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Zwei Nahversorger und eine Apotheke

Die Planungen für den Neubau am bisherigen Standort von Rewe in der Murrhardter Weststadt werden konkreter. Beim Gebäude und Areal sollen auch eine Reihe von umweltschonenden Aspekten berücksichtigt werden.

Der Standort in der Weststadt wird gestärkt, in den Neubau ziehen nach der aktuellen Planung neben Rewe auch Penny sowie die Hörschbach-Apotheke ein. Archivfoto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Der Standort in der Weststadt wird gestärkt, in den Neubau ziehen nach der aktuellen Planung neben Rewe auch Penny sowie die Hörschbach-Apotheke ein. Archivfoto: J. Fiedler

Von Christine Schick

Murrhardt. Timo Porkert (Rewe) und Roland Hug (Penny) gaben als die zuständigen sogenannten Expansionsmanager im Gemeinderat einen Überblick über den Stand der Neubaupläne. Der Noch-Standort von Rewe in der Weststadt wird der künftige sein, wobei auch Penny sowie die Hörschbach-Apotheke dort einziehen werden. Am Eingang von Rewe untergebracht sein soll eine Abholstation, sodass Kunden ihre Waren im Voraus bestellen und dort entgegennehmen können, somit den Markt gar nicht betreten müssen. Auch bei den Parkplätzen ist für diese Kunden ein entsprechendes Kontingent berücksichtigt.

Ansonsten gibt es die bekannten Bereiche wie Obst und Gemüse, Wurst und Käse, Kühltheken und Kasse. Ebenso ein Bäcker ist Teil des Konzepts inklusive eines kleinen Verweilbereichs mit Sitzgelegenheiten und Tischen. Roland Hug erinnerte daran, dass Penny bereits in Murrhardt präsent war, aber aufgrund eines Immobilienverkaufs seinen Standort aufgeben musste und nun die Chance hat, neu in Murrhardt zu starten. Beim Verkauf sollen mehr Regionalwaren und Fairtrade eine Rolle spielen, gleichzeitig sei das Konzept des Markts ein preissensibles, sprich, man wolle günstige Waren anbieten.

Wärmerückgewinnung, Solaranlage und E-Ladestationen gehören zum Konzept

Beim Neubau sollen Umweltschutzaspekte berücksichtigt werden, Elemente sind beispielsweise eine Wärmerückgewinnung und die Nutzung von Tageslicht durch die Verwendung von Glaskonstruktionen sowie von nachhaltigen Baustoffen wie Holz. Für das Dach ist eine Solaranlage vorgesehen.

Bei den 114 Parkplätzen sind auch E-Ladestationen mitberücksichtigt. Was die Bauzeit anbelangt, so blieb Porkert bei seiner Einschätzung, dass für das Projekt etwas über ein Jahr geplant werden muss – mit zwei bis drei Monaten für den Abriss und neun bis zehn Monaten für den Neubau.

Die Stadträtinnen und Stadträte hatten im Anschluss die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Sonja Allinger-Helbig (SPD) freute sich, dass dem Wunsch der Hörschbach-Apotheke, in den Neubau einzuziehen, entsprochen werden kann. Auf ihre Frage, wie schnell das Vorhaben nun angepackt werde, sagte Timo Porkert: „Möglichst zeitnah, allerdings hängt das auch noch von der Bewilligung der Anträge ab.“

Ralf Nentwich (MDAL/Die Grünen) unterstrich, dass ihm die Berücksichtigung ökologischer Kriterien beim Neubau sehr gut gefalle. In puncto E-Ladesäulen erläuterte der Rewe-Expansionsmanager, dass man mit sechs bis acht Stationen starten wolle und dabei auf Grünstrom setze. Die Frage Nentwichs, ob nicht auch ein Lieferservice im Zusammenhang mit dem Neubau möglich sei, verneinte Porkert. Dies gebe es bisher nur in Großstädten.

Was die Höhe des Gebäudes anbelangt (Brigitte Kübler, UL), so könne man nicht von einer Zweigeschossigkeit sprechen. Zwar gebe es für die Apotheke noch mal spezifische Anforderungen, beispielsweise eine Werkstatt für Eigenherstellungen wie Salben, der Markt sei aber in offener Bauweise mit Holzkonstruktionen konzipiert.

Ein improvisierter Verkauf während der Bauphase ist nicht möglich

Martin Stierand (MDAL/Die Grünen) freute sich, dass es mit der Planung vorangehe. Ein Jahr Bauzeit klinge für den Außenstehenden nach einer kurzen Spanne, für den Kunden sei diese aber durchaus lang. Insofern erkundigte er sich, ob nicht doch zum Übergang ein Verkauf beispielsweise in Form eines Zelts möglich sei.

Dies verneinte Porkert klar und ohne Umschweife, allein die Platzverhältnisse auf dem Grundstück ließen dies nicht zu. Stierand prophezeite entsprechende Wanderbewegungen der Kunden in die Murrhardter Innenstadt. Fraktionskollege Hartmann Widmaier bat darum, den Werbeturm als Hinweisgeber für den Markt möglichst dezent zu gestalten. Andreas Winkle (CDU/ FWV) rief in Erinnerung, dass an den Bau der Murrarkaden auch das Anliegen geknüpft war, den Standort in der Weststadt zu erhalten, der nun gestärkt werde. Der Neubau freue die Fraktion, genauso wie die geplante Solaranlage und E-Ladestationen.

Nach dem Bericht stimmte der Gemeinderat dem Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans „Hörschbach – Hasenhof IV – 1. Änderung“ geschlossen zu. Er wird notwendig, da es für den noch gültigen erhebliche Überschreitungen gibt. Ein wichtiger Punkt ist, dass sich die Fläche im Überschwemmungsgebiet (50-jährliches Hochwasser) befindet und somit entsprechende Schutz- und Vorsorgemaßnahmen zu berücksichtigen sind.

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Erstellt:
2. Dezember 2021, 06:00 Uhr

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