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Zum Heimauftakt wartet eine harte Nuss

Fußball-Regionalligist SG Sonnenhof empfängt mit den Offenbacher Kickers am Freitagabend einen der Meisterschaftskandidaten. Trainer Hans-Jürgen Boysen erwartet von seiner Mannschaft eine konzentriertere Leistung als beim Saisonstart in Pirmasens.

Steht morgen vielleicht das erste Mal in dieser Saison in der Großaspacher Startelf: Kai Gehring. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Steht morgen vielleicht das erste Mal in dieser Saison in der Großaspacher Startelf: Kai Gehring. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

Hans-Jürgen Boysen ist im Fußballgeschäft schon lange dabei. Erst viele Jahre als Erst- und Zweitliga-Verteidiger für den KSC und den 1. FC Saarbrücken, danach in der zweiten und Dritten Liga für Vereine wie den SV Sandhausen, den FSV Frankfurt und eben jene Kickers aus Offenbach, gegen die es für Aspachs Fußballer in der Regionalliga morgen ab 19 Uhr um Punkte geht. Ein Heimauftakt für die SG Sonnenhof, der es in sich hat. Zum einen empfangen die Schwaben einen der Meisterschaftsaspiranten im Fautenhau. Zum anderen befindet sich die Elf aus dem Fautenhau auf dem Weg, eine schlagkräftige Einheit zu werden, noch in der Findungsphase. Eine, die nicht so leicht von der Hand geht, wie die 0:1-Niederlage zum Saisonstart in Pirmasens bewies und die zumindest den erfahrenen Großaspacher Coach nicht völlig auf dem falschen Fuß erwischte.

Keine Frage, der 63-Jährige war in der Pfalz mit dem Auftritt seiner Mannschaft vor allem in der ersten Halbzeit nicht einverstanden. Er hatte sich punkte- und leistungsmäßig mehr erhofft. Er hatte aber auch zuvor schon mehrfach gewarnt, dass im runderneuerten Kader noch nicht alles rund läuft. Nicht nur, weil drei Viertel des Aufgebots aus Zugängen besteht, die zum Teil erst nach und nach im Fautenhau angekommen sind. Ein Umstand, der zwar auch auf viele Kontrahenten zutrifft, doch die starteten bereits Ende Juni, spätestens Anfang Juli mit der Vorbereitung.

Die individuelle Qualität passt, aber bis zu einer echten Einheit ist es für die SG noch ein Stück.

Da spielte die SG allerdings noch in der Dritten Liga um Punkte. Das heißt, dass die Schwaben fast allen Vereinen der Regionalliga Südwest vier bis fünf Wochen hinterherhinken. Und das mit einem Team, in dem „der Fitnessstand der Spieler zu Beginn höchst unterschiedlich war“, wie Boysen erzählt. Während Ex-Drittliga-Akteure wie Nico Jüllich, Julian Leist, Kai Gehring oder der aus Chemnitz gekommene Sandro Sirigu im Juni ständig am Ball waren, danach nicht ganz drei Wochen Pause hatten und anschließend wieder ins Training einstiegen, absolvierten Akteure wie Rückkehrer Sebastian Schiek oder der ebenfalls vom VfR Aalen gekommene Andreas Ivan in den vergangenen zwölf Monaten gerade mal zwei Spiele und waren ab März völlig raus. Nicht umsonst betont Boysen immer wieder: „Wir haben noch viel Arbeit vor uns.“

Der Trainer fügt aber auch stets hinzu: „Die individuelle Qualität bei uns passt. Allerdings müssen viele meiner Jungs erst einmal in der Spielklasse ankommen.“ Soll heißen, dass im Gegensatz zur Dritten Liga das spielerische Element vielleicht nicht mehr ganz so wichtig ist und dafür Leidenschaft, Galligkeit sowie Aggressivität noch mehr in den Vordergrund gerückt werden müssen. In Pirmasens bekamen es die Aspacher in der Anfangsviertelstunde heftig zu spüren und Boysen sagt: „Vielleicht war diese Niederlage letztendlich ja gar nicht so schlecht, denn jetzt weiß jeder, um was es in der Regionalliga geht.“ Zum Beispiel darum, mal einen dreckigen 1:0-Sieg einzufahren, wenn es nicht so läuft und trotzdem genug Chancen dafür da sind, wie in der Pfalz. Das zu schaffen, sei eben auch eine Qualität, so der Trainer. Für den Heimauftakt erwartet er, dass seine Mannschaft das verinnerlicht. Und er hofft, dass „wir die Geschichte konzentrierter angehen als die Partie in Pirmasens“. Er warnt aber vor zu hohen Erwartungen: „Es wäre supereinfach, wenn wir den Schalter kurz mal umlegen könnten.“ Das gehe nicht so leicht, sondern müsse sich entwickeln. Erst recht gegen ein Team wie Offenbach, das Boysen in der Entwicklung deutlich vor Aspach sieht: „Das ist bereits eine Einheit, die zusammengewachsen ist und eine klare Spielidee hat. Die Kickers sind gut aufgestellt, verfügen über einen richtig breiten Kader und sind spielerisch stark.“ Eine richtig harte Nuss für die SG. Eine, „deren offensive Art und der Fakt, dass sie Fußball spielen will, uns vielleicht sogar entgegenkommt“.

Bei Aspach fehlen nur der verletzte Pintidis und der gesperrte Diakite.

Personell sieht er Aspach für den Heimauftakt auf jeden Fall gerüstet. Fehlen werden nur der weiterhin verletzte Mittelfeldspieler Georgios Pintidis sowie der gelb-rot-gesperrte Mohamed Diakite, der in Pirmasens wie sein Partner im Abwehrzentrum Ken Gipson ein Lichtblick war. Der Ausfall Diakites sorgt dafür, dass entweder Julian Leist oder Kai Gehring zum Saisondebüt kommen. Vielleicht darf das bewährte Duo, in den sechs Drittliga-Jahren in der Innenverteidigung eigentlich immer gesetzt, ja sogar zusammen ran und der vielseitige Gipson übernimmt einen anderen Posten. Ausschließen will Boysen das nicht und kündigt sogar bereits an, dass es einige Änderungen geben wird, denn: „Wir stehen am Beginn einer englischen Woche, bei uns sind noch nicht alle Spieler in der Verfassung, 90 Minuten zu gehen, und werden deshalb in der Startelf rotieren.“

Livestream und Liveticker

Tickets für diese Partie gibt’s keine mehr. Für alle, die keine der rund 400 Eintrittskarten ergattern konnten, bietet die SG einen Livestream auf Großbildschirm direkt am Stadion in der Fautenhau-Alm sowie im Hotel Sonnenhof an. Tickets hierfür gibt’s für 9,94 Euro in der SG-Geschäftsstelle am Stadion und im Hotel Sonnenhof. Fans, die das Spiel daheim anschauen wollen, können sich unter www.the-leagues.com/sgs für fünf Euro einen Tagespass zulegen.

Unsere Zeitung bietet vom SG-Heimspiel unter www.bkz.de/sg-sonnenhof ab 19 Uhr einen Liveticker an, mit dem auch die Fans außerhalb des Stadions stets am Ball sind.

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Erstellt:
10. September 2020, 06:00 Uhr

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