Wahlumfragen

AfD festigt in Umfragen Vorsprung vor Union

Die AfD liegt in Umfragen deutlich vor der Union und nähert sich inzwischen der 30-Prozent-Marke. Der Vorsprung zur CDU/CSU ist in einer Erhebung des Instituts YouGov so groß wie noch nie.

Alice Weidel und Tino Chrupalla dürften Anfang Juli beim Parteitag der AfD in Erfurt als Führungsduo bestätigt werden. (Archivbild)

© Fabian Sommer/dpa

Alice Weidel und Tino Chrupalla dürften Anfang Juli beim Parteitag der AfD in Erfurt als Führungsduo bestätigt werden. (Archivbild)

Von dpa

Berlin - Die AfD festigt ihren Vorsprung vor der Union in den Meinungsumfragen und baut ihn zum Teil noch weiter aus. In einer Erhebung des Instituts YouGov legt sie um einen Prozentpunkt zu und liegt jetzt mit 29 Prozent neun Punkte vor der CDU/CSU, die im Vergleich zur letzten Umfrage zwei Punkte einbüßt und nur noch auf 20 Prozent kommt. Nach Angaben des Instituts liegen AfD und Union damit historisch weit auseinander.

Im aktuellen RTL/ntv-Trendbarometer verliert die Union einen Prozentpunkt und fällt wieder auf 21 Prozent. Die AfD bleibt in der vom Institut Forsa durchgeführten Befragung mit unverändert 27 Prozent weiterhin stärkste Kraft.

Auf Platz drei bleiben die Grünen (14 Prozent bei YouGov, 15 Prozent RTL/ntv-Trendbarometer) vor der SPD mit jeweils 12 und der Linken mit 12 beziehungsweise 11 Prozent. Die FDP kommt in beiden Umfragen auf 5 Prozent, das BSW liegt mit 4 beziehungsweise 3 Prozent weiter unter der Fünf-Prozent-Hürde.

AfD auch bei anderen Instituten auf Platz eins

Auch in Umfragen anderer Institute hatte die AfD zuletzt die Nase klar vorn. In Insa-Umfragen liegt sie schon seit einigen Wochen bei 29 Prozent, die Union stand dort in einer am Wochenende veröffentlichten Erhebung für die "Bild am Sonntag" bei 22 Prozent. Die Forschungsgruppe Wahlen sah den Vorsprung am 5. Juni im ZDF-"Politbarometer" deutlich knapper: 27 zu 25 Prozent.

Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. Die nächste Bundestagswahl steht regulär 2029 an.

Zustimmung für Arbeit des Kanzlers weiter niedrig

Die Zustimmung zur Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bleibt in der Forsa-Umfrage auf sehr niedrigem Niveau. Weiterhin sind nur 14 Prozent der Befragten mit seiner bisherigen Arbeit zufrieden, 85 Prozent sind nicht zufrieden damit. 

Auch die wirtschaftliche Lage wird negativ bewertet. Nur noch 11 Prozent der Befragten erwarten, dass sich die wirtschaftlichen Verhältnisse in den kommenden Jahren verbessern werden - zwei Punkte weniger als in der Vorwoche. 65 Prozent gehen weiterhin von einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse aus.

Die Daten sind nach Angaben der Institute repräsentativ. YouGov befragte zwischen dem 12. und 15. Juni 2.154 Personen, von denen 1.793 ihre Wahlabsicht angaben. Angegeben wird eine statistische Fehlertoleranz von +/- 1,01 Prozentpunkten für einen Anteilswert von 5 Prozent und +/- 2,31 Punkten für einen Anteilswert von 50 Prozent. Forsa befragte im Auftrag von RTL Deutschland vom 9. bis 15. Juni 2.500 Personen und nennt als statistische Fehlertoleranz +/- 2,5 Prozentpunkte.

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Erstellt:
16. Juni 2026, 16:14 Uhr

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