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Ziel ist es, zu zeigen: Lesen ist cool

22 Mädchen und Jungen der Walterichschule engagieren sich im Workshop zur Ausbildung von Lesescouts der Stiftung Lesen

Lesen gehört zu den wichtigsten Bildungskompetenzen überhaupt: Es ist unentbehrlich, um zu lernen und sich zu informieren. Es ist aber auch eine ideale Freizeitbeschäftigung, um auf spannende Fantasie-, Abenteuer- oder Entdeckungsreisen sowie Verbrecherjagd zu gehen. Das Projekt „Lesescouts“ regt dazu an, die eigene Begeisterung mit anderen zu teilen.

Fabian Pascal Kübler, Elias Paul Weindorf, Leonie Fuchs, Referentin Mechthild Goetze-Hillebrand und Amy Zajac (von links) trainieren unter anderem das Vorlesen. Foto: E. Klaper

Fabian Pascal Kübler, Elias Paul Weindorf, Leonie Fuchs, Referentin Mechthild Goetze-Hillebrand und Amy Zajac (von links) trainieren unter anderem das Vorlesen. Foto: E. Klaper

Von Elisabeth Klaper

MURRHARDT. „Lesescouts sollen Gleichaltrigen zeigen, dass Lesen cool ist, und es ihnen als etwas vermitteln, das Spaß und Freude macht“, verdeutlicht Mechthild Goetze-Hillebrand. Die Referentin der Stiftung Lesen leitet den Workshop zur Ausbildung von Lesescouts an der Walterichschule. 22 Jugendliche der Klassen 5 bis 8 machen mit, die meist selbst echte Leseratten sind. Begeistert legen sie sich mächtig ins Zeug und haben viel Spaß bei interaktiven spielerischen Aktionen, mit denen die Referentin sie im Clubraum – nur im Schulbetrieb natürlich – ordentlich auf Trab hält.

Mechthild Goetze-Hillebrand stammt aus Hamburg, lebt aber seit 30 Jahren in Heidelberg. Schon ebenso lange arbeitet sie als Geschichtenerzählerin und engagiert sich dafür, vor allem Kinder und Jugendliche zum Lesen zu motivieren. Seit über zehn Jahren ist sie als Referentin für die Stiftung Lesen tätig und bildet seit sechs Jahren Lesescouts aus. Initiator des Workshops an der Walterichschule ist Theo Kaufmann, Vorsitzender des Vereins für Leseförderung Waiblingen. Dieser wiederum ist Kooperationspartner des Leseclubs der Walterichschule, den Schulbegleiterin Valeska Gentile vertritt.

Die Aktionen, mit denen Mechthild Goetze-Hillebrand die künftigen Lesescouts in kleinen oder größeren Gruppen trainiert, „dienen dazu, Mädchen und Jungen das breite Spektrum, das Lesen beinhaltet, spielerisch näherzubringen“. So gilt es beispielsweise etliche Fragen zu beantworten über persönliche Vorlieben in puncto Lesen, aber auch ob die Jugendlichen gerne ins Kino gehen, um Literaturverfilmungen anzuschauen.

Natürlich trainieren die künftigen Lesescouts auch das Vorlesen. Zwar haben die Schüler die Basisfähigkeiten bereits im Unterricht gelernt, doch die Referentin bringt ihnen dazu noch verfeinerte Aussprache- und Gestaltungstechniken bei. Weiter macht sie die Mädchen und Jungen darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, im richtigen Tempo zu lesen und dabei auf eine klare und deutliche Aussprache besonders der Konsonanten zu achten.

„Wie und womit Lesescouts andere gleichaltrige Mädchen und Jungen in- und außerhalb der Schule konkret zum Lesen motivieren und neugierig machen auf spannende Lektüre, können sie ganz selbstständig entscheiden“, unterstreicht Mechthild Goetze-Hillebrand. Dafür könnten sie frei auswählen aus einer Vielzahl von Möglichkeiten und sollten auch ihre eigene Fantasie und Kreativität einsetzen. „Die Lesescouts lesen anderen Kindern und Jugendlichen vor und zeigen ihnen ihre Lieblingsbücher. Sie können auch attraktive, interaktive Spiele rund ums Lesen organisieren, zum Beispiel eine Leserallye mit verschiedenen Aufgaben und Ratespielen für alle Sinne rund ums Lesen und Bücher“, erklärt die Referentin.

Die Schüler entwickeln Ideen, um Lesen im Alltag sichtbar zu machen

Dies funktioniere sowohl bei Schulfesten als auch Familienfeiern. „Lesescouts sollen sich zudem Projekte und Aktionen überlegen, wie Lesen in der Schule sichtbar gemacht und in den Alltag integriert werden kann, auch in Kooperation mit dem Leseclub und dem Verein für Leseförderung.“ Einige Mädchen und Jungen, die selbst gerne lesen und vorlesen, verraten, warum sie sich zu Lesescouts ausbilden lassen. Überdies haben sie bereits Ideen, wie sie die Leselust bei anderen Jugendlichen wecken wollen, und bringen dafür schon etwas Erfahrung mit.

„Ich erzähle ihnen von Büchern, die mir selbst gut gefallen, wie Fantasy- und Tierbücher oder Krimis, und rege sie dazu an, mal selbst reinzuschmökern“, erklärt Fünftklässlerin Leonie Fuchs. „Ich stelle meine Lieblingsbücher vor und gebe sie anderen, die sich dafür interessieren“, kündigt Achtklässlerin Amy Zajac an, die auf Romane steht. „Ich erzähle anderen von den Büchern, die mir gefallen, und wenn jemand Lust bekommt, sie auch zu lesen, leihe ich sie aus. Das habe ich schon ausprobiert und es hat funktioniert“, freut sich Sechstklässler Elias Paul Weindorf, der eine Vorliebe für Comics hat. „Ich möchte wissen, wie andere auf die Bücher reagieren, die ich gerne lese, wie Fantasygeschichten oder Krimis, aber auch erfahren, was andere gerne lesen“, betont Achtklässler Fabian Pascal Kübler.

Der Workshop ist Teil des Projekts „Lesescouts“ der Stiftung Lesen. Gemeinsam mit der Baden-Württemberg-Stiftung, die das Projekt fördert, bietet sie interessierten Jugendlichen an weiterführenden Schulen Seminare an. In den Workshops lernen die zukünftigen Lesescouts neue Jugendbücher und kreative Spiele kennen, wie auch interaktive Buchvorstellungen oder -rätsel, um den Jugendlichen den Spaß am Lesen zu vermitteln. Zum Abschluss des Workshops bekommen die frischgebackenen Lesescouts ein Zertifikat von der Stiftung Lesen ausgestellt.

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Erstellt:
18. März 2020, 06:00 Uhr

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