Klimasprit
Ab wann kann man E20-Benzin tanken?
Der neue Kraftstoff E20 könnte nicht nur günstiger sein, sondern auch eine wichtige Rolle bei der Reduzierung von CO2-Emissionen spielen. Doch wann wird der neue Klimasprit an deutschen Tankstellen verfügbar sein?
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Wann kommt E20-Benzin? Erfahren Sie alles über den neuen Kraftstoff, seine Vorteile, Herausforderungen und den geplanten Start in Deutschland.
Von Matthias Kemter
E20, ein Benzin mit 20 Prozent Bioethanol, wird als nächste Stufe nach E10 gehandelt. Während andere Länder wie Brasilien oder Indien bereits auf höhere Ethanolanteile setzen, steht die Einführung in Deutschland noch aus. Doch die Diskussionen um den neuen Kraftstoff nehmen Fahrt auf.
Was ist E20 und warum ist es wichtig?
E20 ist ein Ottokraftstoff, der aus 80 Prozent herkömmlichem Benzin und 20 Prozent Bioethanol besteht. Der höhere Ethanolanteil soll die CO₂-Bilanz im Verkehrssektor verbessern. Im Vergleich zu rein fossilem Benzin könnten die Emissionen um bis zu 16 Prozent gesenkt werden. Mit zusätzlichen Beimischungen wie Bio-Naphtha wären sogar Einsparungen von bis zu 40 Prozent möglich. Die Einführung von E20 wird als pragmatische Lösung gesehen, um die bestehende Fahrzeugflotte klimafreundlicher zu machen, ohne aufwendige Umrüstungen oder neue Technologien.
Wann kommt E20 an die Tankstellen?
Die Markteinführung von E20 in Deutschland wird frühestens ab 2027 oder 2028 erwartet. Derzeit laufen Normierungsarbeiten auf europäischer Ebene, die bis 2028 abgeschlossen sein könnten. Parallel dazu finden Pilotprojekte statt, wie etwa in Mannheim, wo E20 bereits an ausgewählte Flottenfahrzeuge abgegeben wird. Die politische Entscheidung über die Einführung liegt jedoch noch aus. Während einige EU-Abgeordnete eine schnellere Umsetzung fordern, bleibt die endgültige Freigabe von regulatorischen Anpassungen abhängig.
Welche Vorteile bietet E20?
E20 verspricht mehrere Vorteile:
- Umweltfreundlichkeit: Der höhere Bioethanolanteil reduziert die CO₂-Emissionen.
- Kostenvorteile: Da Bioethanol von der CO₂-Abgabe befreit ist, könnte E20 günstiger sein als E10.
- Technische Vorteile: Mit einer Oktanzahl von mindestens 98 bietet E20 eine klopffestere und effizientere Verbrennung.
Welche Herausforderungen gibt es?
Trotz der Vorteile gibt es auch Herausforderungen:
- Fahrzeugverträglichkeit: Nicht alle Fahrzeuge sind für E20 geeignet. Hersteller wie VW, BMW und Mercedes haben jedoch bereits viele Modelle freigegeben. Fahrzeuge, die E10 nicht vertragen, sollten auch kein E20 tanken.
- Kritik an Biokraftstoffen: Umweltverbände warnen vor möglichen negativen Auswirkungen, wie der Konkurrenz zwischen Nahrungsmittel- und Energiepflanzenanbau.
Wie sieht die internationale Entwicklung aus?
Andere Länder sind Deutschland bereits voraus. In Brasilien liegt der Ethanolanteil im Benzin bei 27,5 Prozent und soll bis 2030 auf 35 Prozent steigen. Indien hat sein Ziel, bis 2030 eine 20-prozentige Beimischung zu erreichen, auf 2025 vorgezogen.
Fazit:
E20 könnte eine wichtige Brücke zur klimafreundlicheren Mobilität sein, bevor Elektrofahrzeuge den Markt dominieren. Ob und wann der Kraftstoff in Deutschland flächendeckend eingeführt wird, hängt jedoch von politischen Entscheidungen, der Akzeptanz der Verbraucher und der Freigabe durch die Fahrzeughersteller ab.
