dem VfB und dem FCB reisen – was zur Frage führt: Wie groß ist das Konfliktpotenzial zwischen den Fangruppen, die sich ja nicht gerade freundschaftlich gesinnt sind?
Nun lässt sich der Verlauf des Wochenendes natürlich nicht genau prognostizieren, dafür ist schlichtweg zu viel los an zu vielen Orten. Bislang aber deutet nicht viel auf eine Wiederholung der Ereignisse von München hin. Aus mehreren Gründen.
Zunächst: Zwar liegen die Fanfeste des VfB (Alexanderplatz) und des FCB (Potsdamer Platz) nur drei Kilometer und damit 45 Gehminuten auseinander – hier ist aber nicht davon auszugehen, dass die geographische Nähe zum Problem wird. Bei den Bayern ist die Fankultur rund um solche Endspiele oder internationale Auswärtspartien zuletzt oft eine dezentrale gewesen, wozu auch die überschaubaren Kapazitäten am Potsdamer Platz für einige Tausend Fans passen. Das VfB-Fanfest richtet sich indessen zwar grundsätzlich an alle Anhänger, war im Vorjahr am Breitscheidplatz aber eher ein Anlaufpunkt für Fanclubs und Vereinsmitglieder – und weniger für die aktive Szene.
Diese hat rund um das Pokal-Wochenende ohnehin einen anderen Fokus: die reibungslose Durchführung der Choreographie, die kurz vor Spielbeginn das Bild auf den Rängen bestimmen soll und die mit einem erheblichen organisatorischen Aufwand verbunden ist. Testläufe und Abstimmungsbedarf inklusive. Unter anderem deshalb steht auch noch nicht fest, ob es im Vorfeld des Spiels einen Fanmarsch geben wird – hier fällt die Entscheidung spontan.
Insgesamt spricht also einiges dafür, dass es in Berlin ein Wochenende im Zeichen der Fanfeste in der Stadt und der Choreographien im Stadion wird – ohne Vorfälle wie zuletzt in München.
