CDU-Parteitag

Wie viele Gegenstimmen gab es für Merz?

Friedrich Merz ist in Stuttgart erneut zum Bundesvorsitzenden der CDU gewählt worden. Aber wie zufrieden kann der Kanzler nach einem Tag mit Zwischenfall wirklich sein?

Friedrich Merz nach seiner Rede beim 38. CDU-Bundesparteitag in Stuttgart.

© Kay Nietfeld/dpa

Friedrich Merz nach seiner Rede beim 38. CDU-Bundesparteitag in Stuttgart.

Von Michael Maier

Ordentliches Ergebnis für Bundeskanzler Friedrich Merz auf dem CDU-Parteitag in Stuttgart. Alles unter 80 Prozent wäre wohl eine „kleine Katastrophe“ gewesen, hieß es im Vorfeld.

Nun ist klar, dass Merz parteiintern ganz viel Zustimmung hat und seine Autorität als Vorsitzender damit eher gestärkt als geschwächt aussieht. Aber wie viele Gegenstimmen musste der Bundeskanzler am Freitagabend auf dem Gelände der Messe Stuttgart beim Airport hinnehmen?

Merz-Ambitionen auf zweite Amtszeit

85 Delegierte haben ihm ihre Unterstützung mit „nein“ verweigert, so die offizielle Auszählung laut dpa. Daneben gab es 14 Enthaltungen. Die CDU, die anders als andere Parteien Enthaltungen nicht wertet, errechnete daraus ein Ergebnis von 91,17 Prozent. Enthaltungen mitgerechnet, betrug das Ergebnis 89,87 Prozent.

Merz erreichte damit sein bisher zweitbestes Ergebnis als Parteivorsitzender. 2022 war er bei einem Online-Parteitag mit 94,6 Prozent der Stimmen gewählt und später mit 95,3 Prozent per Briefwahl bestätigt worden. 2024 kam er auf 89,8 Prozent.

Friedrich Merz in den Fußstapfen von Helmut Kohl?

Ob das reicht, um bereits Ambitionen auf eine zweite Amtszeit von 2029 bis 2033 zu hegen, wie der Kanzler es im Vorfeld angekündigt hatte? An deren Ende wäre Friedrich Merz bereits 77 Jahre alt und somit neun Jahre älter als Helmut Kohl zum Zeitpunkt seiner Abwahl im Jahr 1998.

Ergebnis besser als bei der Kanzlerwahl

Immerhin ist es beim 38. Parteitag der CDU Deutschlands in Stuttgart stimmenmäßig nicht so happig gekommen wie vor neun Monaten im Bundestag. Das Merz-Ergebnis bewegt sich voll im Rahmen der Erwartungen und ändert vorerst nicht viel in der politischen Landschaft.

Misslungene Probe-Abstimmung zur Fußball-WM

Schon vor dem Votum hatten die Anwesenden unter den 1001 gewählten Delegierten jedoch technische Schwierigkeiten zu überwinden. Eine elektronische Probeabstimmung zur Frage, wer die Fußball-WM 2026 gewinnt, lief offenbar aus dem Ruder. Von „starken technischen Unregelmäßigkeiten“ war die Rede – bevor dann gegen 18 Uhr letzten Endes doch mit klassischen Stimmzetteln auf Papier gewählt werden musste.

Die Wiederwahl von Friedrich Merz verzögerte sich unter dem Strich jedenfalls um über drei Stunden – auch wegen langatmiger Reden und zahlreicher Formalismen mitsamt Berichten aus sämtlichen Parteigliederungen.

Im TV-Kommentar von Phoenix hieß es, dass auch Gerüchte um einen möglichen Hacker-Angriff am Abend durch die Messehalle am Stuttgarter Flughafen schwebten. Die Ursache für die Panne ist allerdings unklar, ein Hacker-Angriff ist nicht bestätigt.

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Erstellt:
20. Februar 2026, 19:16 Uhr
Aktualisiert:
20. Februar 2026, 19:19 Uhr

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