Zwischen 2018 und 2024

Acht Kinderehen in Baden-Württemberg aufgehoben

In den vergangenen Jahren sind im Land acht Ehen mit Minderjährigen aufgehoben worden. Welche Herkunftsländer stecken hinter den annullierten Ehen – und wie alt waren die betroffenen Mädchen?

Ein Paar Eheringe liegen auf einem Holztisch. (Symbolbild)

© Annette Riedl/dpa

Ein Paar Eheringe liegen auf einem Holztisch. (Symbolbild)

In Baden-Württemberg sind in den letzten Jahren acht Ehen mit Minderjährigen aufgehoben worden. Dies geht aus einer in Stuttgart veröffentlichten Antwort des Innenministeriums auf eine Landtagsanfrage der AfD hervor. 

Das Regierungspräsidium Tübingen ist seit 2012 für das Thema Kinderehen landesweit zuständig. Die aufgeführten Fälle umfassen den Zeitraum von 2018 bis 2024. Es geht dabei um Eheschließungen zwischen Männern und Frauen aus Afghanistan, Rumänien, Moldawien, Syrien, Irak, Kroatien, Serbien, Pakistan und Deutschland. Die Männer waren zum Zeitpunkt der Eheschließung in der Regel deutlich älter als die Frauen. Letztere waren immer unter 18 Jahre alt, also minderjährig.

Bei einer aufgehobenen Kinderehe aus dem Jahr 2020 zwischen irakischen Staatsangehörigen war der Mann 17 Jahre und seine Ehefrau erst elf Jahre alt, wie aus der Antwort des Innenministeriums weiter hervorging. Insgesamt wurden seit dem Jahr 2010 in 350 Fällen Kinderehen nicht aufgehoben. Mögliche Gründe waren unter anderem die Volljährigkeit des minderjährigen Partners, bevor die Aufhebungsentscheidung rechtskräftig wurde, oder auch der Tod eines Ehepartners.

In Deutschland darf man eine Ehe erst ab dem vollendeten 18. Lebensjahr schließen. Der Bundestag hatte 2024 neue Regeln zum Schutz Minderjähriger bei im Ausland geschlossenen Ehen beschlossen.

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Erstellt:
8. Oktober 2026, 12:26 Uhr

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